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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Das Mittelalter.

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gen durchzusetzen; und als dieser nach dem unglücklichen Gefechte bei Ulmgegen Friedrichs Sohn Konrad verlassen und machtlos auf der Wartburgstarb, ließ sich der jugendliche Graf Wilhelm von Holland bewegen, die Kö-nigswürde anzunehmen. Allein die Reichsstädte und die meisten weltlichenFürsten hielten zu Konrad.

Z. 238. Schrecklich wütete unterdessen in Italien der Krieg zwischenGuelfen und Ghibellinen. Das heiße Blut der rachsüchtigen Südländerführte unerhörte Greuelthaten herbei; Familie war Wider Familie, StadtWider Stadt; kein Alter noch Stand entzog sich dem Kampfe. Ezzelino, derFührer des ghibellinischen Adels, beging im Kampfe gegen die guelfr-fchen Städte unerhörte Frevel. Lange hielt sich Friedrichs königliche Gestaltaufrecht; die Zahl seiner Feinde hob nur seinen Mut. Selbst die großen Ver-luste, die das kaiserliche Heer durch einen plötzlichen Ausfall der Guelfen ausParma erlitt, wobei der wackere Großhofrichter Thaddäus von Suessa imSchlachtgetümmel seinen Tod fand, vermochten ihn nicht zu beugen. Als abersein Sohn Enzio in die Gewalt der Bolognesen fiel, die den blondgelocktenKönig über zwanzig Jahre in Haft hielten; als fein Geheimschreiben: Petervon Vinea sich von der Gegenpartei gewinnen ließ, und einer Verschwörungund eines Vergiftungsversuches beschuldigt, bei der Abführung zum Tode sichan einem Kirchenpfeiler die Stirn einstieß, da brach endlich des Kaisers Herz-Als er gerade im Begriff stand, einen neuen Feldzug nach Oberitalien zu un-ternehmen und vielleicht seinen Widersacher in Lyon selbst aufzusuchen, erlager einer Krankheit. Im 56. Jahre seines Alters verschied er in den Armenseines geliebten Sohnes Manfred in Unteritalien. Seine Leiche wurde in Pa-lermo beigesetzt.— Friedrich II. vereinigte hohe Bildung und Sinn für Wissen-schaft und Dichtkunst mit Tapferkeit, Heldenmut und Schönheit des Körpers-Umgeben von Pracht, Herrlichkeit und Freuden jeder Art, hatte er alle An-sprüche auf Gluck, hätte nicht sein freier Geist der Kirche widerstrebt und hätteer besser gelernt, seine Leidenschaften zu zähmen und seine Begierden zu mäßigeu-Er hatte in Denkart, Sitten und Leben vielfach gegen die Jdeeen der Zeit unogegen die Satzungen der Kirche verstoßen und sich rückhaltslos der Sinnlichkeitund der Zweifelsucht hingegeben. Darum erscheint er in DantesHölle(Z.249)unter der Zahl der kühnen, himmelstürmenden Zweifler, die zur Strafe Mfeurigen Gräbern liegen.

Z. 239. Auf die Kunde von Friedrichs Tod kehrte Jnnocenz IV., nachdemer noch durch Sendschreiben die ganze Welt gegen das „gottesfeindliche Ge-schlecht der Hohenstaufen" in Bewegung gesetzt, frohlockend nach Italien zu-rück. Er erklärte Neapel und Sicilien für ein erledigtes Lehen des päpst-lichen Stuhls und sprach über Friedrichs Söhne Konrad IV. und Manfred,die sich im Besitze des väterlichen Erbes behaupten wollten, den Bannfluch aus-Bald sank Konrad, nachdem er das abgefallene Neapel erobert und gezüchtigt,zu Lavello unweit Melfi in ein frühes Grab. Aber sein ritterlicher Halbbru-der Manfred verteidigte mit deutschen und saracenischen Kriegern UntcritalieUso siegreich und tapfer, daß die meisten Städte ihm huldigten und die guelst-schen Truppen sich in den Kirchenstaat zurückziehen mußten. Der Kummetdarüber beschleunigte den Tod des Papstes Jnnocenz IV. Noch einmal leuch-tete den Hohenstaufen ein Glücksstern. Manfreds Waffen waren so siegreich,daß er sich in Palermo als König von Sicilien krönen lassen konnte. Wiein den glänzenden Tagen Friedrichs II. herrschte nun der gekrönte König iMstattlichen Schloß am Meer. Auch in Oberitalien leisteten die Ghibellinen denguelfisch-päpstlichen Truppen erfolgreichen Widerstand, bis ihr Oberhauptlino nach der unglücklichen Schlacht bei Cassano in Kriegsgefangenschaft 9?"

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