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0. Das Römerreich.
so daß Philipp: das Grab der Republik ward. Fortan wurde um Herrschaft'nicht mehr um Freiheit gestritten. Die Sieger teilten sich in das römischeReich, so daß Antonius das Morgenland, Octavian das Abendland wählte.Der schwache Lepidus, der anfangs die Provinz Afrika besaß, aber nie vielGeltung hatte, wurde bald seines Anteils beraubt.
§. 147. Während aber der wollüstige Antonius an „GriechenlandsWeihrauch" und „Asiens Lüsten" sich ergötzte, und an Kleopatras Hof inAlexandrien ein schwelgerisches Leben führte, gewann der kluge Octavianusund sein hochsinniger Mottensichrer Agrippa das römische Volk durch frei-gebige Spenden und Spiele, belohnte die Soldaten durch Ackerverteilungenund hielt Heer und Flotte in Übung. Der Versuch der Fulvia, des Antomusleidenschaftlicher Gattin, diese Ackerverteilungen zu hindern, endete im Kriegvon Perusia mit der Niederlage ihrer Partei und mit dem Untergänge dieseralten Etruskerstadt. Als endlich Antonius, der mehrmals mit Octavian ent-zweit und kampfbereit sich immer wieder mit demselben versöhnt hatte, durcheinen unglücklichen Zug gegen die Parther römische Ehre und römisches Blutvergeudete, sich mit Kleopatra, einer fremden Königin, vermählte und anihre Söhne römische Provinzen als Königreiche verschenkte, da beraubte dervon Octavian geleitete Senat den Triumvrr aller feiner Würden und erklärtean Kleopatra den Krieg. Abendland und Morgenland rüsteten Wider einander.Allein die Seeschlacht bei Actium entschied, trotz der ägyptischen Übermacht,zu Gunsten Octavians. Antonius und Kleopatra flohen. Als aber der Siegersich den Thoren Alexandriens näherte, stürzte sich der erstere in sein Schwert,und Kleopatra, da sie merkte, daß ihre Reize bei dem neuen Machthaberwirkungslos seien, und dieser die Absicht hege, sie zur Verherrlichung seinesTriumphes nach Rom zu führen, tötete sich durch das Gift zweier Nattern.Ägypten wurde die erste Provinz des römischen Kaiserreichs.
IV. Das römische Kaiserreich.
1. Die Zeiten des Cäsar Octavianus Ängnstus.
§. 148. Die blutigen Bürgerkriege hatten alle tüchtigen und freiheits-liebenden Männer dahingerafft; die noch übrige Masse verlangte nur Brotund Spiele, vergaß über den Genüssen des Augenblicks Freiheit undBürgertugend. Daher siel es dem klugen Octavian, der fortan den ihm vomSenat uno Volk beigelegten Ehrennamen „der Geweihte", Augustus, führte,nicht schwer, die römische Republik in eine Monarchie umzuwandeln; dochgab er dabei den Vorurteilen der Römer in so weit nach, daß er sich nicht»König" oder „Herr" (Despot) nannte, sondern die republikanischen Namenund Formen und die Benennung Cäsar (daher Kaiser) beibehielt, sich aberallmählich alle Ämter und Gewalten vom Senat und Volk übertragen undvon Zeit zu Zeit erneuern ließ. Als oberster Heerführer (Imperator) hatteer den Oberbefehl über die gesamte Militärmacht und die Bestimmung überKrieg und Frieden. Als Fürst (Prinzeps) war er Vorsteher des Senats undStaatsrat, oberster Leiter der Gesetzgebung und des Gerichts-wesens; als Inhaber der Tribunengewalt mit der Vollmacht, seineübrigen Kollegen selbst zu wählen, war er Vertreter des Volks, daher auch dieVolksversammlungen immer seltener und machtloser wurden; als Aufseheroer Sitten und Oberpriester hatte er das Privatleben, sowie Religionund Kultus unter seiner Aussicht; als ständiger Konsul und Prokonsulmn der Befugnis, Stellvertreter und Amtsgenossen zur Wahl vorzuschlagenoder selbst zu wählen, leitete er die Verwaltung Roms und der Provinzen,
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so.
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Vor bis 44nach Chr.