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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Geschichte des Mittelalters.

!. 188. 189.

nach vielen blutigen Gefechten am Sarnus und bei dem alten Cumä, wo sein"6-- Bruder Aligern den Königsschatz hütete, fiel auch er an der Spitze seinerEdeln und nur eine kleine Schar suchte sich unbekannte Wohnsitze jenseitsder Alpen.

8- 188. Fortan verwaltete Narses als kaiserlicher Statthalter von Ra-venna aus das eroberte Land. Als aber Justinian gestorben war und seinNachfolger den großen Feldherrn seiner Stelle entsetzte, rief dieser kurz vorseinem Tode die Langobarden aus Pannonien nach Italien. Die wande-rungslustigen Germanen, schon seit dem Gothenkrieg mit Italiens Reizen be-V6S. kannt, folgten gerne dem Ruf und zogen unter dem streitbaren Alboin nachden Pvgegenden, die von ihnen den heutigen Namen Lombardei erhielten.Pavia wurde nach dreijähriger Belagerung erstürmt und zur Hauptstadt desLangobardenreichs erhoben. Alboin starb durch die Blutrache seinerGattin, der schönen Rosamunde. Er hatte vor Jahren (so erzählt PaulDiaconus nach alten Liedern) ihren Vater Kunimund, den Gepidenkönig, imKampfe erschlagen und sich nach rauher Volkssitte einen Pokal aus dessenSchädel gemacht. Daraus zwang er einst die Tochter bei einem Gelage zutrinken, was diese so erbitterte, daß sie seine Ermordung veranlaßte. — Dierauhen Langobarden behandelten die Eingebornen gewaltthätig und entrissenihnen einen großen Teil ihrer Besitzungen. Aber unter der nervigen Faustgermanischer Anbauer erhoben sich die fruchtbaren Gefilde bald zu schönerKultur. Die römische Gemeindeverfassung der Städte, die unter den Stürmender Zeit in Verfall geraten, wurde unter der verständigen Mitwirkung dergermanischen Langobarden wieder neu und kräftig aufgerichtet. Ein mächtigerAdel von Herzogen und Grafen stand an der Spitze der kriegerischen Nation,die ihre Könige m Volksversammlungen (Maiseldern) wählte. Die Bil-dung der altrömischen Bevölkerung teilte sich den Langobarden mit, nament-lich seitdem diese den arianischen Glauben mit dem römischen vertauscht. ZweiJahrhunderte bestand das langobardische Reich in Unabhängigkeit, dann fieles an die Franken.

Z. 189. Der Glanz, den Justinian dem byzantinischen Reich verliehen,ging durch die Verworfenheit des Hofes bald vorüber. Unter den empörendstenGreueln bestiegen lasterhafte Fürsten den blutbefleckten Thron, den sie nachkurzem angstvollemBesitze wieder an andere überlassen mußten; Blendungen,Verstümmelungen der Nasen und Ohren gehörten zu den alltäglichen Ereig-nissen an diesem gottvergessenen Hofe. Dabei blieb Konstantinopel doch durchdas ganze Mittelalter hindurch der Sitz der Bildung und Gelehrsamkeit, unddie byzantinische Geschichte bestätigt den Erfahrungssatz, daß mit äußerer Ci-vilisation und verfeinertem Wohlleben innere Roheit und sittliche Entartunghäufig verbunden sind. Das größte Interesse erregten in Konstantinopel stetsdie kirchlichen Angelegenheiten. Als die zunehmende Verehrung der Bilderund Reliquien in den Kirchen eine neue Abgötterei zu begründen drohte,JsMrTr indem das ungebildete Volk die heiligen Gegenstände selbst anbetete, ließ Leo718- der Jsaurier das Gebot ergehen, alle Bilder aus den Kirchen zu entfernen.Dies erregte einen Sturm, der über ein Jahrhundert Reich und Thron er-schütterte. Zwei Parteien, Bildcrdicner (Jkonodulen) und Bilderstürmer(Jkonoklasten), standen einander feindselig gegenüber. Leos thatkräftiger SohnE°nstm- Constantin, den die Bilderfreunde „vom Mist" (Kopronymus) nannten,prony'mus folgte des Vaters Beispiel. Er ließ durch eine Kirchenversammlung den Bil-derdienst „als Erfindung des Teufels" verdammen und strafte die Wieder-2-° iv. spenstiqen mit Tod und Verbannung. Auch sein Sohn Leo IV. gehört in dieZahl der bilderstürmenden Kaiser. Aber nach seinem plötzlichen Tode