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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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161
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226. Die Kreuzzüge. 161

solchen Vorgängen unternahm endlich der mit dem Bannfluch beladene KaiserFricdrill) II. den fünften Kreuzzug, zu einer Zeit, da derSultan von ÄgyptenArt dem Beherrscher von Damaskus über den Besitz von Syrien und-Palästina im Kriege lag. Aber der Papst zürnte dem Gebannten und verbotallen christlichen Streitern, ihn in seinem Unternehmen zu unterstützen; undals es demselben dennoch glückte, durch Klugheit und geschickte Benutzung derUmstände den Sultan zu einem Vertrag zu bringen, wodurch Jerusalem,Bethlehem und Nazareth samt ihren Gebieten und der ganze Küstenstrich vonJoppe bis Sidon den Christen abgetreten wurde, da schleuderte der Kirchen-surst, der diesen Frieden als ein Gewebe von Falschheit und Tücke betrachteteund jede friedliche Übereinkunft mit den Ungläubigen als einen Verrat an derhemgen Sache erklärte, sogar über die Stadt und das heilige Grab den Bann-strahl, so daß Friedrich II. ohne Messe und kirchliche Weihe sich als Königvon Jerusalem die Krone selbst aufs Haupt setzen mußte. Gehaßt und ver-raten von den christlichen Rittern und Geistlichen in Jerusalem, verließFriedrich das heilige Land in voller Zerrüttung. Vierzehn Jahre späterdrangen die Cho w aresmier, ein wildes morgenländisches Volk, in PalästinaklW Piord und Verwüstung vor sich hertraaend. Sie eroberten Jerusalem,zerstörten das heilige Grab und rissen die Gebeine der Könige aus den Grüs-ten. Ber Gaza siel die Blüte der christlichen Ritterschaft unter ihrenStreichen. Akkon und einige andere Küstenstädte blieben der einzige Besitzder Christen.

8- 226. Auf die Kunde von diesen Vorgängen nahm König Ludwig IX.(der Heilige) von Frankreich mit vielen Edlen das Kreuz und segelte überChpern nach Ägypten. Die feste Grenzstadt Damiette fiel abermals invre Hände der Franken; als sie aber zur EroberungvonKaironilauswärtsZogen, wurde das Landheer zwischen die Kanäle und Flußarme eingeschlossen,während die Flotte durch das griechische Feuer zu Grunde ging. Nachdem desKvmgs Bruder und die tapfersten Ritter gefallen waren, geriet Ludwig mitdem Reste seines Heeres in Kriegsgefangenschaft und mußte für sich und einenTeil seiner Leute die Freiheit durch ein starkes Lösegeld und die Zurückgabeder eroberten Städte erkaufen. Aber die Mehrzahl des Pilgerheeres sah dieHeimat nicht wieder; was dem Schwert und der Lagerseuche entronnen war,kam meistens durch die Grausamkeit der Mohammedaner um. Nach seiner Be-freiung begab sich der fromme König nach der Stadt Akkon, welche er währendeines vierjährigen Aufenthalts in guten Verteidigungsstand setzte. In Ägyptenkam unterdessen die Herrschaft in die Hände der kriegerischen Mameluken, derfrühern Knechte der Kurden. — Sechzehn Jahre nach ferner Rückkehr unter-nahm Ludwig, „den keine Mißgeschicke von der Liebe Christi m trennen ver-wachten", abermals einen Kreuzzug, welchen er aber zuerst nach Nordafrikaweder die seeräuberischen Saracenen in Tunis richtete, teils um fie zu einemTribut an seinen Bruder, Karl von Neapel und Sicilien, zu zwingen, teils inwr Hoffnung, das Christentum daselbst zu pflanzen. Schon belagerte er ihreHauptstadt, als die ungewohnte Hitze ansteckende Krankheiten erzeugte, die denKönig selbst und viele Tapfere fernes Heeres ins Grab stürzten. SchnellMassen alsdann die französischen Führer mit den Saracenen einen Friedenund kehrten in die Heimat zurück. Der gleichzeitig von dem englischen PrinzenEduard (I.) in Verbindung mit vielen Friesen unternommene Zug nach-Palästina fristete das Dasein des christlichen Reichs nur auf kurze Zeit. Immerwehr bedrohten nun die streitbaren Mameluken die schwachen Reste desKönigreichs Jerusalem. Als Antiochien in ihre Hände gefallen und Akkonuach heldenmütiger Verteidigung erstürmt war, verließen die noch anwesenden

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