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Die Araber.
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kende Paläste mit Gartenanlaqen und kühlenden Fontänen, wie der Alkazarund Azzähra in Cordova, die Alhambra in Granäda, zeugten von demWohlstand des Landes; Künste und Wissenschaften wurden gefördert. Abernach dem Erlöschen des omejjadischen Geschlechts zerfiel die maurische Herr- i»ss.schaft in Spanien in verschiedene kleine Staaten, die den Christen im Nordenallmählich erlagen. Diese hatten von Asturien aus ihr Gebiet durch glücklicheKriege erweitert, so daß mit der Zeit drei Königreiche: Castilim, Äragonimund Portugal, gegründet wurden, die unabhängig neben einander bestandenund mit den Arabern des Südens heiße Kämpfe durchfochten. Diese Kämpfeerzeugten in dem christlichen Spanien einen ritterlichen Sinn, Glaubenseiserund Freiheitsstolz. Die Thaten der gottbegeisterten Streiter, besonders desgroßen Cid Campcador, wurden in Heldenliedern (Romanzen) der Nachwelt s ES.überliefert, und hielten im spanischen Adel Mut und Rittersinn lebendig. Zu-gleich blühte in den Städten bürgerliche Freiheit. Der von der vereinten Chri-stenmacht beiTolosa in derSierraMorena erfochteneSieg brach auf immer ^ 2 .die Herrschaft der Mauren. Einige Jahrzehnte später erkannten sogar Cor- ^«s.dova und Granada die Oberherrlichkeit Ferdinands von Castilien an undtraten in das Verhältnis der Untertkänigkeit.
§. 197. Wie in Spanien, so blühten auch in allen übrigen von den Arabernbewohnten Ländern Künste und Wissenschaften fröhlich auf. Moscheeen, Paläste undGärten wurden in allen arabischen Städten angelegt; Gewerbfleiß und Handelschufen Reichtum, die Quelle der Bildung, aber auch der Prachtliebe und Verweich-lichung. Die Baukunst, die Ornamentik in der Bildnerei und Malerei (Ara-besken), Musik, Gesang und Dichtkunst fanden an den glänzenden KhalisensitzenPflege, Aufmunterung und reichlichen Lohn. Das im 11. Jahrhundert von demItaliener Guido von Arezzo eingeführte Notensystem rührte wahrscheinlich von denspanischen Arabern her. Hohe Schulen entstanden in Damaskus, Bagdad undKairo, in Cordova, Marokko und Salerno, wo Grammatik und Philosophie,Naturwissenschaften und Heilkunde, Mathematik und Astronomie gelehrt wurden.
Die Araber errichteten Sternwarten und zeichneten ihre Beobachtungen in astrouo-unsche Tafeln auf; sie führten,die aus Indien stammenden „arabischen Ziffern" einund waren die berühmtesten Ärzte im ganzen Mittelalter; sie übersetzten die Schrif-ten der Griechen, vor allem den Aristoteles, dessen großartiges Lehrgebäude denPhilosophischen Schriftstellern der Mohammedaner, einem Jbn Sina (Avicenna),einem Jbn Roschd (Averroes), demjüdifch-arabifchenPhilosophen Maimonides Av-rroesu. a. als Grundlage und Unterbau ihrer eigenen Forschungen und Systeme diente; MaVmo-fle liebten und beförderten die Dichtkunst, besonders die lyrische und erzählende Poesie.
Die arabischem Dichter Antara, „ein Sänger und ein Held zugleich", Mutanabbi, Mukan-°er Makamen- („Novellen-") Dichter Hariri u. a. waren einst hochgefeierteNamen, und die persischen Dichter Firdusi, Verfasser des berühmten Helden- HEgedichts Schahname („Königsbuch"), Saadi und Hafis, die Lyriker, sind durch FirdustÜbersetzungen allen europäischen Völkern bekannt geworden. Firdusis „Königs-buch" hat die Königs-und Heldensage von Iran nach alten Volksüberlieferungenund die spätere persische Geschichte bis zum Sturz der Sassaniden zum Inhalt. Es t is«s.verfällt in zwei große Hälften, deren erste, mehr poetische, das heroisch-mythische Zeit-Eer mit seinem Haupthelden Rustem umfaßt, die zweite, mehr historische,nach Artber Reimchroniken die geschichtlichen Zeiten und besonders die Thaten JskanderSAlexanders) behandelt. Die spätere mohammedanische Poesie legte allzu großen^>°rt aus künstliche Form, wodurch sie nicht seltm in Spielerei ausartete.