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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Das Mittelalter.

§. 208 .

Volk an Häuslichkeit und regelmäßige Thätigkeit. Als aber unter seinenNachfolgern die angelsächsische Bevölkerung in Northumberland durch eine'E. schrxMche Blutthat in der St. Briciusnacht viele Tausende der in ihrer Mittelebenden und wegen ihres Übermuts und ihrer Raubsucht verhaßten Dänenermordete, fing Suen der Glückliche, König von Dänemark und Norwegen,d.,-? Groß- die Raubzüge von neuem mit solchem Erfolg an, daß sein Sohn Kanut der»om- Grotze die englische Krone mit der dänischen und norwegischen vereinigte. Er^ regierte weise und gerecht. Mit dem deutschen Kaiser Konrad II. schloß ereinen Handelsvertrag und dem heiligen Vater in Rom bezeigte er seine Ehr-furcht durch eine Pilgerfahrt. Nach seinem und seiner Söhne Tod gelangteEd»md Eduard der Bekcnner, ein Sprößling der alten Königsfamilie, aus den Thron.B-k-nner Dieser hatte sich während der Fremdherrschaft längere Zeit bei seinen Ver-»ukk. wandten in der Normandie aufgehalten und Liebe für die französisch-normän-nischen Sitten eingesogen. Er begünstigte daher während seiner Regierungdas Fremde aus Kosten des Einheimischen und setzte, wie es heißt, bei seinemkinderlosen Absterben Herzog Wilhelm von der Normandie zum Thron-erben ein. Die Nation sträubte sich und wählte den ritterlichen Harald zumlos«. Aönig. Aber durch die Schlacht von Hastings (oder Senlac), in welcherHarald und die Blüte des angelsächsischen Adels die Wahlstatt („Battle")deckten, wurde Wilhelm -er Eroberer Herr von England, wo er mit großerHärte einen neuen Zustand begründete. Er bereicherte seine normännischenRitter und Waffenbrüder, die der Abenteurergeist und Thatendrang der Zeitunter seine Fahne gelockt, mit Gütern der angelsächsischen Grundherren, führtefranzösische Sprache und normännisches Recht ein und erteilte die einträg-lichsten Kirchenämter seinen Freunden. So änderte eine einzige Schlacht alleVerhältnisse. Aber aus der Mischung der verschiedenen Volkselemente mitihren Rechten und Gesetzen, ihren Sitten und Gewohnheiten, ihrer Sprache undPoesie entwickelte sich mit der Zeit ein lebenskräftiges Nationalganzes.

Guis^t, 8- 208. Kurz zuvor hatte sich Robert Guiscard („Schlaukopf"), einnormännischer Edelmann von schöner Gestalt und unternehmendem Geiste,E'"' durch Tapferkeit und List des größten Teils von Unteritalien bemächtigt. Ernannte sich Herzog von Apulien und Calabrien und erkannte den Papstals Lehnsherrn an. Sein heldenmütiger Sohn Boenmnd erweiterte dasGebiet durch neue Eroberungen, während Roberts tapferer Bruder Roger denArabern die Insel Sicilien mit den Städten Palermo und Messina entriß.Die Erzählungen von den seligen Küsten von Salerno, von dem ewigen Früh-ling des Landes, von den Feigen und süßen Früchten und von den Schätzen,welche tapfere Männer dort erbeuten könnten, führten stets viele thatkräftigeRitter aus der normännischen Halbinsel nach dem reizenden Süden. Roberts^ Haus erlosch jedoch bald, worauf seines Bruders Sohn Roger II. Sicilientis«. Unteritalien vereinigte, sich vorn Papst die Königswürde erteilen ließ unddas Königreich Neapel und Sicilien mit französischem Lehnsrecht undGerichtswesen gründete. Durch gute Verfassung und Rechtspflege, durch dieBildungsanstalten von Salerno und Amalfi, durch Ackerbau, Handelund Betriebsamkeit kam das Königreich Neapel zu hoher Blüte; aber die Reizedes Südens waren der Tugend und Sittlichkeit gefährlich. 56 Jahre langblieben die schönen, reichen Länder in den Händen Rogers und seiner Nach-folger; dann kamen sie an die Hohenstausen.