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Das Mittelalter.
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8. 233.
der lombardische Bund gerne die dargebotene Friedenshand annahmen. Aufeiner Zusammenkunft in Venedig wurde zwischen dem Kaiser und dem Papstein Friedensvertrag vereinbart und mit den lombardischen Städten ein sechs-jähriger Waffenstillstand geschlossen, aus dem in der Folge der Konstan-zer Frieden hervorging. Alexanoer wurde als rechtmäßiges Oberhaupt derKirche anerkannt, Friedrich vom Banne losgesprochen und der Städtebund inseinen Rechten und Freiheiten sicher gestellt. Der Kaiser oder sein Stellvertre-ter sollten die freigewählten Stadt-Obrigkeiten bestätigen uno den Blutbannüben, die bürgerliche Gerichtsbarkeit dagegen und die Verwaltung der städtischenAngelegenheiten den Gemeinden zustehen. Die Bürger sollten den Eid derTreue leisten und die kaiserlichen Heere auf den Römerzügen mit den nötigenBedürfnissen versehen. Vor der Markuskirche zu Venedig wurde zwischen Kai-ser und Papst die Versöhnung durch den Friedenskuß besiegelt, worauf deroeutsche Herrscher den Zelter des kirchlichen Oberhauptes an dem Steigbügeldurch die dichtgedrängte Menge führte. Auf diesem denkwürdigen Kongreßwurden zum erstenmal städtische Abgeordnete als gleichberechtigte Teilnehmerin die Fürstenversammlung zugelassen. Seitdem blühte in den Städten Ober-italiens die bürgerliche und republikanische Freiheit auf. — Ehe Friedrich Ita-lien verließ, bewirkte er noch die Verlobung seines ältesten Sohnes Heinrichmit Constantia, der Erbin des normannischen Reichs in Neavel und Sicilien.
H. 233. Als die Kunde von Friedrichs Aussöhnung mit dem Papste nachDeutschland kam, erschrak Heinrich der Löwe sehr. Er hatte seine Herrschaftüber die slavischen Volksstämme in Pommern und Mecklenburg ausgedehnt,an der Nordsee die Friesen und die Bauernrepublik derDithmarschenftnHolstein) bekriegt und sich ein großes Reich erworben. Er hatte im Harz neueErzgruben angelegt, hatte Städte und Bistümer gegründet oder erweitertund gehoben (Lübeck; München; Ratzeburg) und fremde Ansiedler aus Nie-derland herbeigezogen. Aber seine Herrschsucht und Gewaltthätigkeit gegenFürsten und Prälaten waren nicht minder bekannt als seine kriegerischen Groß-thaten, so daß der eherne Löwe, den er vor der Burg seiner Hauptstadt Braun-schweig aufgepflanzt hatte, eben sowohl als Sinnbild seiner Raubsucht wieseiner Kraft gedeutet werden konnte. Die Klagen, die nun nach des KaisersRückkehr allenthalben gegen Heinrich laut wurden, gaben jenem die gewünschteVeranlassung, den Welsen vor ein Reichsgericht zu laden, und als er der wieder-holten Ladung nicht Folge leistete, die Reichsacht über ihn auszusprechen und ihnseiner beiden Herzogtümer Bayern und Sachsen zu berauben. Jenes kam andie den Hohenstausen ergebenen Wittelsbacher, die später auch noch die Rhein-pfalz erhielten; Sachsen fiel zum Teil an Bernhard von Anhalt, den SohnAlbrechts des Bären, der den ersten Grund zu Berlin gelegt haben soll,zum Teil an benachbarte Fürsten und Bischöfe; das meiste an das ErzstiftKöln. Aber nur nach einem verheerenden Kriege konnte der Löwe gebändigtwerden. Lange Zeit widerstand er allen Feinden. Er zerstörte Halberstadtund führte den Bischof weg; er nahm den Landgrafen Ludwig von Thüringenund dessen Bruder gefangen und überwand durch seine Verbündeten den geg-nerischen Adel in Westfalen. Erst als Friedrich selbst gegen ihn zu Felde zog, dieVasallen zum Abfall brachte, die Stadt Lübeck zur Unterwerfung zwang unddm Herzog in Stade mit einer Belagerung bedrohte, da demütigte sich derWem vor seinem großen Gegner, that einen Fußsall in Erfurt und begao sichals Verbannter auf drei Jahre nach England. Doch behielt er für sich undseine Familie die Erbländer Braunschweig und Lüneburg. — NachdemFriedrich alle seine Feinde bezwungen, ordnete er zu Ehren zweier seiner Söhne,Welche die Schwertleite empfangen und in die Ritterschaft ausgenommen wer-