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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Geschichte der alten Welt.

8- 93.

quinii, Perusia, unweit des trasimenischen Seees, Clusium und Veji diebekanntesten sind. Die einzelnen Städte wurden von einem Priester-Adel regiert.Diese Adelsgeschlechter (Lucumonen) wählten in Kriegszeiten ein Bundesoberhaupt,dem als Auszeichnung ein elfenbeinener Stuhl, eine purpurne Toga und einGesolge von zwölf Liktoren mit Steckenbündeln und Beil (Fasces), wie späterden römischen Konsuln, zustanden. Die Etrusker waren ein gottesfürchtiges Volk,das viel auf Wahrsagungen durch Opfertiere (Auspicien) hielt. Sie besaßengroße Kunstfertigkeit in Erzgießerei wie im Bearbeiten von Thon und Me-tall, und von ihrer Geschicklichkeit im Bauen zeugen die noch vorhandenen Riesen-mauern und Trümmer von Tempelbauten, Dämmen, Straßen und dergl. Zahllosemit Malerei verzierte Thongefäße und Aschenkrüge (etruskische Vasen), die manan vielen Orten in und aus der Erde entdeckt hat, geben Zeugnis von dem Kunst-und Gewerbefleiß der Etrusker. Aber die drückende Aristokratenmacht, die demBürger- und Bauernstand Freiheit und Lebensmut raubte, bewirkte, daß das etrus-kische Kulturleben früh verwelkte und abstarb. Die Sabiner, Samniter und an-dere sab ellisch e Völkerschaften führten in ihren offenen oder wenig befestigten Orten«in einfaches mäßiges Leben. Sie liebten das Hirtenleben. den Ackerbau und denKrieg und achteten die Freiheit als ihr höchstes Gut. Von Zeit zu Zeit gelobtensie einen „heiligen Frühling", worauf alles junge Vieh geopfert oder von denGöttern gelöst wurde und die in dem Jahre geborene Jugend nach Ablauf einer Reihevon Jahren „gleich einem Bienenschwarm" auszog, um sich neue Wohnsitze zu er-kämpfen. Durch diese Sitte wurde der Übervölkerung des Landes gesteuert undder Volksstamm weiter ausgedehnt. Die Latiner wohnten in dreißig zu einemStaatenbund vereinigten Städten, worunter Albalonga der Vorort war. Beiihnenblühte Ackerbau und bürgerliche Freiheit, ihre Religion war aufNaturdienst gegründet und stand mit dem Landbau in Beziehung. Dahin gehörtder Saatengott Saturn und seine Gattin Ops, die aus der Erde fließende Fülleu. a. Auch Vesta, die ehrwürdige Göttin des Herdfeuers, deren reine, heiligeFlamme im runden Tempel am römischen Markte nie erlöschen durfte und von sechsJungfrauen (Vestalinnen) bewacht wurde, war bei den Latinern heimisch. Ineinem Hain aus dem Albaner-Berge hatten sie ihre Bundesversammlungen.

I. Rom unter der Herrschaft der Könige und Patrizier.

1. Die Zeit -er Könige (753—509).

8-93. Eine alte Sage berichtet, König Numrtor von Albalonga,ein Nachkomme des Trojaners AnSas (§. 37), sei von seinem Bruder Amu-lius des Thrones beraubt und seine Tochter Rhea Silvia unter die heiligenJungfrauen der Vesta geweiht worden, damit sie unvermählt und kinderlosbliebe. Als sie aber dem Kriegsgott Mars die Zwillinge Romulus undRemus geboren, hätte der harte Oheim Befehl gegeben, die Kinder am Tiber-ufer auszusetzen, wo sie jedoch von einer Wölfin gesäugt und von Hirten ge-sunden und erzogen worden seien. Durch einen Zufall von ihrer Herkunft undihres Großvaters Geschick unterrichtet, hätten sie dem Numitor den Thronvon Albalonga zurückgegeben und alsdann zum Andenken an ihre Rettungam linken Trberufer auf dem Berge Palatrnus die Stadt Rom angelegt,deren neugegründete Mauern aber mit dem Blute des Remus, den sein BruderRomulus im Streit erschlagen, befleckt worden seien. Nach der neuesten Auf-fassung hatte Rom einen ähnlichen Ursprung wie Athen (Z. 32), indem dreiselbständige Gaugenossenschaften latinischer und sabinischer Abkunft sich zueinem einzigen Gemeinwesen mit einer zur Wehr und zum Handelsverkehrgünstig gelegenen Hauptstadt vereinigten.