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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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). '8.231. 232. Die Hohenstausen.

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überwunden, willigten die Römer in die Abstellung der neuen Einrichtungenund fügten sich wieder der Gewalt des Papstes.

8. 231. Nach Friedrichs Abzug verharrten die Mailänder in ihrem Trotzeund zerstörten mehrere dem Kaiser ergebene Städte (z. B. Lodi). Da unter-nahm Friedrich einen zweiten Zug. ließ durch Rechts gelehrte nach JustiniansGesetzbuch (tz. 186) seine Hoheitsrechte (Regalien) festsetzen und sprach,als sich Mailand diesen Bestimmungen nicht fügte, über die widerspenstigeStadt die Acht aus. Ein heftiger Krieg entschied sich zuletzt zu Gunsten desKaisers. Mailand mußte sich nach dritthalbjährrger Belagerung ergeben. »«-.Nachdem derFahnenwagen(Carroccio), der das Hauptbanner der Stadt führte,zertrümmert war und dieBürgerschaftsich vordem Sieger gedemütigt hatte, wür-ben die Mauern und ein großer Teil der Häuser dem Erdboden gleich gemachtund die Einwohner gezwungen, sich in vier von einander entfernten Fleckenihres Gebiets anzusiedeln. Erschreckt durch diesen Ausgang, unterwarfen sichine übrigen lombardischen Städte und nahmen kaiserliche Obervögte (Po-desta)bei sich auf. — Einige Zeit nachher geriet Friedrich in einen heftigenStreit mit dem willenskräftigen Papste Alexander III., rudern er den voneinigen Kardinälen gewählten und von der Kirchenversammlung in Pavia be-stätigten Papst Viktor IV. als rechtmäßiges Oberhaupt der Kirche anerkannte.Erzürnt schleuderte Alexander den Bannstrahl gegen den Kaiser und den Ge-qenpapst und schloß sich an die über den Druck und die Steuererpressungen derkaiserlichen Vögte erbitterten Lombarden an. Unter seiner Leitung bildete sichin kurzem der lombardische Städtebund, welchem neben dem wiedererstandenenMailand fast alle städtischen Gemeinwesen Oberitaliens beitraten. Da zogFriedrich vor die Stadt Rom, zwang Alexander zur Flucht nach Frankreichund führte, da Viktor IV. mittlerweile gestorben war, den neuen GegenpapstPaschalis III. in den Lateran ein; aber ein pestartiges Fieber ergriff sein Heerund stürzte die Blüte der deutschen Ritterschaft, darunter seine besten Freunde,wie Erzbischof Rainald von Köln, Herzog Friedrich von Schwaben undviele Bischöfe und Herren, ins Grab. Mit dem geringen Reste eilte der Kaiser »«»-nach Pavia und kehrte dann über Savoyen in Sie Heimat zurück, nur durchdie Treue und Hingebung eines Lehnsmannes der Gefangenschaft entgehend.Dieser Ausgang, der als ein Strafgericht des Himmels gedeutet ward, belebteden Mut und die Widerstandskraft der Lombarden. Dem Kaiser zum Trotzlegten sie die feste Stadt Alesfandria an, die vom Papste den Namen trägt,vertrieben die Vögte und trafen so kräftige Verteidigungsanstalten, daß Fries-isch, ohnedies durch die deutschen Angelegenheiten mehr m Anspruch genommen,Italien längere Zeit sich selbst überlassen mußte.

8. 232. Endlich rückte Friedrich der Rotbart mit großer Seeresmacht vonUeuem über die Alpen, wurde aber bei der Belagerung von Alessandria solange aufgehalten, baß er fürchtete, alle Früchte des Feldzuges zu verlieren unddarum gegen den Rat seiner Freunde eine Schlacht beschloß. Allein Heinrichder Löwe verließ den Kaiser in der Stunde der Not. Mehr auf ferne eigeneVergrößerung als auf Förderung der Zwecke des boheustaufischen Herrschersbedacht und überdies auf den Kaiser erzürnt, weil dieser den alten verschwen-derischen Herzog Wels durch Geldsummen zur Abtretung der wölfischen Gütervnd Lehen an das hohenstaufische Haus gebracht, versagte er seinen Beistand,uin den ihn Friedrich am Comersee fußfällig flehte, und führte dadurch dieRrederlage der Deutschen in der Schlacht vonLegnano herbei, wo die zumSchutz des 'Fahnenwagcns verbundene Mailänder „Schar des Todes" Wunderder Tapferkeit verrichtete. Der Kaiser selbst wurde etliche Tage vermißt. SoHoch war jedoch bie Achtung vor Friedrichs Heldengröße, daß der Papst und