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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
Entstehung
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77
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8 - 94 . 95 . 96 .

6. Das Römerreich.

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8. 94. Als die kleine Stadt gegründet war, berichten Tradition undSage weiter, erklärte sie Romulus zu einem Schutzort (Asyl) für Landes- R-Eflüchtige und lockte dadurch Bewohner an. Da diese aber keine Frauen hattenund dre benachbarten Völker sich weigerten, ihre Töchter mit ihnen zu ver-mählen, so ordnete er Kampfspiele an und lud die Umwohner dazu ein. Alsnun aller Blicke auf die Kämpfenden gerichtet waren, stürzten auf ein vonRomulus gegebenes Zeichen die Römer plötzlich auf die Jungfrauen los undentführten sie nach ihrer Stadt. Durch diesen Raub der Sabinerinnengeriet die neue Kolonie mit den Sabinern in Krieg. Schon standen sich dieHeere gegenüber, als sich die geraubten Jungfrauen mit fliegenden Haaren undzerrissenen Gewändern zwischen die Bewaffneten stürzten und durch die Erklä-rung, daß sie das Schicksal der Römer teilen wollten, den Kampf beilegten.

Es kam ein Vertrag zustande, infolge dessen die auf dem kapitolinischenHügel wohnenden Sabiner mit den Latinern auf dem Palatinus zu einerGemeinde sich vereinigten und die Bestimmung getroffen ward, daß der sabi-nische König Titus Tatius gemeinschaftlich mit Romulus die Regierungführen und dann abwechselnd ein Latiner und Sabiner von dem Senat zumKönig gewählt und von der Volksgemeinde bestätigt werden sollte. EinigeZeit nachher wurde auch die auf dem Berg Cölius seßhafte Kolonie derEtrusker in die römische Stadtaemeinde aufgenommen. Romulus verschwandvon der Erde auf unbekannte Weise und wurde unter dem Namen Quirinusgöttlicher Verehrung teilhaftig. Die Bürger der Stadt führten fortan auchden Namen Quiriten neben dem der Römer.

8- 95. Auf den kriegerischen Romulus folgte nach einer Zwischenregierung(Interregnum) der weise Sabiner Numa Pompilius, der den jungen Staat AU-durch Gesetze und religiöse Einrichtungen ordnete, die Bewohner ver-edelte und bildete. Er gründete Heiligtümer und richtete das Religions-wesen ein; er vermehrte die Zahl der Priester und traf Bestimmungen überOpfer und Wahrsagungen. Dem doppelgesichtigen Janus, dem Gottalles Anfangs im Raum und in der Zeit, weihte er am Eingang des Markteseme Thorhalle, deren Thüren in Kriegszeiten offen, im Frieden geschlossenwaren. — Wie die Griechen ihre Gesetze durch Göttersprüche bestätigen ließen,so behauptete Numa Pompilius, seine religiösen Einrichtungen durch die Unter-weisungen der Nymphe Egeria, deren heiliger Hain südwärts von Rom lag,erhalten zu haben.

8- 96. Die beiden folgenden Könige, der Latiner Tullus Hostilius und LWzder Sabiner Ancus Marcius, erweiterten das Gebiet des kleinen Staatesdurch glückliche Kriege, so daß mit den drei erwähnten Hügeln noch vier andereverbunden und allmählich bevölkert wurden. Daher heißt Rom die Sieben-Hügelstadt. Unter Tullus Hostilius gerieten die Römer in einen Krieg mitAlbalonga. Als sich die Heere gerüstet gegenüberstanden, kam man überein,wan wolle das Schicksal der beiden verwandten Städte von dem Ausganybmes Zweikampfes abhängig machen. Man wählte dazu von jeder Seite dreiBrüder, die Horatier und Curiatier. Schon waren zwer der römischenKämpfer gefallen, als durch die List und Tapferkeit des dritten sich dennochder Sieg für die Römer entschied. Um den Kampf zu teilen, ergriff nämlichder noch unverwundete Horatier die Flucht, in der Hoffnung, die Gegner, diealle drei verwundet waren, würden ihm nachsetzen, jeoer in dem Maße, wieks seine Wunde ihm erlaube. Und so geschah es. Als er nach einiger ZeitZurückblickte, sah er sie in großen Zwischenräumen folgen, einen aber nichtferne von sich. Auf diesen rannte er mit Ungestüm los und erlegte ihn, ehedre beiden andern ihm zu Hilfe kommen konnten; dann eilte er zum zweiten.