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Die Araber.
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8 - 192 . 193 .
den angepaßt, die zwei Jahre nach seinem Tode als heilige Schrift, Koran,gesammelt und in Abschnitte (Suren) geteilt, das Religions- und Gesetzbuchder Mohammedaner bilden. Bald erkannte ihn Mekka als Propheten an,und in kurzem war seine Lehre, Islam genannt, in ganz Arabien herrschend.Darin verband er mit den Grundlehren des Juden- und Christentums viele fürden Orient berechnete und größtenteils durch Sitte und Herkommen geheiligteSatzungen. Er gebot häufige Waschungen und Gebete, Fasten, Wallfahrtennach Mekka und Almosengeben; er behielt die alte Einrichtung der Beschnei-dung bei, untersagte den Genuß des Weines und des von den morgenländischenVölkern als unrein gemiedenen Schweinefleisches und gestattete Vielweiberei.
Ein Hauptgebot des Koran war, den Islam auf alle Weise zu verbreiten unddie Völker mit Feuer und Schwert zur Annahme desselben zu zwingen. DieLehre, daß des Menschen Leben und Schicksal durch ein unabänderliches Fatumvon Anbeginn bestimmt sei (Fatalismus) und daß niemanden Wider das Ge-schick Tod oder Unglück treffe, war ein starkes Reizmittel zum todesmutigenKampfe. Denen, die im heiligen Streite umkämen, wurde ein Paradies vollsinnlicher Freuden verheißen, wo sie von schwarzäugigen Jungfrauen bedient,
„das Angesicht Gottes" schauen würden. Im elften Jahr der Hidschrah starbder Prophet. Mekka, wo er geboren, und Medina, wo sich sein Grab be-findet,blieben heilige Wallfahrtsorte. Mohammed vereinigte Ernst und Würde „in Gang und Haltung mit einem heitern, einnehmenden Wesen und äußererWohlgestalt. Er war mildthätig, von einfacher Lebensweise und nicht ohnehäusliche Tugenden, nur der Frauenliebe allzusehr ergeben.
§. 192. Ali, der Gatte der einzigen Tochter des'Propheten, Fatlme,hoffte, Mohammeds Nachfolger (Khalise) zu werden, aber in der Bestürzungder Gemüter wurde, während Ali bei der Leiche des Propheten trauerte, AbuBekr, der Vater von Mohammeds ränkevollem Weibe, zum Khalifen er-hoben, auf welchen dann der einfache, kraftvolle Omar folgte. Unter diesemtrugen die durch den neuen Glauben begeisterten Araber (Moslemen oderMuselmanen, auch Saracenen genannt) ihr siegreiches Schwert überArabiens Grenzen. Palästina und Syrien wurden im ersten Sturm des / ^«.heiligen Krieges" erobert, und in die christlichen Städte Jerusalem, An-tzochia und Damaskus zogen Mohammeds Streiter ein. Khalid, „das 'Schwert Gottes", und der schlaue Amru führten die kühnen Scharen. Nachnner Reihe blutiger Schlachten wurde das Perserreich zur Unterwerfung ge-bracht. Der letzte König Jezdegerd floh, wie einst Darius vor Alexander,unt dem heiligen Feuer in das gebirgige Hochland, wo er den Tod durch Mör-berhand fand. Siegreich durchzogen nunmehr die Araber die östlichen Ge-brrgsländer und trügen Mohammeds Lehre bis an den obern Indus. Der^fische Feuerdienst erlag dem Koran; fortan blieb der Islam die Herr-ichende Religion des Morgenlandes. Die neuen Städte Basra, Kusaund Bagdad am Tigris wurden bald der Mittelpunkt des Handels und der^rtz orientalischer Pracht und Üppigkeit. Zur selben Zeit zog Amru von Sy-^ren aus nach Ägypten, eroberte Alexandria (wobei die Reste der Biblio-thek ihren Untergang gefunden haben sollen, Z. 89), verbrannte Memphis,m dessen Nähe aus dem Lager des Feldherrn die Hauptstadt Kairo ent-stand, und verdrängte das Evangelium durch den Koran.
8-193. Bald daraus fiel Omar durch den Dolch eines persischen Sklaven,
Othman, der Sammler und Ordner des Koran, erlangte das Khalifat.Awolf Jahre später wurde auch Othman wegen seiner Parteilichkeit für seineAnwandten das Opfer einer Verschwörung, und als nunmehr Ali den gehei-ugten Stuhl, der ihm längst gebührte, bestieg, erhob sich die mit Othman der-
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