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8. I89d.
Die Völkerwanderung.
ließ seine Gemahlin Irene durch eine neue Kirchenversammlung die früheren ZU,Beschlüsse vernichten und gab den Kirchen ihren Bilderschmuck zurück. AusHerrschsucht ließ das leidenschaftliche Weib ihren eigenen Sohn, als er rmZwanzigsten Jahre selbst regieren wollte, grausam blenden und im Elend ver-schmachten und führte dann noch fünf Jahre das Regiment mit Glanzund Übermut. Es wird berichtet, daß Karl der Große an eine VermählungMit ihr gedacht habe, um Morgenland und Abendland zu vereinigen, als siedurch eine Verschwörung gestürzt wurde. Sie starb im Elend auf Lesbos.
Ein späterer Versuch, die Bilder aus den Kirchen zu entfernen,,von Leo demtz-^AArmenier und seinen Nachkommen unternommen, war Weinger heftra und si»-wurde durch die Kaiserin Thcodora eingestellt. Bald nachher kam nnt Basi-llus dem Macedonier ein Regentenhaus auf den Thron, das mit wenig Un- b«i.terbrechung gegen zweihundert Jahre regierte und dem Reiche wieder einigeStärke verlieh. Im Abendland wurden die Beschlüsse gegen die Bilder nichtanerkannt. Doch sprach eine von. Karl d. Gr. nach Frankfurt berufeneKirchenversammlung sich gegen das Übermaß des Bilderdienstes aus.
9. Die slavischen Völkerschaften.
8.189 b. Die Slaven, von den Deutschen Wenden genannt, nächst denGermanen, Romanen und Kelten der Hauptstamm der europäischen Bevöl-kerung, lebten seit vielen Jahrhunderten an den waldbedeckten Höhen derKarpaten, von wo aus sie, durch die großen Völkerzüge gedrängt und mitasiatischen Hordenschwärmen verbunden, nach andern Ländern zogen, sich neueWohnsitze zu suchen. Die einen wandten sich nordwärts und ließen sich m denweiten Ebenen und Steppen nieder, wo seit unvordenklicher Zeit die Hirten-itärnme der Scythen und Sarmaten ihre Herden weideten; die andernzogen nach Süden und Westen und besetzten die durch die Völkerwanderungwer gewordenen Länder. Slavischen Stammes sind die Russen und Pole n,me wendischen Völker in Mähren und Böhmen (Czechen), in der Lau-!itz und in Schlesien. Diese letztem, wie auch die slavischen Stämme»u Mecklenburg, Brandenburg und Pommern, an der Oderund Warthe wurden jedoch mit der Zeit durch deutsche Einwande-Jwgen bis auf geringe Reste germanisiert. Andere Schwärme besetztenow Länderstrecken zwischen der Donau und dem adriatischen Meere als^wrerrnark, Kärnten, Jllyrien, Dalmatien, Bosnien, Slavonien, Kroatien;Asoere Macedonien, Griechenland und den Peloponnes. Alle diese slavischenL'ölker waren durch Sprache, Sitten und Abstammung nahe verwandt, zer-ueken aber in eine Menge Stämme und Abteilungen, die bald verbunden,getrennt waren. Ihre Religion war ein mit Menschenopfern verbun-/?or Götzendienst, dem die Verehrung wohlthätiger und die Furcht vor feind-?chbn Naturmächten zu Grunde lag. Bei den westlichen Slaven galt Swan--.ouut als Hauptgott, dessen vierhauptiges Bild im Tempel zu Arkona auf^usel Rügen Mittelpunkt des Kultus für alle wendischen Stämme an der, oer und Elbe war. Bei andern slavischen Völkern, Russen, Polen, Lit-on ^ ivurde Perun, der Herr des Blitzes und Donners, als höchster GottGinntet- Auch dem bösenObergott Czernabog, demHaupte der „schwarzen"O "?ter und Geister unter der Erde, wurden Opfer dargebracht. Die Slavenunb ^°/wfter und erregbarer Natur und besitzen manche häusliche Tugendensei'l' "sbenswürdige gesellige Eigenschaften; heiter, gesangliebend und dienst-Sin sie sich über die Sorgen und Beschwerden des Lebens mit leichtemMxL- iüuweg; aber in der Aufregung überschreiten sie leicht die Grenzen deratzlgung; m früheren Jahrhunderten zeigten sie sich oft als blutdürstig, räch-