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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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103
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8 - 135 . 136 . 137 .

0. Das Römerreich.

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3. Die Irrten des Cuejus Pompejus und des M. Tuüius Cicero.

H. 135. Sullas Tod führte in den zerrütteten Staat die Ruhe nicht zu-rück. Die geächteten und verfolgten Marianer sammelten sich um den tapfernund rechtschaffenen Demokratenführer Sertorius und kämpften in Spanienurit Glück und Erfolg gegen die römischen Heere. Unterstützt von den einher-urischen Völkerschaften, deren Gunst sich der hochsinnige Mann zu erwerbenwußte, gingen sie mit dem Plane um, eine von Rom unabhängige Republik zugründen. Erst als Sertorius von seinen neidischen Genossen ber einem Gast-urahle ermordet worden war, gelang es dem kriegskundigen Pompejus, dersich als Jüngling an Sulla angeschlossen und nun als das Haupt der Aristo-kraten galt, die Aufständischen zu überwinden. Sein milder, versöhnlicherCharakter und sein freundliches, volkstümliches Wesen machten ihn zum glück-lichen Vermittler der feindlichen Richtungen. Halb Held, halb Abenteurer,wußte der unternehmende Feldherr durch sein ritterliches Wesen die Phantasiedes Volks und die Streitlust der Krieger zu wecken und zu beleben.

H. 136. Als Pompejus aus Spanien nach Italien zurückkehrte, traf erauf einen neuen Feind — die empörten Sklaven. Siebenzig Fechtersklaven ",(Gladiatoren) entflohen in Capua der Geißel ihres Zuchtmeisters, erbrachendie Sklavenkerker in llnteritalien und riefen zum Freiheitskampfe auf. Inkurzem war ihre Zahl auf 50000 angewachsen. An ihrer Spitze stand derkühne Thracier Spartakus. Anfangs hatten sie die Absicht, in ihre Heimatzurückziehen; nachdem sie aber zwei römische Heere, die ihnen den Weg ver-traten, besiegt hatten, wurden sie mit der Hoffnung erfüllt, die römische Herr-schaft stürzen und sich für die Mißhandlungen rächen zu können. Groß wardie Gefahr der Römer. Aber Mangel an Kriegszucht und Eintracht führteeine Trennung der Sklaven und planlose Streifzüge herbei, wodurch es demKonsul M- Crassus glückte, die schlechtbewaffneten Scharen am BergwaldeSila abzuschließen und einzeln zu besiegen. Zwar gelang es dem Führer selbstmit einem Teil des Heeres nach Lucamen durchzubrechen; aber die blutigeSchlacht am Muffe Srlärus (Sele), in welcher Spartacus nach heldenmütigemKampfe fiel, brach ihre Macht auf immer. Alle Gefangenen starben eines mar-tervollen Todes; einzelne zersprengte Überreste retteten sich nach Oberitalien,wo sie von Pompejus vollends vernichtet wurden. Die Konsulwürde für dasnächste Jahr war der Lohn der beiden Sieger, die durch freigebige SpendenWetteifernd um die Gunst des Volkes buhlten. ^ ...

tz. 137. Mehr noch als in diesen Kämpfen verherrlichte Pomp-Ms semenNamen in Asien, wo er den Seeräuberkrieg und den zweiten MltliridattschenKrieg zu Ende führte. In den unfruchtbaren Gebirgsländern des südlichenKleinasiens wohnten kühne Freibeuter, die das ganze Mittelmeer durch See-räuberei beunruhigten, Inseln und Küsten mit Raub und Verwüstung heim-suchten, vornehme Römer als Gefangene fortschleppten, um hohes Lösegeld zuerpressen, und Handel und Wandel störten. Da erhielt Pompejus durch dasGabinische Gesetz eine Küsten- und Scediktatur über alle Meere, Inseln «r.und Küstenländer mit der unbeschränktesten Vollmacht. Mit Truppen undSchiffen aufs beste ausgerüstet, säuberte er in drei Monaten das ganze Mittel-Meer von den Seeräubern, eroberte in ihrem eigenen Lande die festen Burgenund Städte und siedelte die Gefangenen m der cilicischen Stadt Soli an, diefortan den Namen Pompejopölis führte. Kaum hatte Pompejus durch Ver-nichtung dieses Piratenwesens Roms Seeherrschaft aufs neue befestigt, so er-langte er durch das Manilische Gesetz auch den Oberbefehl im zweiten Mi-thrrdatischen Krieg.