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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Geschichte der alten Welt.

8- 117.

dieses Stromes, die als eine griechische Kolonie von Zakynthos galt, ein Schutz-bündnis. Hasdrubal starb bald durch Mörderhand; an seine Stelle trat Ha-milkars fünfundzwanzigjähriger Sohn Hannibal, welcher mit der Klugheitseines Vorgängers die Kühnheit und das Feldherrntalent seines Vaters ver-band und als Knabe am väterlichen Altar den Römern ewigen Haß geschworenhatte. Nach einigen erfolgreichen Kämpfen mit spanischen Völkerschaften nahmHannibal einen Grenzstreit zum Vorwand, um Roms Bundesstadt Saguntzu belagern. Umsonst mahnten ihn römische Gesandte davon ab; er wies siean den Senat von Karthago, bedrängte aber unterdessen die Stadt so hart, daßer sie im achten Monat eroberte. Von den Einwohnern trugen die Entschlossen-sten ihre Habe auf dem Marktplatze zusammen, zündeten sie an und stürztensich in die Flammen; die übrigen starben entweder durch das Schwert derFeinde oder unter den Trümmern ihrer Häuser. Sagunt wurde in einenSchutthaufen verwandelt. Nun verlangte die römische Gesandtschaft in Kar-thago die Auslieferung des Feldherrn; als die Ratsversammlung unschlüssigzurückhielt, erklärte der Sprecher, Q. Fabius, daß er in seinem Busen Kriegund Frieden trage, sie möchten wählen; als sie laut den Krieg begehrten, öffneteer seine gefaltete Toga mit den Worten: „Da habt ihr den Krieg!" So be-gann der denkwürdige „Hannibalische Krieg", ein mächtiger Völkerkampf,durch welchen entschieden werden sollte, „ob in Europa die griechisch-römischeKultur des Abendlandes oder die phönizisch-semitische des Morgenlandes denBildungsgang der Menschheit bestimmen würde".

§. 117. Es war im Frühling des Jahres 218, als Hannibal über denEbro setzte, die Völkerschaften jener Gegend unterwarf und dann mit einemHeere von 90000 Mann zu Fuß, 12000 Reitern und 37 Elefanten über diePyrenäen in Gallien eindrang, während sein Bruder Hasdrubal mit einemgemischten Heer und einer ansehnlichen Flotte Spanien in Gehorsam hielt.Nachdem sich Hannibal den DurchmarschdurchSüdgallien und den Übergangüber die Rhone erstritten, trat er den ewig denkwürdigen Zug über die Alpen(wahrscheinlich den kleinen St. Bernhard) an. Unter steten Kämpfen mit denrauhen Alpenbewohnern überstiegen die Soldaten die mit Schnee und Eis be-deckten Berghöhen, ohne Weg und Obdach, über Felsenwände und Abgründeweg. Fast die Hälfte des Heeres und alles Zugvieh ging dabei zu Grunde.Aber die Verluste wurden bald ersetzt, als Hannibal nach einem vierzehntägigenZug in Oberitalien anlangte. Kaum war nämlich der Konsul CorneliusScipio in einem Reiterlrcffcn am Ticinus (Tesstn) besiegt und schwer ver-wundet, sein Mitkonsul, der unbesonnene Scmpronius, trotz der wunder-baren Tapferkeit seiner ermüdeten, hungrigen und durchnäßten Soldaten, inder übereilten Schlacht an der Trcbia gänzlich überwunden worden, so fielendie gallischen Völkerschaften auf beiden Seiten des Po dem Hannibal zu. Nacheiniger Rast in Ligurien setzte der karthagische Feldherr sodann auf einemhöchst beschwerlichen Marsche (wobei er ein Auge durch eine Entzündung ein-büßte) über die rauhen Apenninen und rückte auf grundlosen Wegen verhee-rend in Etrurien ein. Am trastmenischen See erreichte ihn der Konsul Fla-miuius, erlitt aber durch seine unüberlegte Raschheit eine vollständige Nieder-lage, wobei er selbst umkam und seine Krieger teils erschlagen wurden, teilsin dm Fluten des Seees ertranken. So heiß war der Kampf, daß ein Erd-beben, welches an dem nebeligen Schlachttage den Boden zerriß und den Ge-fallenen ein Grab öffnete, unbemerkt blieb. Nun stand dem Sieger der Wegnach Rom offen, aber der trotzige Mut der latinischen und italischen Bevölke-rung Mittelitaliens und das würdevolle Benehmen des Senats hielten den Kar-thager ab, mit seinen erschöpften Truppen in oas Herz des feindlichen Landes