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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Das Mittelalter.

Z. 230.

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Friedrich

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1152 —

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Herzogtümer für verlustig. Dies hatte die Erneuerung des Kampfes zwischenHohenstaufen und Welsen und einen verheerenden'Bürgerkrieg zur Folge.Es wird berichtet, daß bei der Belagerung von Weinsberg, das zu den wel-fischen Stammgütern gehörte, zuerst der Schlachtruf: „Hie Wels! Hie Waib-ling!" gehört worden sei, der dann zur Entstehung der Parteinamen Welsen(Gneisen) und Waiblinger (Ghibellinen) Anlaß gab. - Die Burg mußte demKönig Konrad übergeben werden, aber die Besatzung wurde der Sage nachdurch dieList und Treue der Frauen gerettet(Weibertreu). DerKrieaoauertebis zu Heinrichs des Stolzen Tod; dann wurde ein Vergleich geschlossen, dereine vorübergehende Ruhe zur Folge hatte; aber eine dauernde Aussöhnungkam erst zustande, als dessen Sohn Heinrich der Löwe das väterliche Erbeund die beiden Herzogtümer, Sachsen und Bayern von Konrads Nachfolgerzurückerhielt. Doch wurde Österreich von Bayern getrennt und zu einemselbständigen Herzogtum mit großen Vorrechten erhoben. — Konrad war eintapferer, frommer Mann; aber teils der Krieg gegen die Welsen, teils dervon ihm unternommene Kreuzig (H. 222) lähmten seine Wirksamkeit fürDeutschland. Ehe er seine beabsichtigte Romfahrt zur Kaiserkrönung ausfüh-ren konnte, schied er aus dem Leben. Kurz vor seinem Tode lenkte er die Wahlder Fürsten auf seinen hochsinnigen und kraftvollen Neffen Friedrich vonSchwaben, der für die Blume der Ritterschaft galt und dessen hervorragendeEigenschaften der König auf dem Kreuzzuge kennen gelernt hatte. Dieser großeKaiser Friedrich I. verlieh dem Reiche Ruhe und Ordnung im innern, Ansetznund Sicherheit nach außen. Der Herrschergcist des gewaltigen Mannes, demdie dunkelfarbigen Italiener ob fernes hellblonden Haares und rötlichen Bar-tes den Namen „Barbarossa" gaben, erweckte durch seine mit Gerechtigkeitverbundene Strenge allenthalben Ehrfurcht und Gehorsam.

tz. 230. Den härtesten Kampf fandFriedrich in Italien, wohin er sechsHeereszüge unternahm. Die lombardischen Städte, besonders das stolzeMailand, hatten die alten Grafen- und Bischofsrechte in ihren Gemeinden ab-gestreift und gingen damit um, ihre Stadtgebiete in kleine Republiken Hinzu-schaffen. Voll Vaterlandsliebe und Freiheitsaefühl errichteten sie eine streitbareBürgerwehr, wählten städtische Beamten und Richter und suchten sich der kai-serlichen Oberhoheit zu entziehen. Dieser Geist der Widerspenstigkeit trat schonauf Friedrichs erstem Zuge zu Tage, als er auf der roncalischen Ebene beiPiacenza nach alter Sitte Heerschau hielt und die Fürsten und Städte Ober-italiens zur Huldigung aufforderte. Zwar konnte er diesmal das mächtigeMailand nicht bändigen, doch suchte er es durch Zerstörung einiger kleinerenStädte zu schrecken, ehe er sich in Pavia mit der lombardischen und in Rommit der Kaiserkrone schmücken ließ. Die letztere erlangte er erst nach Aus-lieferung des Mönchs Arnold von Brescia. Dieser merkwürdige Mann, einSchüler' des berühmten französischen Gelehrten Abälard, wollte die Kirchezur apostolischen Einfachheit zurückführen; er eiferte daher Wider die zeitlichenBesitztümer und die Hoffahrt des, Klerus und erklärte die weltliche Macht deskirchlichen Oberhaupts für eine Übertretung der heiligen Schrift. Angefeuertdurch seine Predigten, kündigten die Römer dem Papste den Gehorsam auf undstellten eine republikanische Verfassung nach dem Muster der Alten her. Alsaber der kraftvolle Oberhirte Hadrian IV., welcher von einem britischen Bet-telknaben zur höchsten Kirchenwürde emporgestiegen, die ungehorsame Stadtmit Bann nnd Interdikt belegte, entsank den Römern der Mut. Sie über-ließen Arnold feinem Schicksale und konnten nicht verhindern, daß derselbe alsFlüchtling den beiden Oberhäuptern ausgeliefert und vor dem römischen Haupt-thore den Flammen übergeben ward. Von den Deutschen mit den Waffen