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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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113
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6. Das Römerreich.

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genossmschaften aufgenommen, hier die Gesetze aufgestellt, Welche ber den Gericht-vder Malstätten in Anwendung kamen. — Um einzelne durch Rang oder Tapfer-keit ausgezeichnete Kriegshelden scharten sich freie Gefolgschaften, die untreuenins Feld zogen und an der Beute teilnahmen. Solche Waffenbrüderschaften, aufgegenseitige Treue gegründet, galten für die innigste und festeste Verbindung. Metäußern Vorzügen, als da find hohe Gestalt, Körperschönheit, Stärke und Tapferkeit,verbanden die Germanen Reinheit der Sitten, Gastfreiheit, Treue und Redlichkeit.Verehrung der Frauen und Heilighaltung der Ehe. Von Lastern wird nur Hang zuTrunk und Spiel erwähnt. Gute Sitten, versichert Tacitus, vermochten bei chnenmehr als anderwärts gute Gesetze. Sie liebten Dichtung und Gesang und pflanztenihre Lieder, wobei bald gleichlautende Anfangskonsonanten (Alliteration), baldGleichklang der Vokale (Assonanz) in Anwendung kamen, mündlich fort; doch be-saßen sie auch eine aus Buchstaben (Runen) bestehende Schrift. Wenn sie in dieSchlacht zogen, pflegten sie rauhe Kriegslieder zu fingen, teils um sich selbst zu er-mutigen, teils um die Feinde zu schrecken. Einen besondern Sänger- oder Dichter-stand, Barden genannt, besaßen nur die Celten, nicht die Germanen. Ihre Götterverehrten sie nicht in Tempeln, sondern in dunkeln Wäldern und unter heiligenBäumen. Wodan oder Odin, das Urbild der wirkenden Heldenkraft, war ihrhöchster Gott und Allvater, die zwölf Asen unterstützten ihn in der Weltrcgierung.Wodans Gemahlin war Frigg oder Freia, die Vorsteherin der Ehen (daher Frei-tag); seine Söhne Thorr (Donnerer, daher Donnerstag) und Tiu der Kriegsgott(daher Dienstag), Bald er der reine Lichtgott u. a. Der Tod im Felde galt denDeutschen als der ehrenvollste; die gefallenen Helden erwartete ein freudenreichesLeben in Walhalla, während die unblutig Gestorbenen nach ihrem Glauben eintrauriges Schattenleben in Helas Reich führten. Menschenopfer, wozu manVerbrecher, Kriegsgefangene und Sklaven gebrauchte, waren nicht selten.

3. Die Kaiser des jütischen Hauses.

ß. 153. Häusliches Unglück trübte Augustus Lebenslage. Die hoffnungs-vollen Söhne feiner mit Agrippa vermählten Tochter Julia starben in derJugend; Julia selbst verursachte durch ihren unsittlichen Wandel dem Vatergroßes Herzeleid, so daß er sie zuletzt verbannte. So kam das Reich an des Augu-stus adoptirten Stiefsohn, den staatsklugen, aber menschenfeindlichen Tiberius,durch die Ränke der herrfchfüchtigen Livia, des Kaisers dritter Gemahlin.Im Anfang feiner Regierung nahm sich Tiberius die Politik des Augustus zumVorbild, indem er die herkömmlichen Staatsformen bestehen ließ und die über-lieferten Vorstellungen der Römer schonte; aber aus dem Geschichtswerke desTacitus erfahren wir, wie die anfängliche Milde des heuchlerischen Fürstenbald der Neigung zum Despotismus wich, besonders als fein schlauer undlasterhafter Günstling Sejcmus ihm zur Gründung einer Militärdespotiebehilflich war. Er riet ihm nämlich, die Leibwache der Priitonaner, die bis-her in mehreren Quartieren der Stadt zerstreut war, in einem festen Stand-lager vor Rom zu vereinigen. Dort wurden sie bald die Dränger des Volks,ivelche Kaiser ein- und absetzten und eine drückende Soldatenherrschaft einführ-ten. Nunmehr hörten die Volksversammlungen aus, und der feige Senatmnk zu einem bloßen Werkzeug des Monarchen herab. Die schrecklichen Maje-stätsgerechte, die über Hochverrat erkannten, waren ein Mittel, jeden gesin-nungsvollen Mann zu verderben, indem sie nicht bloß wegen Thaten, sondernselbst wegen Reden und Kundgebung republikanischer Gesinnungen an Freiheit,Gut, sogar am Leben straften. Bezahlte Spione untergruben Treue undGlauben im Volk und vernichteten durch Schrecken jeden Funken von Freiheit.Germaniens starb im Orient eines plötzlichen Todes, wie man glaubte an Gift,

Weber, N. Weltgeschichte. 8

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TiberiuS

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