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8- 156. 157. 158. o. Das Römerreich.
Welche der republikanisch gesinnte Dichter Lucanus (dessen Heldengedicht..Pharsalia" noch altrömischen Geist atmet) verflochten war, wurde von demKaiser benutzt, um nicht nur diesen, sondern auch dessen Oheim, den stoischenPhilosophen Seneca, seinen eigenen Lehrer, zu verderben. Seneca öffnetesich selbst die Adern. Von Höflingen und Buhldirnen (Poppäa Sabina) an-getrieben, beging der eitle Nero unglaubliche Schandthaten und Thorheiten.Schauspiele und schwärmende Umzüge, an denen er selbst, als Sänger undZitherspieler verkleidet, mit den Genossen seiner Lüste teilnahm, üppigeSchurausereien und Gelage und sinnlose Verschwendungen aller Art verzehrtendie Einkünfte des Staats. Bei einem Brande, der ganze Ortschaften m Schuttund Asche legte, entstand das Gerücht, der Despot habe in frevelhaftem Über-mut Rom anzünden lassen, um von den Zinnen seines Palastes herab denBrand von Troja zu besingen, und habe dann, um den Volkshaß von sichabzulenken, die Schuld auf die Christen geschoben, welche dafür die schreck-lichsten Verfolgungen zu dulden hatten. Der Aufbau der Stadt und Nervs«goldenes Haus" auf dem Palatin vermehrten den Druck, bis endlich die ge-häuften Missethaten die spanischen Legionen zum Aufruhr führten. Als diesesich unter Galba der Hauptstadt näherten, floh Nero auf ein Landhaus undließ sich zitternd von einem Freigelassenen durchbohren.
§.156. In Nero erlosch das Augusteische Haus. Galba wurde sein Nach-folger. Als aber der geizige Greis die Habsucht der Prätorianer nicht befrie-digte, riefen diese Otho zum Imperator aus und ermordeten Galba und den ^th°.von ihm ernannten Nachfolger. Gleichzeitig erhob sich jedoch am Rhein Vitel- UMm»lius, zog mit seinen Legionen nach Italien und besiegte bei Bedriäcum amPo die Heere seines Gegners. Otho und viele seiner Getreuen gaben sich selbstden Tod. Vitellius war ein roher Schlemmer von gemeiner Denkart, der die o».kurze Zeit seiner Regierung zu schwelgerischen Mahlzeiten und gewaltsamenGelderpressungen benutzte. Ergrimmt über den unwürdigen Herrscher, riefendie syrischen und ägyptischen Legionen ihren tapferen Feldherrn FlavtusVespastanus zum Kaiser aus. Bald'traten auch die Truppen in Mösien undDalmatien bei. Als sich nun Vespasians Heere den Thoren Roms näherten,wurde Vitellius (nach einem kurzen Bürgerkrieg, wobei der herrliche Tempelauf dem Kapitolium in Flammen aufging) von einer Schar roher Soldatengetötet, sein Haupt abgeschlagen und der Leib mit Haken in die Tiber geschleift.Gefühllos jagte während dieser Kriegsgreuel das verweichlichte und abge-stumpfte Volk in Rom seinen gewohnten Lüsten und Sinnengenüffen nach undergab sich dem albernsten Aberglauben.
4. Die Flavier und Äntoninen.
. 8-157. Vespastan. der erste in der Reibe der guten Kaiser, stellteUp->nw
^urch Strenge die Kriegszucht in dem Heere und bei den Prätorianern her,besserte die Rechtspflege nach Aufhebung der Majestätsgerichte und fülltedurch Sparsamkeit und guten Haushalt die Staatskasse. Dabei verschönerteer die Stadt durch Anlegung des Friedenstempels und des Amphithea-*ers, dessen riesenmäßige Überreste (Coliseo) noch jetzt die Bewunderung derWeisenden erregen, brachte die Bataver am Niederrhein, die unter der Füh-Awg des tapferen Civilis von Rom abgefallen waren, durch den Feldherrns-erealis wieder zum Gehorsam und erweiterte die Grenzen des Reichs durchUnterwerfung Judäas und Britanniens.
n .8-158. Der Druck der römischen Landpfleger, die das jüdische Landverwalteten, besonders die Grausamkeit und Habgier des Gessius Florus,d m oas Volk endlich zur Empörung getrieben. Es kämpfte mit dem Muteuer Verzweiflung gegen die anrückenden Legionen, wurde aber von der römischen