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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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3.

8-104. 105. 106.

6. Das Römerreich.

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Stadt zum Thor hinaus; Mann und Weib, Alt und Jung schlössen sich demZuge an. Dieser Ernst brach den starren Sinn der Patrizier. Die Decemvirnwurden zur Abdankung bewogen; Appius Claudius tötete sichselbst im Kerker;EM anderer wurde hingerichtet; die übrigen büßten ihre Frevelthaten mitewiger Verbannung. Die Zwölftafelgesetze blieben jedoch in Wirksamkeit undwurden die Grundlage des römischen Rechts.

§. 104. 3. Bald darauf erlangten die Plebejer auch das Zugeständnis,daß beide Stände gültige Ehen mit einander eingehen dürften, ohne Verlustder Standesrechte für die Kinder; und zuletzt sprachen sie auch die Teil-nahme am Konsulat an. Aber dieser Anmutung widerstanden die Patrizieraus allen Kräften, und als endlich die Plebejer die Aushebung für den Kriegs-dienst hinderten, erklärten jene, daß sie lieber gar keine Konsuln mehr haben,als in die Zulassung der Plebejer willigen wollten. Hierauf vereinigte mansich dahin, daß von jedem der beiden Stände jährlich drei oder vier Militär-tribunen (Kriegsobersten) mit konsularischer Gewalt als Heerführer undoberste Beamten gewählt werden sollten. Diese Einrichtung bestand gegenhundert Jahre. Doch geschah es bisweilen, daß die Patrizier die Oberhanderlangten, dann wurden einige Jahre lang wieder Konsuln gewählt, oderman ließ die plebejischen Konsulartribunen beiseite. Als Ersatz für denVerlust errichteten die Patrizier das Amt der Censoren. Diese, zwei anZahl, hatten die Führung der Verzeichnisse, worin alle Römer nach Vermögenund Rang als Senatoren, Ritter und Bürger eingetragen waren, leitetenden Bau der Tempel, Straßen und Brücken und führten eine sittenrichter-liche Aufsicht, wobei sie moralische Vergehungen und Handlungen, „WiderZiemlichkeit und öffentliches Wohl" mit Entziehung der staatsbürgerlichenoder Standesrechte bedrohten.

v) Roms Einnahme durch die Gallier <389) und die Gesetze deSLieininS Stolo (366).

, §. 105. Während dieser innern Kämpfe fochten die römischen Heere sieg-nrch gegen die Feinde. Durch die Einrichtung, daß während oes Krieges dreBürger einen Sold erhielten, konnten die Truppen nunmehr länger im FeldeLeiben. Nachdem sie ihr Gebiet im Süden erweitert, wendeten sie ihre ganzeKraft gegen Etrurien und eroberten nach zehnjähriger Umlagerung unterEarnillus das feindliche Veji, dessen Einwohner teils erschlagen, teils inKnechtschaft geführt wurden. Seitdem war die Macht Etruriens gebrochen.Der stolze Heerführer, der durch einen prunkvollenSiegeseinzug(Triumph)und durch ungleiche Verteilung der Beute sich den Haß der Plebejer zugezogen,Mg, als ihn die Volkstribunen zur Verantwortung vorluden, freiwillig inme Verbannung und entzog dadurch dem Staate seinen Beistand in einemAugenblicke, wo er dessen am meisten benötigt war.

§. 106. Um diese Zeit nämlich setzten die Gallier aus den Pogegendenüber die Apenninen und belagerten die etruskische Stadt Clusium. Die Ein-wohner suchten Hilfe bei den Römern, die aber nur eine Gesandtschaft ab-Wckten, um eine Aussöhnung zu vermitteln. Als dieses nicht gelang, mischtenM die Gesandten in den Kampf und erschlugen einen gallischen Führer.Diese Verletzung des Völkerrechts setzte die Gallier in Wut. Sie ließen als-oald von Clusium ab, rückten in Eilmärschen auf Rom los und brachten demZwischen Heere am Flüßchen Allia eine so vollständige Niederlage bei, daßüch nur einige Flüchtlinge über die Tiber nach Veji retteten und daß man^en Schlachttag (18. Juli) in der Folge im römischen Kalender schwarzumzeichnete und als Büß- und Bettag beging. Rom selbst, das von den Weibern

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