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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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8- 63. 64.

Geschichte der alten Welt.

cias und Lamächus nach Sicilien, um die dorische Stadt Syraküs zu be-kriegen. Dieses Unternehmen, wodurch der Stammeshaß zwischen dem ioni-schen Athen und dem dorischen Sparta von neuem entzündet ward, schlugfehl. Alcibiades wurde in seiner Abwesenheit von seinen Feinden mehrererVerbrechen gegen die Religion und Staatsverfassung angeklagt und daher vonder athenischen Obrigkeit schleunig abgerufen. Er sollte mit übermütigen undmutwilligen Genossen in nächtlicher Stunde an einer Verstümmelung derHermesblldsäulen an den Straßenecken und freien Plätzen der Stadt und ander Entweihung der eleusinischen Mysterien in einem Privathause sich beteiligthaben. Rachedürstend entfloh er nach Sparta und reizte die Lacedämonier zürErneuerung des Kriegs weder Athen. Auf seinen Rat nahmen sie einen festenStandpunkt in Attika, indem sie das Städtchen Decelea besetzten und dieGetreideausfuhr aus Euböa hinderten, und schickten ihren gewandten Feld-herrn Gylippus mit Mannschaft den sicilischen Stammesgenossen zu Hilfe.Dadurch nahm der Jnselkrieg für die Athener einen unglücklichen Ausaang.Der tapfere Lamachus fiel bei der Belagerung von Shrakus; die athenischenSchiffe wurden in dem Hafen dieser Stadt vernichtet, und als Nicias undDemofthenes, der mit Verstärkungen nachgeschickt worden war, sich mit demReste oes Heeres zu Lande nach der befreundeten Stadt Katäna retten wollten,wurden sie auf dem nächtlichen Zuge von den Syrakusern und den sparta-nischen Hilfstruppen überfallen und nach zwei blutigen Gefechten mit allenihren Kriegsleuten gefangen genommen. Was nicht im Kampfe umkam, mußtein den Steinbrüchen Sklavendienste verrichten. Die tapfern Führer Niciasund Demofthenes starben auf dem Marktplatze zu Shrakus durch die Handdes Scharfrichters.

8- 63. Dunkle Gerüchte brachten die erste Kunde von dem entsetzlichenSchlag nach Athen; und als sich die Schreckensnachricht bestätigte, war kaumeine Familie ohne Trauer. Die athenischen Bundesgenossen fielen ab undschlössen sich an die Feinde an; die Spartaner erneuerten den Krieg zu Landund zu Wasser, unterstützt von dem persischen Statthalter Kleinasiens; imInnern der Stadt'Athen suchte die Aristokratenpartei die Verfassung umzu-stürzen und schloß mit den Spartanern heimlich einen verräterischen Bund.Dessenungeachtet hielt sich Athen noch acht Jahre gegen die Übermacht derFeinde und trug noch zwei bedeutende Seesiege davon. Aber keine Anstrengungwar vermögend, dem geschwächten Staat dre frühere Größe wieder zu geben.Umsonst riefen die Athener den Alcibiades zurück, machten ihn zum Anführerüber Flotte und Heer und stürzten die Schandsäule, auf der seine Vergehengeschrieben standen, ins Meer; auch er konnte der athenischen Flotte den altenGlanz nicht wieder verschaffen. Wenige Monate, nachdem er in Athen unterdem Jubelruf des Volkes seinen Einzug gehalten, zum ersten Mal wiederden eleusinischen Festzug auf der heiligen Straße gefeiert (8- 32), und sichmit den Gottheiten oes Landes ausgesöhnt hatte, wurde ihm der Oberbefehlvon neuem entzogen, weil in seiner Abwesenheit sein Unterfeldherr die See-««7. schlacht von Ephesus verlor. Er begab sich nach Thränen, sein Auge unver-wandt auf das Vaterland gerichtet. Noch einmal leuchtete den Athenern eingünstiger Stern. Sie gewannen bei der Inselgruppe der Arginusen unweitLesbos eine Seeschlacht, in welcher der spartanische Feldherr Kallikratldasumkam. Die Sieger unterließen aber nach der Schlacht das Einsammeln derLeichen und Schiffstrümmer, weshalb sechs der Führer von der athenischenVolksversammlung verurteilt wurden, den Giftbecher zu trinken.

tz. 64. Um diese Zeit hatten die Spartaner an dem schlauen, unter-nehmenden Lysander einen trefflichen Führer, der sich der Gunst des neuen