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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Geschichte des Mittelalters.

Z. 194. 195. 196.

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wandte Familie der Omejjaden Wider ihn, und erregte einen Bürgerkrieg, indem Ali und sein ganzes Hans unterging, die Khalifcnwürde aber an dieOmejjaden kam, die ihren Sitz in dem prächtigen Damaskus aufschlugen. —Unter den Omejjaden setzten die Araber ihre Eroberungszüge zu Wasser undLand fort. Chpern, Rhodus, Kleinasien fühlten die Schärfe ihres Schwerts,die Hauptstadt des byzantinischen Reichs hatte mehrere Angriffe und Be-lagerungen auszuhalten und rettete sich nur durch das neuerfuüdene griechi-sche Feuer, das im unteren Schiffsraum bereitet und durch kupferne Röhrenauf die feindlichen Fahrzeuge ausgespieen von furchtbar verheerender Wirkungwar. Zugleich wurde die Nordküste Afrikas erobert und in einem langen Kriegdie christliche Kultur und Religion vertilgt. Kairawan, im Gebiet von Tu-nis, umgeben von lachenden Triften, ward aus einem Lagerplatz die blühendeHauptstadt und der Mittelpunkt des Karawanenhandels. Bon der Zeit anschied Nord-Afrika, einst der Sitz römischer Bildung und Civilisation, aus derReihe der kultivierten Völker. Wohlberittene Bedumenstämme gründeten mo-hammedanische Räuberstaaten auf den Trümmern alter Herrlichkeit. Auchauf Sicilien gewannen die Araber festen Fuß und machten von dort ausRaubzüge nach den Küstenländern Italiens.

ß. 194. Zu Anfang des achten Jahrhunderts der christlichen Zeitrechnunggeschah es, daß der Westgothe Rodrigo den König Witiza des spanischenThrones beraubte. Da riefen die Söhne des Verstoßenen und andere Unzu-friedene die Moslemen in Afrika zur Rache herbei. Tarik, der arabische Feld-herr, setzte darauf über die Meerenge, legte den Grund zu der festen StadtGibraltar (Gebel al Tarik) und überwand die Westgothen in der Schlachtvon Leres de la Frontera, wo die Blüte der Ritterschaft die Wahlstatt deckteund König Rodrigo auf der Flucht den Tod in den Wellen eines nahen Muffesfand. In raschem Siegeslauf durchzogen sofort die Araber (Mauren) ganzSpanien bis auf das gebirgige Asturien, wohin sich die tapfersten Westgothenzurückzogen. Neben ihnen weg setzten die Saracenen über die Pyrenäen, er-oberten Südfrankreich bis zur Rhone und drohten dem fränkischen Reich unddem Christentum den Untergang, als Karl Martell (der Hammer), der natür-liche Sohn des Majordomus Pipin von Heristal (8-184), sie in der Schlachtvon Tours und Poltiers, wo mit wechselndem Erfolge sieben Tage lang ge-kämpft ward, überwand und zur Rückkehr nach Spanien nötigte. So wurdeKarl Martell der Retter des christlichen Germanentums im Abendland.

H. 195. Achtzehn Jahre nach Karl Martells Sieg wurde die Herrschaftder Omejjaden durch die Abbasiden gestürzt und ihr ganzes Geschlecht durcheine furchtbare Blutthat ausgerottet. Abderrahman entkam jedoch dem Unter-gang seines Hauses und rettete sich unter vielen Gefahren und Abenteuern nachSpanien, wo er in Cordöva ein unabhängiges Khalifat gründete. Die Ab-basiden wählten das reiche, glänzende Bagdad zur Hauptstadt, wo Harun arRaschid, Karls des Großen Zeitgenosse, so ruhmvoll und kräftig regierte, daßsein Name noch lange in Erzählungen und Märchen („Tausend und EineNacht") fortlebte. Aber durch die Bildung, die er und seine Nachkommen be-förderten, wie durch die Pracht und das Wohlleben in Bagdad ging allmählichdie kriegerische Kraft unter, fo daß die spätern Khalifen ein Spielball ihrertürkischen Leibwache wurden, deren Befehlshaber (Emir al Omra) baldalle weltliche Macht an sich riß und den Nachfolgern des Propheten nur dieohnmächtige Würde eines geistlichen Oberhauptes ließ.

ß. 196. Spanien erfreute sich unter den Omejjaden einer hohen Blüte.Volkreiche Städte erhoben sich-, Gewerbe, Ackerbau und Viehzucht fandenPflege; Bergwerke wurden angelegt; reiche Dörfer, blühende Meierhöfe, prun-