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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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167
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8- 234.

Die Hohenstausm.

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den sollten, in Mainz ein prachtvolles Nationalfest an, von dessen Glanz undHerrlichkeit die Dichter lange zu erzählen wußten, und unternahm dann erneuKreuzzug (Z. 223), um seine Heldenlaufbahn zu enden, wie er sie begonnen.Von diesem kehrte er nicht mehr zurück. Ein „anderer Moses" führte er seinHeer durch die Steppen und Wüsten Europas und Asiens bis an die Grenzendes gelobten Landes, um dann im fernen Osten in den Fluten seinen Tod zufinden. Aber in der Volkssage lebte Friedrich Barbarossa fort und fort, undrn späteren trüben Tagen ward an seine Wiederkunft die Erstehung des deut-schen Reiches in alter Kraft und Größe geknüpft.

Z. 234. Friedrichs I. Sohn Heinrich VI. besaß Wohl die Kraft, den kla-ren Herrschergeist und die rastlose Thätigkeit des Vaters, aber nicht den Adelder Gesinnung. Habgier, Härte und Grausamkeit entstellten seinen Charakter.Den zarten Regungen der Minne, deren Klänge er in den Tagen seiner Jugendangestimmt, entwand sich bald sein Herz; tiefe Entwürfe füllten seine ganze Seele,und der finstere Ernst seines Angesichts schreckte die Italiener „wie blutigerNordlichtschein". Sein Leben war ein fortwährender Kampf. Nach dem Todedes letzten normannischen Königs wollte Heinrich Neapel und Sicilien, dasErbe seiner Gemahlin Constantia, in Besitz nehmen. Aber die Großen, Welchedie Herrschaft des fremden Gebieters fürchteten, widersetzten sich ihm und hobenemen eingebornen Edelmann, den tapfern Tancred, auf den Thron. Da zogHeinrich mit Heercsmacht über die Alpen. Um die Kaiserkrönung zu erlangen,gab er das seinem Hause treu ergebene Tusculum der Rache der Römer preis.Die Stadt wurde dem Erdboden gleich gemacht; ein Teil der flüchtigen Ein-wohner suchte Zuflucht in der „Laubhüttenstadt" Frascäti. Aber des KönigsHoffnung, sich Apülien rasch zu unterwerfen, ging nicht in Erfüllung. VorNeapel erlag ein Teil seines Heeres der Fieberpest ; seine Gemahlin wurde inSalerno gefangen genommen und nach Sicilien geführt; er selbst kehrte krankm die Heimat zurück, wo er neue Feinde zu bekämpfen fand. Heinrich derLöwe war nach Braunschweig zurückgekehrt und hatte die alten Welfenplänewieder aufgenommen. Die Trümmer oer zerstörten Handelsstadt Bardewiekbezeichneten des „Löwen Spur". Aber der kraftvolle Kaiser warf seine Feindesiegreich zu Boden. Durch die Gesangenhaltung des Königs Richard Löwen-herz (8- 223) raubte er dem Herzog eine mächtige Stütze und gewann durchdas englische Lösegeld die Mittel zu neuen Rüstungen gegen Neapel und Sin-nen, wo mittlerweile Tancred und sein zur Nachfolge bestimmter Sohn gestor-ben waren. Nun nahmen die Dinge eine andere Wendung. Um dieselbe Zeit,da sein Gegner Heinrich der Löwe zu Braunschweig ins Grab sank, durchschrittHeinrich mit einem deutschen Heer im Siegeslauf Italien, vernichtete, unter-Mtzt von der Flotte der Genuesen und Pisaner, bei Catanea die normanni-sche Macht und hielt seinen Einzug in Syrakus und Palermo. Furchtbar warjetzt die Rache des erzürnten Gebieters. Die Kerker füllten sich mit Edelleutenund Bischöfen, die teils geblendet und gespießt, teils gehängt, verbrannt undm die Erde gegraben wurden. Den Raub trugen schwerbeladene SaumrosseM die hohenstaufischen Burgen. Wenige Jahre nachher starb Heinrich einesplötzlichen Todes im 32. Jahre seines Lebens, mit Hinterlassung eines zwei-jährigen Sohnes Friedrich; und da Constantia ihrem Gemahl bald in dasGrab nachfolgte, so übernahm der hochgebildete Papst Jnnocenz III. die Vor-

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Uwndschaft über das Königskind und legte dem römischen Stuhl die oberlehns-berrlichen Rechte über das sicilische Königreich wieder bei. Da wählten dieAnhänger der Hohenstausen Heinrichs VI. Bruder Philipp von Schwaben,kwen leutseligen Mann von milder Gesinnung, feiner Sitte und frommer De-wut, indes die welfische Partei Heinrichs des Löwen zweiten Sohn Otto IV.,

Philipp V.Schwabe»

1197-1208.Otto IV.1197—1218.