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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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0. Das Römerreich.

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den eroberten Ländern, hatten aber dabei in der Regel mehr ihren eigenenVorteil als das Glück der Beherrschten im Auge. Als Generalpächter über-Nahmen die reicheren Mitglieder des Ritterstandes die Eintreioung derSteuern, Abgaben und Zölle um eine bestimmte, an die Staatskasse zu ent-richtende Summe und suchten dann durch die schamlosesten, von Zöllnern,Einnehmern und Unterpächtern geübten Erpressungen ihre Auslagen nnt demunermeßlichsten Gewinn wieder zu erlangen. Was die Beamten und Pächternoch übrig ließen, wußten hungrige Kaufleute und Wucherer an sich zu bringen,so daß wenige Jahrzehnte hinreichten, um den Wohlstand einer römischenProvinz zugrunde zu richten. Zwar bestand ein Gesetz, welches MißhandeltenVölkern das Recht gab, ihre Dränger nach abgelaufener Amtszeit zur Ruck-erstattung des Geraubten anzuklagen, da aber die Richter sämtlich der Aristo-kratie, dem Geld- oder Geschlechteradel angehörten, so gingen die Schuldigengewöhnlich frei aus oder wurden zum Schein um eine kleine Geldsumme ge-büßt oder auf kurze Zeit aus Rom verwiesen. Zuweilen versuchten einzelneProvinzen dieses drückende Joch abzuschütteln und mit Gewalt der Waffenihre Freiheit wieder zu erkämpfen. Das erste Beispiel einer solchen Erhebunggaben die Bewohner der pyrenäischen Halbinsel, vor allen die Lusitanier imheutigen Portugal unter dem tapfern Landmann Viriäthus und der spanischeHeldenstamm, dessen Hauptstadt Nnmanlia war. Der heldenmütige Viriäthus,der auch auf der Höhe des Lebens die schlichte Einfachheit bewahrte, erlag denMörderhänden einer Schar treuloser Verschwörer; die Numantiner dagegentrotzten fünf Jahre lang allen Angriffen der Römer und erzwängen von einemin Bergschluchten eingeschlossenen Konsul einen Friedensvertrag und Aner-kennung ihrer Unabhängigkeit. Aber der Senat bestätigte den Vertrag nichtund verfuhr wie bei Caudium (H. 110). Er ließ den wackern Konsularenseiner Ehrenzeichen entkleidet und mit aus den Rücken gebundenen Händen zuden feindlichen Vorposten führen, um durch das bekannte Gaukelwerk einerAuslieferung den Bruch des Vertrages zu verdecken, und gebot den Krieg mitneuer Anstrengung fortzusetzen. Dennoch blieb das tapfere Bergvolk ungebeugt.Erst als der jüngere,Scipio, der Eroberer Karthagos, an die Spitze des Heerestrat und die gewichene Kraft und Mannszucht ins Lager zurückführte, wurdeNumantia nach verzweiflungsvollem Kampfe durch Hunger zur Übergabegezwungen. Heldenmütig töteten sich die Bürger selbst, um den Hohn derSieger nicht ertragen zu müssen. Scipio (forthin auch „der Numantiner" zu-benannt) zerstörte die menschenleere Stadt, deren Trümmer noch jetzt als Denk-mal eines großartigen Freihcitskampses mahnend auf den Enkel niederschauen.

tz. 127. Der neue Geschlechteradel bekleidete nicht nur alle Amter undschloß ahnenlose Neulinge von den Ehrenstellen aus, sondern er besaß auchalles Ackerland, indem er sich wieder den Alleinbesitz des GemeinlandesZugeeignet und die kleinen Bauerhöse durch Kauf, Wucher, Ränke, ja selbstmit Gewalt an sich gebracht hatte. Dadurch Wurde die größte Ungleichheitdes Vermögens herbeigeführt. Der Stand der freien Ackerbauer, aus demRoms alte Kraft, Biederkeit und kriegerische Tugend beruhte, verschwandgänzlich, während die Vornehmen ungeheure Ländereien zu einem Ganzen ab-rundeten und ihre „Latifundien" durch Horden kriegsgefangener Sklaven be-bauen ließen. Scharen verarmter Landleute, die durch harte Gutsherren vonHausund Hos gejagt worden waren, durchzogen das Land, ein Bild des Elendsund Jammers. — Da trat der edle Bolkstribun Tiberius Gracchus (Sohnder Cornelia, des großen Scipio Asrikanus Tochter, und ihr Schmuck undStolz) als Beschützer der bedrängten Armut aus, indem er aus Erneuerung desLicinischen Ackergesetzes antrug (§. 107), so daß niemand über 500 Jugeren

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