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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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8- 206. 207.

Normannen und Dänen.

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aber ihre Macht war zuletzt so beschränkt, daß sie nur noch die Stadt Laonwit der Umgegend besaßen, alles übrige dagegen in die Hände trotziger Edel-leute fiel. Nach dem Tode des kinderlosen Ludwia V.. des Soknes von Lo-r» d« LV-thar. nahm Hugo Capct, Sohn und Erbe Hugos von Paris, den Königs-tltel an, und ließ Ludwigs Oheim. Karl von Lothringen, der sein ErbrechtMit den Waffen geltend machen wollte, auf Lebenszeit im Kerker schmachten. -»»«.

II. Normannen und Dänen.

§. 206. Die Bewohner der Halbinsel Skandinavien gehören demgermanischen Volksstamm an, mit dem sie den ungestümen Freiheitsdrang,Thatenlust und Wanderungstrieb, so wie Sprache, Religion und Sitten gemeinhatten. Geteilt in viele Völkerschaften, unternahmen sie große Heerfahrten(Wikinger- oder Wäringer-Züge) nach allen Richtungen hin und ver-trauten Leben und Gut dem leichten Ruderkahn auf stürmischer Woge. Unterdem Namen Normannen durchzogen sie raubend die Küsten der Nordsee,segelten mit ihren kleinen Schiffen die Mündungen der Flüsse hinan undkehrten dann beutebeladen in die Heimat zurück; als Dänen waren sie denEngländern furchtbar, welchen sie einen schweren Tribut (Danegeld) abtrotzten.Norweger entdeckten und bevölkerten die ferne Insel Island und gründetendaselbst ein blühendes Gemeinwesen mit der Religion und Sprache, den Ge-setzen und Einrichtungen des Mutterlandes, und normännische Waräger(Wäringer) wurden von den slavischen Bewohnern der Länder am fin-nischen und bottnischen Meerbusen zur Herrschaft berufen. Rurik, der «-»«-streitbare Fürst der Russen, eines Wäringer Stammes, nahm darauf seinenSitz in Nowgorod und ward Stammvater eines Geschlechts, das bis zum Endedes 16. Jahi-hnndeicks über Rußland gebot, aber die Sitten und die Snraibeder Eingebornen annahm. Von Island aus wurde Grönland entdeckt undbevölkert. Selbst Amerika soll den Normannen bekannt gewesen sein. AlleNormannen liebten Jagd, Krieg und Waffenübung; Ackerbau und Viehzuchtüberließen sie den Sklaven. Treue war ihre hervorragendste Tugend und dieLiebe zur Dichtung die einzige zarte Regung der rauhen Männer. In schwer-wütigen Heldenliedern und Sagen priesen ihre Sänger (Skalden) dieGroß-thaten der Altvordern. Die berühmteste Sammlung solcher Götter- undHeldengesänge führt den Namen Edda, d. i. Weisheit, und zwar in einerlungeren und einer älteren Abfassung. Obschon Ansgar, Bischof von Ham-burg , bereits im 9. Jahrhundert in den skandinavischen Reichen mit großemEsser das Evangelium verbreitete, so dauerte es doch noch zwei Jahrhunderte,bls das Christentum den Odinskultus vollständig verdrängte.

^ §. 207. Am meisten hatte England unter den schwachen Nachfolgern

Egberts (8-185) von den Dänen zu leiden. Sie plünderten die Küsten undH'kußgestade, sie zerstörten die christlichen Kirchen und Klöster. Selbst Alfred"er Große wurde von ihnen auf einige Zeit vom Thron gestoßen, bis es ihmbuch langem Umherirren durch List, Tapferkeit und Wachsamkeit gelang, ihren 'Einfällen ein Ende zu machen. Mehrere zum Christentum bekehrte ScharenberTänen dursten sich in Northumberland niederlassen. Hierauf widmeteAlfred seine Kraft der innern Ausbildung des Volkes. Gleich Karl demgroßen teilte er das Land in Gemeinden und Gaue und setzte, als Leiterdes Gerichtswesens, Grafen und Aldermen darüber; er gründete Kirchenbnd Schulen, ließ die angelsächsischen Heldenlieder sammeln und übersetzte dieSchriften des Boüthius u. a. (Z. 182). Bei wichtigen Angelegenheiten zogAden aus Edelleuten bestehenden Reichstag, Witenagemot, zu Rate. SelbstMuster sittlicher Ordnung in seiner Lebensweise, gewöhnte Alfred auch sein

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