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Geschichte der alten Welt.
§. 97. 93.
und als er auch diesen im siegreichen Kampfe überwältigt, war der Ausgangnicht mehr zweifelhaft. Der dritte, der vor Schwäche kaum den Schild mehrhalten konnte, vermochte dem siegesstarken Gegner nicht zu widerstehen. Erfiel und sein Tod entschied die Dienstbarkeit Albalongas. Die Stadt wurdebald nachher zerstört und die Einwohner großenteils nach Rom verpflanzt.Ebenso erging es unter Ancus Marcius einigen anderen Städten der Um-gegend. Die besiegten Bürger wurden in Rom angesiedelt, wo sie Wohnsitzeund ein kleines Eigentum erhielten, aber nicht die Rechte der Altbürger teilten.Diese letztem führten von dem an den Namen Patrizier, indes die neuenAnsiedler Plebejer genannt wurden. Sie waren persönlich frei und unter-schieden sich dadurch von den Klienten oder Schutzbefohlenen, welche unterder Hut der Patrizier standen und dem „Herrn" (Patron), der sie vor Gerichtvertrat, hold und gewärtig sein mußten. Im Lause der Zeit fielen die Klientenund alle nichtbürgerlichen Insassen größtenteils mit der Plebejergemeindezusammen. Den überwundenen Gemeinden, die man nicht nach Rom ver-pflanzte, wurde gewöhnlich ein Drittel ihrer Feldmark abgenommen und inrömische Bauerngüter umgefchaffen, wodurch das „Gemeinland" Romssehr zunahm. Ancus Marcius legte auch die Hafenstadt Ostia an der Mün-dung der Tiber an.
-MsUiZ- 8- 07. Die drei letzten Könige Tarquinius der Alte (Priscus), Serviusc»s Tullius und Tarquinius der Stolze (Superbus) gehörten, nach der histo-««o. rjschM Tradition, dem etruskischen Stamme an, wie auch aus ihren Bauwerkenund aus der Verpflanzung etruskischer Einrichtungen nach Rom hervorgeht. —Der ältere Tarquinius legte den Grund zu dem mächtigen Bau des Kapi-tolium, den sein Sohn Tarquinius Superbus in des Vaters Sinn vollendete.Der Bau bestand aus der Burg und dem herrlichen, den drei höchsten etrus-kischen Göttern Jupiter, Juno, Minerva geweihten Tempel. Ferner ließ dieserKönig zur Reinigung der Stadt die ungeheuern aus Quadern erbauten Kloaken(unterirdische Kanäle) anlegen und errichtete die Rennbahn (Circus Maxi-mus) und den großen Marktplatz (Forum). — Nach Tarquinius' Ermor-TMiüs düng durch die Söhne seines Vorgängers gelangte sein Schwiegersohn Servius-- «so. Tullius zur Regierung. Dieser traf zwei folgenreiche Einrichtungen. Zuerstordnete er die Plebejer der Stadt und Umgegend in 30 Tribus mit eigenenVorstehern und Versammlungen, sodann teilte er sämtliche Bewohner desStaats nach ihrem Vermögen (Census) in 5 Klassen und diese wiederin 193 Centurien behufs der Besteuerung, des Kriegsdienstes und der Ab-stimmung. Nach den 80 Centurien der ersten Klasse, welcher die Patrizierangehörten, stimmten die 18 Rittercenturien. Infolge dieser Einrichtungerhielten die Reicheren größere Macht, aber auch die Verpflichtung, als Schwer-bewaffnete auf eigene Kosten und ohne Sold den Kriegsdienst zu versehen, nebststärkerer Steuerbelastung. Eine sechste Klaffe, welche die Proletarier, d.h.diebesitzlose Menge der „Kindererzieler", umfaßte, war frei von Steuern und Kriegs-dienst, aber auch ohne Macht im Staatswesen. Durch diese Neuerungen, welcheeine allmähliche Verschmelzung der Plebejer mit den Patriziergeschlechtern herbei-führen und dem Königtume eine breitere Grundlage der Volksmacht s chaffen sollten,zog sich Servius Tullius den Haß der Patrizier zu, daher er mit deren Beihilfevon seinem Eidam Tarquinius Superbus ermordet wurde. Die Sagehat den Übergang der Gewalt von Servius Tullius aus Tarquinius Super-Lus tragisch und grausenhaft dargestellt. Bekannt ist, wie die Gemahlin des, Letzteren in der „Frevelgaffe"' über den Leichnam ihres eigenen ermordetenSL Vaters hinfuhr.
pAus H. 98. Tarquinius der Stolze erweiterte die Grenzen des Staats durch
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