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Geschichte der alten Welt Z. 138.13S.
Z. 133. Mittlerweile hatte nämlich Mithridates, ermuntert durch !Roms innere Zerrüttung, seine früheren Eroberungs- und Befreiungsplänewieder aufgenommen. Er belagerte bereits die reiche, den Römern befreundeteJnselstadt Kyzlkus, als ihn Lucullus angriff und ihm eine solche Niederlagebeibrachte, daß er eilig in sein Königreich Pontus zurückkehrte, und, als auchdieses dem Sieger zufiel, Schutz und Hilfe bei seinem Schwiegersöhne Tigrä-nes. König von Armenien, suchte. Lucullus schlug jedoch auch die ungeheure !Kriegsmacht mit den eisenbedeckten Lanzenreitern des armenischen Königs bei !dessen prachtvoller Hauptstadt Tigranocerta mit einer Truppenzahl, diedem Großkönig vorkam, als sei sie zur Gesandtschaft zu viel, zum Heer zuwenig, und traf schon Anstalten, das ganze Reich zu unterwerfen und die rö-mischen Adler in das ferne Parthien zu tragen, als die Legionen, unwilligüber die Kriegsbeschwerden und von übelwollenden verführt, dem Feldherrnden Gehorsam versagten. Lucullus kehrte hierauf zu seinen Reichtümern undLustgärten zurück, während Pompejus den Oberbefehl über das axmenisch-pon-tische Heer mit seinen übrigen Würden verband. Er besiegte Mithridates,der neue Streitkräfte an sich gezogen, in einer nächtlichen Schlacht am Euphrat,brachte den armenischen König zur Unterwerfung und Huldigung, bezwäng diekriegerischen Völkerschaften des schluchtenreichen Kaukasus und machte dannder Herrschaft der Seleuciden in Syrien ein Ende (ß. 89). Mithrida-tes, seiner meisten Länder beraubt und im Kampfe mit seinem eigenen SohnPharnäces von seinen Soldaten verlassen und von seinen gedrückten Unter-thanen verraten, nahm Gift und gab auch seinen Frauen und Töchtern davon.
Bei den letzteren wirkte es sogleich, aber seine eigene abgehärtete Natur wider-stand demselben so lange, bis einer der galatischen Leibwächter dem zögernden ITod zu Hilfe kam. Em lorbeerbekränzter Bote meldete dem römischen Feld-herrn im Lager vor Jericho den Untergang seines größten Feindes. NachdemPompejus die eroberten Länder in Asten eigenmächtig geordnet, so daß dasrömischeReich um dreiProvinzen vergrößert und einige entlegenere Län-der zinspflichtigen Königen unter Roms Oberhoheit übergeben wurden, kehrteer nach der Hauptstadt zurück, wo er einen zweitägigen prunkvollen Einzughielt und die Staatskasse mit unermeßlichen Reichtümern füllte.
tz. t39. Kurz vorher hatte sich Pompejus'Freund und GesinnungsgenosseM. Tuüius Cicero den Ehrennamen eines Vaters des Vaterlandes ver-dient. Cicero, in einer Landstadt von bürgerlichen Eltern geboren, hatte sichdurch seine Talente, feine Thätigkeit und sein unbescholtenes Leben so ausge-zeichnet, daß er, obwohl ein Unadeliger (doino novus), das Konsulat erlangte.
Er hatte in Athen und Rhodus sich mit solchem Eifer und Erfolg den Wissen-schaften der Griechen, besonders der Beredsamkeit und Philosophie, ge-widmet, daß er als Staatsmann und Redner mit Demosthenes verglichenwerden konnte; über Redekunst und Philosophie hat er berühmte Werkeverfaßt. Wenn auch eitel, ruhmredig und von schwachem Charakter, besaß erdoch Bürgertugend. Vaterlandsliebe und großes Rechtsgefühl. Unter seinemKonsulat bildete Catilina, ein Mann von vornehmer Herkunft, aber beflecktdurch ein lastervolles Leben und gedrückt von Schulden, mit einigen andern ver-wegenen Römern eine Verschwörung, deren Zweck war, die Konsuln zu ermor-den, Rom anzuzünden, die Verfassung umzustürzen, in der Verwirrungsichmit Hilfe der Sullanischen Soldaten und des Pöbels der Herrschaft zu bemäch-tigen und eine Militärdiktatur zu errichten. Aber der wachsame Konsul Cicerovereitelte das frevelhafte Unternehmen. Durch seine vier Reden gegen Ca-tilina entlarvte er den verwegenen Verbrecher im Senat und brachte ihn zurFlucht nach Etrurien, wo er in einem Felsenthale bei Pistoria im mutvollen