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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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§- 90.

L. Die griechische Welt.

Mischung griechischer und ägyptischer Elemente; den Mittelpunkt bildete derPrachtvolle Serapis- und Jsisbienst, auf den der Kultus der hellenischen Natur-wächte übertragen ward. Aber die Männer, welche diese Blüte bewirkten,waren, wie die Königsfamilie selbst, Fremdlinge, Griechen und Juden. Darumwar auch der Glanz der ptolemäischen Herrschaft ohne Dauer, weil die ale-Nndrinische Kultur keine Wurzeln im Volke hatte. Sie war eine fremdePflanze und glättete nur die Oberfläche, ohne das Herz zu veredeln. Der Hosrn Alexandria zeichnete sich nicht minder aus durch arge Greuel, Schweigernund Sittenlosigkeit als durch Glanz, Reichtum und Bildung.

S) Die Inder» unter den Makkabäern.

8- 90. Judäa war lange der Gegenstand,des Haders zwischen den Seleu-nden und Ptolemäern. Die Herrscher von Ägypten bemächtigten sich zuerstdes Landes und machten es zinsbar, ließen aber die alten Einrichtungen be-stehen und gestatteten, daß der Hohepriester mit dem hohen Rat derSieb enzig (Synedrium) das Reliaionswesen und die inneren Angelegen-herten leitete. Viele Juden siedelten nach Alexandria über, wo sie zu Reichtumund Macht kamen, aber ihre vaterländischen Sitten, Sprache und Glaubenallmählich verloren oder mit griechischem Wesen vermischten. Die auf Veran-staltung des zweiten ptolemärschen Königs von einer Änzahl alexandrinischerJuden (nach der Tradition 72) angefertigte übersetzungder hebräischenSchriften der Bibel ins Griechische, die unter dem Namen Septua-ointa bekannt ist, war in der Folge der Verbreitung des Christentums sehrförderlich. — Durch den syrischenKönigAntiochuslll. (den Großen) wurdeJudäa den Seleucrden unterworfen und mit Steuern hart gedrückt. SeinZweiter Nachfolger Antiochus Epiphänes plünderte sogar die Tempel-schätze in Jerusalem und faßte den Vorsatz, die jüdischen Einrichtungen unddenJehovahdienst aufzuheben und griechisches Heidentum daselbst zu begründen.Dre Juden leisteten hartnäckigen Widerstand und zogen sich dadurch schwereVerfolgungen zu. Als diese alles Maß überschritten, erhob sich das zur Ver-zweiflung gebrachte Volk gegen seine Peiniger und bekämpfte unter der An-Mrung des Hohepriesters Mattathias und seiner fünf heldenmütigen Söhne(Makkabiier) die Syrer mit Mut und Erfolg. Der älteste Sohn JudasMakkabäus erzwäng einen Frieden, wodurch die Wiedereinführung des jüdi-schen Gottesdienstes gestattet ward. Sein Bruder Simon befreite Judäa vonder syrischen Botmäßigkeit und regierte als Fürst und Hohepriester weise undgerecht. Unter seinen Nachkommen wurden die Grenzen des Reichs erweitertM die Jdumäer (Edomiter) zur Annahme des jüdischen Gesetzes gebracht.Aber innere Streitigkeiten und Sektenhaß lähmten bald wieder die Kraft desVolkes. Die ganze jüdische Nation schied sich in die zwei großen Religions-parteien der Pharisäer und Sadducäer, die zwar beide innerhalb des israeli-schen Volksgeistes ihren Standpunkt nahmen und sich an das mosaische GesetzflEen, aber m der Auffassung des politischen und gesellschaftlichen Lebens auseinander gingen. Denn während die Pharisäer strenge Beobachter der instetem Zuwachs begriffenen Überlieferung (Tradition) waren, aus die genaueJnnehaltung kleinlicher Vorschriften und äußerlicher Gebräuche hohen Wertund rm Streben nach strenger Gesetzesachtung und nationaler Aus-lchueßlichkeit mitunter zur Scheinheiligkeit und Heuchelei gerieten, suchten die,Werstens den höheren Ständen angehörenden Sadducäer das mosaische Gesetzwrt griechischer Sitte und Denkweise zu versöhnen, in aristokratischer Ge-schmeidigkeit sich freiere Lebensansichten und fernere Weltbildung anzueignenund sich dem hellenischen Weltbürgertum zu nähern. Eine dritte Sekte, die

Antiochusd. Gr.224-181.AntiochuSEviphonesN8-IS4.

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