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228. 229.
Die Hohenstaufen.
Karen mächtige Triebfedern für verwegene Thaten. Sie waren der Schrecken derChristen und Saracenen.
§. 228. 3) Die Kreuzzüge legten den Grund zu einem freien Bauern-stand. da viele Leibeigene durch sie zur Freiheit gelangten, sie hoben und er-weiterten die Macht und Bedmtung des Bürgerstandes und des Städte-wesens, indem durch die Annäherung ferner Länder und die Kenntnis fremderErzeugnisse der Handel belebt, das Gewerbewesen ausgebildet und Wohl-stand erzeugt wurde. 4) Sie vergrößerten die Macht und das Ansehender Geistlichkeit, vermehrten die Reichtümer der Kirche (indem wäh-rend dieser Vorgänge große Besitztümer durch Vermächtnisse, Schenkungen oderKauf an die Klöster uno Geistlichen kamen), steigerten aber auch den ReligionseiferzurfinsternGlaubenswut(Fanatismus). Diese letzte äußerte sich am schreck-lichsten in der Verfolgung der Waldenser und Albigenser, einer Religions-sekte, welche die apostolische Einfachheit in der Kirche und bei dem Klerus zurück-führen wollte. Der Süden von Frankreich, die Provence und Languedoc, wounter einem schönen, sonnenreichen Himmel sich ein wohlhabender BürgerstandMit freien Einrichtungen gebildet hatte, wo die heitere provenyalische Poe-fle der Troubadours ihre Laune und ihren satirischen Mutwillen auch anBischöfen und Priestern ausließ, war der Sitz der Albigenser (von derStadt Albh). Gegen sie und ihren Schützer, den reichen Grafen Raymund VI.von Toulouse, ließ Jnnocenz III. von den Cisterciensermönchen das Kreuzpredigen. Sofort zogen Scharen wilder Krieger, vor denen fanatische Mönchemit dem Kreuz einherschritten, in das blühende Land, zerstörten die reichenStädte, Burgen und Ortschaften, mordeten Schuldige und Unschuldige, ließenScheiterhaufen lodern und füllten alles mit Verwüstung, Blut und Raub.Lange widerstand Rahmund seinen Gegnern; als aber König Ludwig VIII.,von unedler Ländergier getrieben, den Kampf gegen die Ketzer übernahm, dabeugte sich der Graf und trat in einem Frieden den größten Teil seiner Be-sitzungen an den König ab. Aber der zwanzigjährige verheerende Krieg hattedie schöne Kultur des südlichen Frankreichs vernichtet, das Land in eine Wüsteverwandelt, und den heitern Gesang der Troubadours für immer zumSchweigen gebracht. Auf ähnliche Weise wurde einige Jahre nachher dietapfere Bauernrepublik der Stedinger an der Hunte auf Veranlassung derBischöfe von Bremen und Ratzeburg mit einem Vernichtungskrieg heimgesucht,umsonst kämpften die streitbaren Bauern mit Heldenmut gegen ihre FeindeWd erschlugen den Grafen von Oldenburg mit 4000 seiner Reisigen; dieÜbermacht und bessere Bewaffnung des ritterlichen Heeres und die der Reitereigünstige Bodenbeschaffenheit gaben dem Herrenstand den Sieg ; das Land wurdeVerwüstet, die Rinderherden weggeführt, Männer, Weiber und Kinder erschlagen.
L. Die Hohenstaufen (1138—1254).
. 8- 229. Als Kaiser Lothar (H. 217) auf dem Rückzüge aus Italien in
einer Alpenhütte unweit Trient starb, glaubte sein Schwiegersohn, Heinrichder Stolze, die nächsten Anrechte auf den Kaiserthron zu haben. Allein teilsbw große Macht des welfischen Hauses, dem Bayern und Sachsen gehorch-en und dessen Besitzungen vom Mittelmeer bis zur Ostsee reichten, teils derStolz des hochfahrenden Herzogs bewogen mehrere Fürsten, Erzbischof Adal-bero von Trier an ihrer Spitze, auf einem Reichstag in Koblenz Konrad vonHohenstaufen zu wählen. AVer Heinrich, der im Besitz der Reichsinsignienwar, zauderte mit der Anerkennung und weigerte die verlangte Huldigung.Da sprach Konrad die Reichsacht über ihn aus und erklärte ihn ferner beiden
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