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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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85
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8-108. 109. 110 .

0. Das Römerreich.

LL

II. Roms Heldenzeit.

1. Die Zeit der Zamniterkriege und die Kämpfe mit pyrrhus.

, §. 108. Nachdem die Römer in einigen siegreichen Gefechten mit den um-herstreifenden Schwärmen der Gallier ihre kriegerische Kraft geübt hatten,ivobei Titus Manlius (Torquatus) und M. Valerius (Corvus) sichdurch Heldenthaten auszeichneten, suchten sie die benachbarten Völkerschaftenunter ihre Herrschaft zu bringen. Unter diesen machten ihnen die kriegerischen,treiheitliebenden Samniter, die auf den Verghöhen der Apenninen wohnten,am meisten zu schaffen, die Römer hatten mit wenig Unterbrechung überfünfzig Jahre gegen dieselben zu kämpfen. Veranlassung zum Krieg gaben dieBewohner von Capua und der campanischen Ebene. Vor langen Jahren hattenuch samnitische Freibeuter der etruskischen Kolonie Capua bemächtigt, warenaber in dieser „Stadt der Lüste" schnell entartet. Als nun die kräftigen Sam-mter im Gebirge die verweichlichten Stammgenossen in der Ebene mit Kriegüberzogen, vermochten diese den feindlichen Angriffen nicht zu widerstehen undwendeten sich daher an Nom um Hilfe. Die Römer verweigerten anfangs denVerstand; als sich aber die Capuaner ganz unter ihren Schütz stellten und ihreHerrschaft anerkannten, zogen sie ins Feld und schlugen mit großer Tapferkeittue Feinde bei Cumä am Berge Gaurus. Ein zweites Heer der Samniter *«s.erlitt am Eingang in die caudinischen Pässe solche Verluste, daß man 40 000ihrer Schilde auf dem Schlachtfelde auflas.

8 - 109. Bald nachher sahen sich die Römer von ihren bisherigen Bundes-genossen, den Latinern, mit einem Krieg bedroht. Diese wollten Rom nichtlänger mehr als Bundesoberhaupt anerkennen, sondern verlangten vollkommeneGleichstellung und Teilnahme am Senat, Konsulat und allen Ämtern. Daschloffen die Römer, die auf diese Forderungen nicht eingehen wollten, eiligFrieden und Bündnis mit den Sammlern, um ihre Waffen gegen den näherenFemd zu kehren. Als sich die Heere am Vesuvius nahe standen, verbot derKorfful Manlius Torquatus jedes Einzelgesecht. Wider den Lagerbesehlwachte sein eigener tapferer Sohn einen Streifzug gegen die Feinde und be-fugte sie, wurde aber von dem strengen Vater wegen Ungehorsams zum Todeverurteilt. Die Krieger ehrten jedoch das Andenken des Helden durch einegroßartige Leichenfeier. Durch die Vaterlandsliebe des plebejischen KonsulsEccius Mus, der sich von einem Priester dem Tode weihen ließ und dann, inAn Weißes Gewand gehüllt, hoch zu Roß in den dichtesten Schwärm der Feindestürzte, entschied sich die Schlacht am Vesuv zum Vorteil der Römer, wor-auf die Latin er, sowie ihre Nachbarn, die Volsker, Äquer und Hernlker,unterworfen und in das Verhältnis römischer Bundesgenossen mit verschie-denem Rechte gestellt wurden. Als solche mußten sie in den römischen HeerenKriegsdienste leisten, durften sich aber selbst regieren. Die ehernen Schnäbel(rosti-g.) der in der volskischen Stadt Antium erbeuteten Schiffe zierten fortandu Rednerbühne des römischen Forums.

.8-110. Das Glück der Römer weckte die Eifersucht der Samniter. Grenz-streitigkeiten führten daher bald eine Erneuerung des Kriegs herbei, der an- » 27 .wugs für die Römer vorteilhaft war, bis das unvorsichtige Vordringen derKonsuln Veturius und Posthumius in die caudinischen Pässe das Heer inAue so verzweifelte Lage brachte, daß es sich dem feindlichen Führer Pontius, » 21 .wr es ringsum eingeschlossen hielt, ergeben und nach Ablieferung der WaffenWnipflich' durch das Joch stehen mußte. Aber den Vertrag, welchen die An-führer in der Not mit Pontius abgeschlossen, erklärte der römische Senat mitunredlicher Doppelzüngigkeit für ungültig und überlieferte die schuldigen Kon-