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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Geschichte der alten Welt.

§. 145. 148.

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Würde eines Alleinherrschers, sein zunehmender Stolz, seine Miß-achtung gegen den Senat und die republikanischen Formen trieben einige schwär-merische Freiheitsfreunde zur Verschwörung. Sein Günstling und SchmeichlerM. Antonius bot dem „Imperator" bei einem Feste die königliche Kopfbindean, und trotz des erkünstelten Unwillens, womit Cäsar sie zurückstieß, erkannteman doch sein inneres Wohlgefallen und die Ziele seiner Partei. An der Spitzeder Verschworenen stand der'hochsinnige, für Freiheit begeisterte M. JuniusBrutus, Cäsars Freund, und der strenge Republikaner Casus Cassius. AllerWarnungen ungeachtet hielt Cäsar an den Jdus des Märzes (15.) in derHalle des Pompe^us eine Senatssitzung. Hier fiel er von dreiundzwanzigDolchstichen durchbohrt mit dem Ausruf: „Auch du, Brutus!" entseelt belder Bildsäule seines ehemaligen Gegners nieder, nachdem er sich sorgfältig indie Toga gehüllt, um mit Würde und Anstand zu fallen.

5. Die letzten Jahre der Republik.

Z. 145. Bald zeigte sich, daß die Idee der Freiheit nur noch in denKöpfen einiger Gebildeten lebte, im Herzen des Volkes aber erloschen war.Die anfängliche Begeisterung für die neu errungene Freiheit ging schnell inHaß und Schmähungen gegen die Mörder des Diktators über, als M. An-tonius bei Cäsars Leichenbegängnis in einer kunstreichen Rede dessen Ver-dienste und Vorzüge hervorhob, eine Menge wirklicher oder angeblicher Ver-mächtnisse und volkstümlicher Bestimmungen aus dem Testamente des Ge-mordeten vorbrachte und den Armen Geschenke austeilen ließ. Dagegen warder Senat größtenteils für die Verschworenen und verlieh etlichen derselbenProvinzen zur Verwaltung, und als sich Antonius einer dieser Provinzen mitGewalt bemächtigen wollte, bewirkte Cicero durch seine „philippischeuReden", daß der Senat denselben für einen Feind des Vaterlandes er-klärte. Antonius erlag im Kampfe vor Mutlna (Modena) und floh zu demStatthalter des jenseitigen Galliens, Lepldus. Nun erwies der Senat denverschworenen Republikanern offen seine Gunst und beleidigte zugleich denneunzehnjährigen Schwesterenkel Cäsars, Octavius, welcher als Erbe vondessen Namen (Cäsar Octavianus, nachmals Augustus) dre alten Soldatenaus seiner Seite hatte. Daher pflanzte Octavianus die Fahne der Cäsari-schen Blutrache auf und schloß auf einer kleinen Insel des Flüßchens Rhenusunweit Bologna mit Antonius und Lepidus das zweite Triumvirat, bleueÄchtungen (Proskriptionen) ergingen, die besonders dem Senatoren- undRitterstande verderblich wurden. Die angesehensten und verdientesten Männerfielen unter den Streichen der Mörder; die innigsten Verhältnisse, welche Ver-wandtschaft, Freundschaft und Pietät geknüpft, wurden zerrissen. Unter denSchlachtopsern des Antonius befand sich auch Cicero, der auf der Fluchtermordet wurde. Sein Haupt und seine rechte Hand wurden auf der Redner-bühne aufgepflanzt.

8-146. Nachdem die Machthaber in Italien ihre Rache gestillt, zogen siegegen die Republikaner, die sich um Brutus und Cassius geschart und ihrHeerlager in Macedonien aufgeschlagen hatten. Hier wurde in der Ebenevon Plfilippi die entscheidende Doppclschlacht geliefert, in welcher Cassiusdem Antonius weichen mußte, indes Brutus Octavmns Legionen zurückdrängte.Als sich aber Cassius, durch falsche Kunde getäuscht, in sein Schwert stürzteund die Triumvirn zwanzig Tage später mit vereinten Kräften die Schlachterneuerten, erlag auch Brutus, „der letzte Römer", und fiel ebenfalls durcheigene Hand. Seine Gemahlin Porcia, Catos Tochter, tötete sich durch glü-hende Kohlen, und viele freiheitlich ende Streiter gaben sich selbst den Tod