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Das Römerreich.
Wandte und herrschsüchtige Enkel des Masinissa von Numidren, die LeidenSöhne seines Oheims, der ihn zum Miterben eingesetzt, bemächtigte sich ihrerStaaten, welche die Römer gewährleistet hatten, und brachte es durch Be-stechung der einflußreichsten Senatoren dahin, daß er im Besitz seines Raubesblieb und ungestört Frevel auf Frevel häufen durfte. Ja, als endlich der Un-wille des Volks den Senat nötigte, ein Heer nach Afrika zu schicken, gelang esdem numidischen König, durch Bestechung und Verführung eine solche Zucht-losigkeit und Erschlaffung bei den Truppen zu erzeugen, daß sie beim ersten An-griff überwunden wurden und durch das Joch gehen mußten. Diese Schmach er-regte die größte Erbitterung in Rom, so daß der Senat zu ernsteren Maßregelnschreiten mußte, um durch Bestrafung des übermütigen Frevlers das murrendeVolk zu beruhigen und das verletzte Rechtsgefühl zu sühnen. Er schickte daherden rechtschaffenen Metellus mit frischen Truppen nach Afrika. Dieser führtedie Kriegszucht im Heere zurück und stellte durch glückliche Kämpfe und Er-oberungen die römische Waffenehre wieder her. Allein das Volk war so sehrgegen die Aristokratie erbittert, daß es derselben um jeden Preis die Herrschaftzu entreißen beschloß. Dazu brauchte es einen kühnen Führer aus feiner Mitteund zu diesem erbot sich der ehrgeizige, herrschsüchtige C. Markus, ein Mannvon geringem Stande, der mit Tapferkeit, Feldherrntalent und rauher KriegS-tugend rohe Sitten, Haß gegen die Vornehmen, Verachtung ihrer Bildungund Verfeinerung verband und damals als Unterfeldherr in Metellus' Heerdiente. Beleidigt von dem Adelsstolz dieses Führers, begab sich Marius nachRom, wo er von der Volkspartei zum Konsul gewählt und unter kränkenderZurücksetzung des verdienten Metellus mit der Leitung und Beendigung desjugurthinischen Kriegs beauftragt ward. Dem thatkräftigen Marius und sei-nem durch strenge Mannszucht abgehärteten Heere vermochte Jugurtha mitall seiner Schlauheit und seinem erfinderischen Geiste nicht lange zu wider-stehen. Besiegt flüchtete er sich zu dem König Bocihus von Mauretanien,wurde aber von diesem treulosen und wankelmütigen Fürsten dem klugen,gewandten Unterseldherrn L. Cornelius Sulla ausgeliefert und im Triumphenach Rom geführt, wo der Sohn der Wüste im unterirdischen Stadtgefängnisam Kapital, dem „kühlen Badgemach", wie er es beim Eintreten nannte, denHungertod zu leiden hatte.
8-130. Cimbern und Teutonen. Noch hatte Marius den afrikanischenKrieg nicht beendigt, als die Cimbern und Teutonen an den Grenzen des rö-mischen Reichs erschienen. Es waren nordische Völker germanischer Abkunftvon riesenmäßiger Gestalt und Stärke, die mit Weib, Kind und aller Habeausgezogen waren, um neue Wohnsitze zu suchen. Sie waren m Turtelte undErsenpanzer gekleidet und trugen mannshohe Schilde nebst langen Schwerternand schweren Streitkolben. Sie schlugen zuerst bei der Stadt Noreja rm erz-reichen Kärnthen die Römer, welche die „Barbaren" mit List zu überfallengedachten, in einer blutigen Schlacht, durchzogen dann Gallien raubendund verwüstend, vernichteten innerhalb vier Jahren an der Rhone und an denhügeligen Ufern des Lemanischen (Genfer) Seees fünf konsularische Heere. Datrat Marius, den die Römer gegen das Gesetz immer wieder von neuem zumKonsul wählten, als Retter aus. Er hatte seine Heere mit handfesten Leutenaus allen Klassen und Völkerschaften Italiens verstärkt und sie durch Grabenund Hacken, durch Märsche und Schanzarbeiten und durch strenge Mannszuchtabgehärtet. Als nun der Völkerschwarm von einem Streifzuge aus Spanienzurückkam und an seinem festen Lager vorbei nach Oberitalien ziehen wollte,besiegte er bei Aquä Septiä (Aix in der Provence) die Teutonen in einermörderischen Schlacht. Unterdessen waren getrennt von ihnen die Cimbern
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