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Geschichte der alten Welt.
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lich die Sophisten bei, wandernde Lehrer, die eine auf Spitzfindigkeiten undTrugschlüssen beruhende Scheinweisheit vortrugen und sich vermaßen, durchRedekünste und Disputierkniffe Lüge als Wahrheit hinzustellen und Wahrheitin Irrtum zu verkehren. Sie lockten reiche Jünglinge an sich und brachtenihnen gegen große Belohnungen ihre falschen Lehren bei, durch welche dashäusliche und öffentliche Leben im innersten Kerne vergiftet ward. Da tratathenischer Bürger, auf, entlarvte die sophistischen Marktschreier
Sokrätes, ein ath
und weckte das Gefühl für Religion, Sittlichkeit und Recht in der Brust seinerSchüler. Nicht in kunstreichen Vortrügen vom Katheder herab, sondern durchFragen und Antworten auf offener Straße, in der freien Natur oder in denWerkstätten der Handwerker lehrte Sokrätes seine Lebensweisheit, deren Zielwar: „Erkenne dich selbst." Vor seinem hellen Verstände, vor seinem ein-fachen , rechtschaffenen Leben und vor seiner sittlichen Würde verstummten dieSophisten, die reichsten und talentvollsten Jünglinge, wie Alcibiädes,Kritias u. a. schlössen sich ihm an. Aber durch seine Kreuz- und Querfragenvoll Ironie machte er sich auch viele Feinde, und da mehrere seiner Schülersich als Gegner der Demokratie zeigten, so wurde nach der Wiederherstellungder Volksherrschaft von einigen eifrigen Demokraten eine Klage gegen rhn ein-gereicht, daß er die Jugend verführe und falsche Götter lehre. Hatte er dochgelehrt, daß ihm ein „Dämonium", eine göttliche Stimme oder innere Offen-barung in entscheidenden Augenblicken kund thue, was er meiden oder unter-lassen solle. In einer einfachen Verteidigungsrede (Apologie) bewies So-krates vor den Volksrichtern (Heliasten) die Falschheit der Anklage. Aberstatt, wie gewöhnlich geschah, mit Flehen und Wehklagen seine Lossprechungzu erbitten, oder sich selbst eine Strafe zu bestimmen, schloß er seine Recht-sertigungsrede mit der Behauptung, er verdiene in die Reihe der würdigenMänner aufgenommen zu werden, die wegen ihrer Verdienste um das Gemein-wesen auf Staatskosten in dem Regierungsgebäude, Prhtaneum genannt,unterhalten wurden. Dies verdroß die Richter, und Sokrätes wurde mit einerkleinen Stimmenmehrheit zum Tode verurteilt. Vergebens bemühten sicheinige seiner Freunde, besonders der reiche Bürger Kriton, ihn zur Flucht zubereden; Sokrätes verwarf einen solchen Vorschlag, und unter erhebenden Ge-sprächen über die Unsterblichkeit der Seele (Plato's Phädon) trank er denGiftbecher und starb mit der Heiterkeit und Seelenruhe eines Weisen. Erselbst hat nichts Schriftliches hinterlassen; aber sein berühmter Jünger Platovon Atben legte seine eigene Lehre, die er in der Akademie vortrug, dem So-krates m den Mund. Plato selbst war ein so ausgezeichneter Denker undSchriftsteller, daß man ihn den göttlichen nannte, sowohl wegen seinerschönen erhabenen Jdeeen und dichterischen Gebilde, als wegen der vollendetenKunst der Darstellung, die seine in Gesprächsform gekleideten Schriften(Dialoge) tragen. Nach ihm war Lenöphon der Athener, zugleich Schrift-steller und Feldherr, der berühmteste Schüler des Sokrätes, besten Wesen undLehren er in mehreren philosophischen Schriften („Denkwürdigkeiten des So-krates") der Nachwelt kund gemacht hat.
5. Der Kiickzug der Zehntausend (400).
8- 66. Zkenophons vorzüglichstes Geschichtswerk ist die Anabäsis oderdie Darstellung des Feldzugs des jüngeren Chrus nach Persten und des Rück-zugs des griechischen Söldnerheers unter seiner eigenen Führung. Seit denKämpfen mit den Griechen war das persische Reich immer machtloser geworden.In den Provinzen schalteten die Statthalter nach Willkür und führten durchihren Druck Ausstände herbei; bei Hofe herrschten selbstsüchtige Schwächlinge