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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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134
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134 Geschichte des Mittelalters. Z. 185. 18b.

alle Regienmgsqewalt an sich brachte. Der Besuch der jährlichen Volksver-sammlungen (Märzfelder) auf einem mit vier Ochsen bespannten Wagen warendlich das einzige Geschäft der schwachen Merovingcr. Anfangs hatte jedesder drei Reiche einen eigenen Majordomus, bis es dem tapfern und klugen887. Pjpin von Heristal gelang, die Großmeisterwürde von Nenstrien und Bur-gundien mit der austrasischen zu verbinden und in seinem Hause erblich zumachen. Von da an hatten Pipins Nachkommen, Herzoge von Frankengenannt, die Königsgewalt, während die Merovinger nur den Königsnamenführten. Da der Sinn der germanischen Franken vorzugsweise dem Kriege zu-gekehrt war, so gewann das romanische Wesen auch in dem fränkischen Gallrenbald die Oberhand, so daß die Sprache, die Gewohnheiten und Rechtsord-nungen der Romanen fortbestanden und die „blondgelockten" Heerkönige derFranken nur an die Stelle der römischen Imperatoren traten.

7. Die Angelsachsen.

Z. 185. Um die Mitte des fünften Jahrhunderts verließen die römischenHeere Britannien, das sie nicht länger zu behaupten vermochten. Die Ein-wohner, zu schwach, den Angriffen der wilden Picten und Scoten in Cale-donien (Z. 159, 165) zu widerstehen, suchten Hilfe bei den Angeln undSachsen an der Niederelbe, die damals schon als kühne Freibeuter auf leichtenRuderkähnen bekannt und gefürchtet waren. Diese folgten dem Rufe undsetzten, wie die Überlieferung meldet, unter zwei roßfrohen Führern, HengistE. und Horsa genannt, nach der britischen Insel hinüber. Als sie aber die Feindezurückgetrieben hatten, kehrten sie das Schwert gegen die Eingeborenen selbstund eroberten nach einem furchtbaren Kriege Britannien, das von ihnen denNamen Angelland oder England erhielt. Die Barbarei des Heidentums undgermanische Einrichtungen verdrängten die christlich-romanische Kultur, Ge-setzgebung und Sprache; die alten Römerstädte zerfielen oder verschwanden,und ein Naturzustand, wo neben Krieg und Jagd nur Ackerbau und ViehzuchtPflege fanden, faßte allmählich feste Wurzeln. Die Briten erlagen großenteilsder Schärfe des Schwertes; was sich retten konnte, flüchtete nach der gegen-überliegenden Küste von Gallien, nach ihnen „Bretagne" genannt. Nurin den Gebirgsgegenden von Wales und Cornwallis behaupteten die Mi-schen Bewohner ihre Unabhängigkeit und ihre nationalen Eigentümlichkeitenbis ins 13. Jahrhundert und darüber. Das übrige England kam in den Besitzder Angelsachsen , die daselbst sieben kleine Königreiche gründeten. Diese be-standen getrennt unter steten Kämpfen und Fannlienfehden bis ins 9. Jahr-*27- hundert, als Egbert von Wessex die sieben Reiche der „Heptarchie" vereinigteund sich König von England nannte. Das germanische Heidentum wich»»«. schon im 7. Jahrhundert dem Christentum, als der Benediktinermönch Augu-stinus mit einer Schar Missionare in Kent anlangte, den König und seineEdlen zur Taufe führte und den Grund zum erzbischöflichen Sitz von Canter-burh legte. In dieser Zeit des Kampfes der christlichen Briten Wider die heid-nischen Angelsachsen wurzeln die Sagen von König Arthur (Artus) undseiner Tafelrunde, welche den Sängern des Mittelalters als Vorbilderaller Ritterlichkeit erschienen.

8. Das byzantinische Reich und -ie Langobarden.

tz. 186. Das byzantinische Reich bietet ein trauriges Bild sittlicher Ent-artung. Ein Hof voll orientalischer Pracht und Üppigkeit, wo Weiber undGünstlinge durch Ränke und Frevel die schwachen oder lasterhaften Kaiserheben und stürzen; eine übermütige Leibwache, die mit dem Thron ein eben