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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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8-143. 144. 0. Das Römerreich.

stadt Massilia, die aus alter Anhänglichkeit an Pompejus dm Cäsarianerndie Thore verschlossen hatte, nach harter Belagerung zur Unterwerfung ge-bracht und an Gut und Freiheit schwer gezüchtigt hatte, zog er wieder nachRom, ließ sich zum Diktator und für das folgende Jahr zum Konsul wählenund traf mehrere wohlthätige Einrichtungen. Dann setzte er über das ionischeMeer, um dem Pompejus dre Spitze zu bieten. Bald ereignete sich in Thessa-liens Ebenen die entscheidende Schlacht von Pharsalus, wo Cäsars kämpf- ab-gelebte Truppen einen glänzenden Sieg über das mehr als doppelt so starkefeindliche Heer davon trugen. Mit wenigen Getreuen floh Pompejus überKleinasien nach Ägypten, fand aber hier statt gastlicher Aufnahme Tod durchMeuchelmord. Ptolernäus, in der Hoffnung, Cäsars Gunst zu erlangen, ließden besiegten Pompejus bei seiner Landung in Pelusium töten und den Leich-nam unbeerdigt ans Ufer werfen.

. 8. 143. Cäsars Siegeslauf. Bald nachher traf Cäsar ebenfalls in

Ägypten ein. Er vergoß Thränen des Mitleids über Pompejus' Ausgang und ^versagte dem Urheber des Mordes die gehoffte Belohnung. Als er nämlichzum Schiedsrichter in dem Thronstreit zwischen Ptolemäus und dessen schöner .,Schwester Kleopätra erwählt ward, entschied er zu Gunsten der letztern, ge-riet aber dadurch mit dem König und dem ägyptischen Volke in einen Krieg, 'der ihn neun Monate lang in Alexandria festhielt und in große Gefahr brachte. ^' Sv'Als die Königsburg, wo er sich mit wunderbarer Kunst verteidigte, samteinem Teil der herrlichen Bücherschätze in Flammen aufging, machte er dienahe Insel Pharus zu seiner Schutzwehr. Erst als ihm neue Truppensendungen -zugekommen und Ptolemäus nach einem unglücklichen Treffen im Nil ertrunken "war, konnte er die Verwaltung von Ägypten der Kleopatra (deren Reize ihn^ >gefesselt) übergeben und zu neuen Kämpfen ausziehen. Der schnelle Sieg,welchen er durch den Schrecken seines Namens über Pharnäces, des Mithin- ^ .>'dates Sohn, davon trug, ist durch die merkwürdige briefliche Nachricht darüber: '

ich kam, sah, siegte (vaui, vicki, viei), verewigt worden. Nach einem kurzenAufenthalt in Rom setzte er nach Afrika über, wo die Freunde der republika-Nischen Verfassung und die Anhänger des Pompejus mit großer Heeresmachtstanden. Hier gewann Cäsar die blutige Schlacht von Thäpsus, durch welchealle Hoffnungen der „Republikaner vernichtet wurden. Tausende deckten dieWahlstatt; von den Überlebenden töteten sich viele mit eigner Hand, darunterder hochherzige Cato, der sieb in Utlca mit ruhiger Fassung den Tod gab,treu den Grundsätzen, die er im Leben ehrlich und mutig bekannt. Ein pracht-voller viertägiger Triumph erwartete den Sieger nach seiner Rückkehr in Rom,das er jedoch bald wieder verließ, um seine letzten Feinde, die sich um dieSöhne des Pompejus geschart, in Spanien anzugreifen. In der furchtbarenSchlacht bei Munda, wo alle mit dem Mute der Verzweiflung stritten und «z.Cäsars Glück und Leben in der höchsten Gefahr schwebte, wurden die letztenReste der Pompejaner und Republikaner vernichtet. Der eine der Söhnelvurde auf der Flucht getötet, der überlebende führte fortan ein Seeräuber-dasein,bis er zehn Jahre später durch Mörderhand starb.

8.144. Cäsars Ausgang. Nunmehr kehrte Cäsar als Herr und Ge-zeter des römischen Reichs nach der Hauptstadt zurück, wo er als „Vatervfs Vaterlands" begrüßt und auf Lebenszeit zum Diktator erwählt wurde.

Ir suchte Soldaten und Volk durch Freigebigkeit und die Vornehmen durchAmter zu gewinnen; er beförderte Handel und Ackerbau, verschönerte die Stadt. durch Tempel, Theater und freie Plätze, schützte die Provinzen gegen den DruckBeamten, verbesserte den Kalender und traf allerlei gute und nützlicheEinrichtungen: — aber sein sichtbares Streben nach dem Titel und der