Das Mittelalter.
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fränkischen Christen freiwillig das syrische Land, das seit zwei Jahrhundertenmit dem Blute so vieler Millionen getränkt worden war.
ß. 227. Die Folgen der Kreuzzüge waren für die Entwickelung dereuropäischen Menschheit sehr wichtig. 1) Die geistige Ausbildung wurdedurch sie befördert, indem die Bekanntschaft mit fernen Ländern undNationen die Menschen aus der bisherigen Beschränktheit riß, sie mit denWissenschaften und Künsten anderer Völker vertraut machte und ihre Begriffeüber Welt und menschliche Verhältnisse aufklärte. 2) Sie veredelten dasRitterwesen, indem sie ein höheres Thatenziel aufstellten und Veranlassunggaben zur Gründung der Ritterorden, die als Muster des Rittertums geltenund alle Rittertugenden in sich vereinigen sollten. Diese in Palästina ge-gründeten Ritterorden waren: oer Johanniter- (Hospitaliter-) Orden, derOrden der Tempelherren (Templer-Orden) und der Orden der Deutsch-herren. In ihnen erscheint der Geist des Rittertums und des Mönchswesensvereinigt, indem sie außer den drei Mönchsgelübden: Keuschheit, Armut undGehorsam, noch ein viertes, Kampf gegen die Ungläubigen und Beschützungder Pilger, ablegten.
a) Die Johanniter, die aus einer zur Pflege und Beschützung der Pilger vonitalienischen Kaufleuten gegründeten Brüderschaft des Johannes - Hospitals sich zueinem Ritterorden ausbildeten, zerfielen in drei Klaffen: dienende Brüd er,denen die Pflege kranker Pilger oblag; Priester, zur Besorgung des Religions-wcsens, und Ritter, die mit den Ungläubigen zu kämpfen und die Pilger zu ge-leiten hatten. Nach dem Verluste des heiligen Landes erhielten sie die Insel Rho -dus(Rhodiser-Ritter) und als sie diese nach dem heldenmütigsten Kampfe andie osmanischen Türken abtreten mußten (1522), wurde ihnen von Kaiser Karl V.die Insel Malta angewiesen (Malteser-Ritter). — b) Die Tempelherren,von französischen Rittern zur Verteidigung des heil. Grabes gegen die Ungläubigengestiftet, gelangten durch Schenkungen und Vermächtnisse zu großen Reichtümern.Nach dem Verluste ihrer Besitzungen in Palästina zogen die meisten Mitglieder nachFrankreich, wo sie in Unglauben und orientalischen Aberglauben verfielen, sich einemüppigen und wollüstigen Leben Hingaben und dadurch die Aufhebung des Ordensherbeiführten (§.256). — e) Der Orden der Deutsch-Herren, gegründet vonFriedrich von Schwaben (H. 223), ist weniger berühmt durch seine Thaten in Pa-lästina als durch seine Verdienste um die Kultur derOstseeländer. Herbei-gerufen, um die Keime des Christentums in den Weichselgegenden Wider die heid-nischen Preußen zu schützen, gelang esden „Rittern vom deutschen Haus" nach vielenblutigen Kämpfen das Land von der Weichsel bis zum Riemen dem Christentum zugewinnen und deutsche Sitte, Sprache und Bildung daselbst einzuführen. Unter demBeistande regsamer Handelsleute von Bremen und Lübeck gründeten sie dieStädte Kulm, Thorn, Elbing, Königsberg u. a. O. Bistümer und Kir-chen entstanden; die Wälder wurden gelichtet und in Ackerland umgeschaffen, deut-scher Fleiß und deutsche Bildung bewirkten eine gänzliche Umgestaltung; aber diealte Freiheit der Landbewohner ging unter. Die Ordensritter (die seit 1309ihren Sitz inderMarienburg hatten) führten die Herrschaft, der Bauernstand tratin das Verhältnis der Leibeigenschaft. — Um die Zeit des ersten Kreuzzugsstiftete der mohammedanische Prophet Hafsan die schwärmerische Sekte derAssas -sinen, die in dem alten Parthien und auf den Berghöhen Syriens ihre Sitze hattenund durch die gänzliche Entäußerung alles eigenen Willens merkwürdig waren. DemBefehle ihres Oberhauptes, „des Alten vom Berge", kamen sie mit dem blin-desten Gehorsam nach, verübten mit Kühnheit und List jede ihnen übertragene Mord-that und spotteten der Marter, wenn sie ergriffen wurden. Reiche Beute im Lebenund die Hoffnung auf die Seligkeiten eines sinnlichen Paradieses nach dem Tode