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0. Das Römerreich.
zum ersten Mal ausgesprochen, blieb fortan in steter Geltung. Die Weisheitund würdevolle Haltung des Senats, der den Gesandten des Pyrrhus wie „eineVersammlung von Königen" vorkam, die Bürgertuaend, Rechtschaffenheit undEinfachheit der römischen Heerführer Fabricius und Cm'ius Dentatns erreg-ten nicht minder die Bewunderung des Königs, der bisher nur die entartetegriechische Welt kannte, als der Heldenmut, die Tapferkeit und die Kriegskunstder Legionen. — Bald nachher wurde Pyrrhus von den Syrakusanern nachSicilren berufen, um ihnen gegen die Karthager beizustehen. Luft nach Aben-teuern und Eroberungen bestimmte ihn, dem Ruf zu folgen und mit den Kar-thagern zu kämpfen. Als er aber mit dem Plan umging, sich der schönen Inselzu bemächtigen, wurde er von den sicilischen Griechen zur Rückkehr gezwungen.
Er zog nun wieder nach Tarent, aber dem „Adler" waren die Schwingen ge-lähmt. Nicht lange nachher erlitt er durch die gestählte Kraft der Römer unterCuriusDentatus bei Maleventum (forthin B'encvcntum genannt) eine solche 27 ».Niederlage, daß er sich zum eiligen Abzug genötigt sah. Einige Jahre späterfiel Pyrrhus im dichten Kampfgewühl vor der Stadt Argos im Peloponnes 27 ,.durch einen Steinwurs, und um dieselbe Zeit wurde Tarent den Römern zins-pflichtig und verlor ferne Motte und einen Teil seiner Kunstschätze. Dem Fallvon Tarent folgte die Eroberung von ganz Unteritalien, wo insonderheit diegriechischen Staaten hart mitgenommen wurden. Die besiegten Völkerschaftenmußten teils als Bundesgenossen, teils als Unterthanen Roms Ober-hoheit anerkennen, und die entvölkerten Städte wurden durch Einbürgerungrömischer Kolonisten, denen die übrigen Bewohner untergeordnet waren,fester an Rom geknüpft. Schon jetzt galt die Tiberstadt als das Haupt Ita-liens; ihr Ruhm war bereits nach dem Morgenlande gedrungen, so daß derägyptische König Ptolemäus Philadelphus (ß. 89) durch eine glänzende Ge-sandtschaft um ein Bündnis nachsuchte.
2. Die Zeit -er panischen Kriege.
») Der erste panische Krieg <264—241).ß. 112. Auf der Nordküste von Afrika hatten vor Jahrhunderten phöni-zische Auswanderer die Handelsstadt Karthago gegründet (Z. 14), welche (»so.),durch den Unternehmungsgeist und die Klugheit der Bewohner bald zu Machtund Wohlstand gelangte. Die Karthager (Punier) trieben ausgedehntenHandel mit allen Ländern, die an das Mittelmeer grenzen, legten in Süd-Spanien, auf Sicilien u. a. O. tributzahlende Pflanzstädte an und gewan-nen solche Reichtümer, daß sie die Umgegend ihrer Stadt gartenartig anbautenund mit zahllosen prachtvollen Landhäusern schmückten. Aber bürgerlicheFreiheit, Geistesbildung und Adel der Gesinnung waren den Kartha-gern fremde Güter. Die Regierung und Rechtspflege befand sich in den Händeneiner gcldstolzen Aristokratie, Kunst und Litteratur wurden wenig geachtet,thr Neligionswesen war so roh, daß Menschenopfer dabei in Anwendungkamen, und ihre Falschheit und Arglist war so bekannt, daß „punisch e Treue"als sprichwörtliche Bezeichnung der Treulosigkeit und Hinterlist galt. — Langekämpften die Karthager mit den Syrakusanern um den Besitz der Insel Sl-cilien. Bald waren die Einen, bald die Andern im Vorteil. Als Dionysius, AsHWSohn eines armen Maultiertreibers, ein junger, tapferer Krieger, sich währenddieser Kämpfe der Alleinherrschaft in Syrakus bemächtigte und mit Hilfeeines Söldnerheeres eine tyrannische Gewaltherrschaft begründete, erlangtendie Karthager immer mehr Boden. Unter seinem Sohne. Dionysius dem^NNJüngeren, einem grausamen und wollüstigen Fürsten, setzte der korinthische