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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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171
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39.

8- 240.

Die Hohenstausen.

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riet, und in einem mailändischen Schloß an seinen Wunden starb, ern kühner,unbußfertiger Bösewicht. Nun erkannte man in Rom, daß das Papsttum mchtvermögend sei, mit eigener Kraft durchzudrinaen. Daher trat ürban IV. nntden Franzosen in Verbindung. Entschlossen, den Hohenstausen um jeden PreisNeapel und Sicilien zu entreißen, bot er das schöne Königreich dem thatkräf-tigen, aber harten Karl von Anjou, Bruder des französischen Königs Lud-wig IX., als päpstliches Lehen an, mit der Bedinguna, daß er es unter guelfi-schem Beistande mit französischen Truppen erobere und einen jährlichen Tributan den römischen Hof entrichte. Karl landete an der Mündung der Tiber undWurde, da mittlerweile Urban gestorben war, von dem neuen Papst, seinemProvenzalischen Landsmann Clemens IV., und der klerikalen Partei als einzweiter Makkabäus begrüßt, welcher den „fluchbeladenen Ketzer und Moham-medanerhäuptling" zu Boden schlagen werde. Tapfer widerstand Manfreddem übermütigen Gegner. Als aber die Schlacht von Benevent durch italie-nischen Verrat gegen ihn entschied, stürzte er sich in den dichtesten Schwärm derFeinde und starb den Heldentod. Ein kunstloses Grab, zu dem jeder Kriegereinen Stein trug, umschloß die Leiche des ritterlichen, gebannten Fürsten.

8- 240. Nach der Schlacht von Benevent war die Macht der Ghibellinengebrochen; Neapel und Sicilien fielen in die Hände des harten Siegers, derdas unglückliche Land alle Schrecknisse der Eroberung fühlen ließ. Die An-hänger der Hohenstausen wurden mit Tod, Gefängnis und Verbannung be-straft; in ihre Güter teilten sich französische und guelfische Krieger. Da riefendie Bedrängten Konrads IV. jugendlichen Sohn Konradin aus Deutschlandnach Italien. Konradin, in dem der hohe Sinn und Heldengeist der Ahnenwohnte, verließ die Heimat, um mit seinem Jugendfreunde Friedrich vonBaden und wenigen Getreuen das Erbe der Hohenstausen wieder zu erobern.Von den Ghibellinen mit Jubel empfangen, durchzog er siegreich das obere undmittlere Italien, hielt in Rom, das der Papst verlassen hatte, unter Freuden-bezeigungen des Volkes seinen festlichen Einzug und überschritt, nachdem erauf dem Kapital die Huldigung der ewigen Stadt als Weihe des Todes em-pfangen, die Grenze von Neapel. Das Treffen bei Scurcöla zwischen Taglia-Mo und der Felsenstadt Alba fiel günstig für ihn aus; aber sein zu raschesVordringen verschaffte dem in einem Hinterhalt lauernden Feinde den Sieg.Seine Truppen wurden teils getötet, teils zersprengt; er fiel durch Verrat indie Gewalt seines Gegners Karl von Anjou und wurde nebst seinem Busen-freunde Friedrich zu Neapel enthauptet. So sank der letzte unglückliche Spröß-"Ng eines glorreichen Heldengeschlechts in ein frühes rühmloses Grab. Diejwch übrigen Glieder des hohenstaufischen Hauses traf gleichfalls em hartesGeschick. König Enzio starb in der Haft zu Bologna (Z. 236); MarffredsSöhne ließ der unbarmherzige Karl bis an ihren Tod im Kerker schmachten;.und Friedrichs II. Tochter Margaretha wurde von ihrem GemahlAlbrechtdem Unartigen von Thüringen mißhandelt und mit dem Tode bedroht, sodaß sie Lei nächtlicher Weile aus der Wartburg nach Frankfurt entfloh. ImSchmerz über die Trennung von ihren beiden Söhnen biß sie, wie die geschicht-Me Volkssage berichtet, dem ältesten bei der Umarmung so heftig in dieSauge, daß er ein Mal und den Beinamen „Friedrich mit der gebissenenSänge" davon erhielt. — Nach Konradins Fall wütete Karl von Anjou mitHärte und Grausamkeit gegen alle Anhänger desselben. Da schwur JohannVon Procida . ein seiner Habe beraubter Ghibelline, dem Tyrannen Rache.Unter seinem Einfluß wurden durch die sogenannte sicMsche Vesper alle Fran-zosen von den Sicilianern ermordet und dann die Insel dem tapfern Schwie-gersöhne Manfreds, Peter von Aragonien, übergeben, mit dessen Hufe die

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