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161. 162. 6. Das Römerreich.
8-161. Leider folgte dem edlen Fürsten sein grausamer Vmderuan, ein finsterer, menschenfeindlicher Tyrann, der nur an Tierkämpfen undAchterspielen Gefallen fand. Als er endlich auf Anstiften seines Weibes, derschönen und geistreichen, aber sittenlosen Domitia, von den Dienern und Ge-nossen seiner Greuelthaten und Lüste ermordet wurde, bestieg ein alter Sena-tor, Ncrva. den Thron. Dieser nahm den thatkräftigen, in Spanien gebornen Z-s».römischen Feldherrn Trajanus an Kindesstatt an und setzte ihn ber seinemTode zum Nachfolger ein. Trajanus verdiente sich durch seine innere Regie- os-N.runq den Beinamen des Besten und durch seine Kriegsthaten den Ruhm desgrößten Kaisers. Er sorgte für gute Rechtspflege, erleichterte Handel undBerkehr durch Anlegung neuer Straßen und Häfen (Civita vecchia), schmückteRom mit öffentlichen Gebäuden, Tempeln und einem neuen Forum (Markt-platz), wo ihm zu Ehren Senat und Volk die noch vorhandene Trajanssäuleerrichten ließ. Zugleich besiegte er die streitbaren Dacier an der Donau undgründete auf dem nördlichen Ufer dieses Flusses die Provinz Dacien (Wa-lachei und Siebenbürgen), die von römischen Ansiedlern bevölkert ward. ImOsten bekriegte er die Parther, eroberte Babylon, Seleucra und andereStädte, verwandelte Armenien und Mesopotamien in römische Pro-vinzen. Die Gegend von den Donauquellen bis zum Oberrhein (Schwarz-wald) wurde an gallische und germanische Ansiedler abgetreten und späterdurch einen Psahlgraben gegen feindliche Einfälle geschützt. Sie wurdeZehntland (Decumatland) genannt, weil die Einwohner von Getreide,Baumfrüchtcn und Vieh den Zehnten zu entrichten hatten, und nahm teil ander römischen Kultur, wie die Trümmer mehrerer Städte und die ausgegräbe-nen Altertümer beweisen. Zu den bekanntesten Römerstädten im Zehntlandgehörten, außer den Hauptorten am Rhein, vor allen Konstanz und Bre-genz am Bodensee, Badenweiler und Baden-Baden (Aquä Aureliä)an den Vorhügeln des Schwarzwaldes, Ladenburg am Neckar und andereOrte. Trajanus ehrte Bildung und liebte den Umgang geistreicher Männertvre des Geschichtschreibers Tantus. Dem Redner und Staatsmann NliniusSecundus dem Jüngeren (Z. 160) verlieh er das Konsulat und setzte ihnzum Statthalter von Bithynien ein. wofür dieser in einer feierlichen Prunk-end Dankrede (Panegyricus) die Vorzüge und die Wirksamkeit seines kaiser-lichen Freundes der Nachwelt geschildert hat. Die noch erhaltene Korrespondenzzwischen Plinius und Trajan'giebt wertvolle Aufschlüsse über die Umsicht undSorgfalt, welche der Kaiser der Verwaltung der Provinzen zuwandte.
tz. 162. Trajans Verwandter und Nachfolger Alius Hadrianus war HKi«,wehr auf Verteidigung als auf Erweiterung der Reichsgrenzen bebaut und »s.fand größeres Wohlgefallen an Kunst und Litteratur, als am Krieg. Erwar ein Mann von hoher Bildung und Staatsklugheit, vor allem beflissen,we monarchische Gewalt zu erhöhen, aber eitel und der Schmeichelei zugänglich.
Seme Wißbegierde und Kunstliebe führten ihn auf große m ehrjährige Rei-fen, zuerst nach Osten, wo er in Griechenland, Ästen und Ägypten verweilte,bann nach Westen, wo er Gallien, Spanien, Britannien und die Rheinlandebesuchte. Unter den vielen Schriftstellern, Künstlern und Rednern, die denglänzenden Hof des Kaisers umgaben, war der Grieche Plutarch (tz 120), derVerfasser zahlreicher Schriften, am bedeutendsten. Plutarchs vergleichendeLebensbeschreibungen griechischer und römischer Feldherren und Staats-männer find besonders geeignet, Bewunderung für die Heldenthaten und denhohen Sinn des Altertums zu erwecken. Von Hadrians Kunstliebe zeugen vorEem die Trümmer seines Landhauses bei Tibur (Tivoli), sein großartigesGrabmal, die Hadriansburg (Engelsburg) in Rom und zahllose Überrestevon Bauwerken und Bildhauerarbeit. Den schönen Antinous, feinen im Nilertrunkenen Liebling, ehrte er mit vielen Statuen und Denkmälern.