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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Geschichte der alten Welt. §. 142.

Sequ änern Wider den benachbarten Volksstamm der Äduer zu Hilfe He»rufen, sich mit seinen abgehärteten Kriegern in dem östlichen Gallien häuslichniedergelassen hatte und beide Völkerschaften mit harter Botmäßigkeit drückte,i?. und nötigte ihn nach einer siegreichen Schlacht in der Rheinebene, mit dem Resteseines geschlagenen Heeres sein überrheinisches Vaterland wieder aufzusuchen,wo er bald nachher an seinen Wunden starb. Nachdem Cäsar auch noch dieBelgier, die tapfern Nervier an der Sambre und andere gallische Völker-Ls- schaften überwunden hatte, setzte er zweimal über den Rhein, um die kriegerischenBewohner des rauhen, waldigen Germaniens zu schrecken und von feindlichenAngriffen auf Gallien abzuhalten. Diesem Unternehmen verdanken wir dieerste kurze Beschreibung unseres Vaterlandes in Cäsars „Denkwürdigkeiten- üoer den gallischen Krieg". Doch gedachte der römische Feldherr weder inbs. »i. Deutschland noch in Britannien, an dessen Küste er gleichfalls zweimal lan-dete, bleibende Eroberungen zu machen. Er wollte den Einwohnern zeigen, daßder Arm Roms auch über den Rhein und Kanal reiche. Nach einigen Gefechtenmit den in Tierfelle gekleideten celtischen Einwohnern des britischen Insel-landes segelte er zurück, um die gallischen Völker vollends zu unterwerfen.Denn diese, von unruhiger und wankelmütiger Natur, fielen immer wieder abö" und griffen zu den Waffen, wenn Cäsar anderwärts beschäftigt war. Erst alser den letzten allgemeinen Ausstand bei Alesia in Burgund bewältigt hatte, ge-lang es ihm, das Land bis zum Rheinstrom allmählich zu unterwerfen und ineine Provinz des römischen Weltreichs umzuwandeln. Der letzte ritterliche An-führer, Vercingetörix, wurde im Triumph durch die Gaffen der Weltstadt ge-führt und dann am Fuße des Kapitols enthauptet. Die keltische Druidenreligionmit ihren düstern Menschenopfern erlag dem griechisch-römischen Götterdienst.

Z. 142. Der zweite Bürgerkrieg (49—48). Indessen war in Rom dieParteiwut aufs höchste gestiegen und Raub und Mord an der Tagesordnung.Mächtige Führer kämpften m den Straßen und Wahlplätzen mit Scharenbewaffneten Gefolges Wider einander, und der verwegene Clodius wurde vonCiceros Freund Milo auf der appischen Straße ermordet. Bestechung wardmit unerhörter Schamlosigkeit geübt. Bei solcher Lage der Dinge hielten esder Senat und die Alt-Republikaner für das Geratenste, sich ganz anvs-so. Pompejus anzuschließen und das Konsulat zu seiner Verfügung zu stellen.Diese große Macht benutzte Pompejus zum Nachteil Cäsars, auf dessen Krieas-ruhm er neidisch war. Auf sein Zuthun erging nach Beendigung des gallischenKriegs vom Senat an Cäsar das Gebot, seinen Oberbefehl niederzulegen undseine Truppen zu entlassen. Zwei Volkstribunen, Curio und Antonius,die gegen diesen Beschluß ankämpften und verlangten, daß auch Pompejusseiner Gewalt entsage, wurden verjagt; sie flohen in Cäsars Lager und forder-ten ihn auf, als Beschützer der verletzten Volksrechte aufzutreten. Nach einigemBedenken setzte hierauf Cäsar über den Grenzfluß Rubico, womit, wie erselbst gestand, „der Würfel gefallen war", und rückte auf Rom los. Pom-pejus, zu spät aus seiner Unthätigkeit und sorglosen Zuversicht aufgeschreckt,wagte es nicht, ihn in der Hauptstadt zu erwarten; er erlte mit seinen wenigenTruppen und einem großen Gefolge von Senatoren und Aristokraten nachBrundusium und, als sich der Sieger dieser Stadt näherte, über das ionischeMeer nach Epirus. Cäsar verfolgte ihn nicht, sondern zog zurück nach Rom,Wo er sich des Staatsschatzes bemächtigte, und begab sich dann nach Spanien.Hier trieb er nach der unentschiedenen Schlacht bei Jlerda (zwischen Pyre-näen und Ebro) die Heere seines Gegners durch sein überlegenes Feldherrn-talent so sehr in die Enge, daß sie einen Vertrag schloffen, infolge dessen dieAnführer und Offiziere entlassen wurden, während oie Gemeinen großenteilszu dem Sieger übergingen. Nachdem Cäsar auf dem Rückweg noch die Handels-