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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
Entstehung
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178
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Das Mittelalter.

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mit einem Rittergut in Franken beschenkt ward. Damals bildete die Wartburgbei Eisenach in Thüringen den Sammelplatz der gepriesensten und begabtestenSänger. — Die größten Dichter des Mittelalters hat jedoch Italien aufzuweisen-Nachdem der strenge Ghibelline Dante Alighieri von Florenz (s 1321) in seinevlgroßen(epischen)Gedichte:diegöttlicheKomödie(vivina6ommectia),dieitalienisch«Dichtcrsprache geschaffen, wurde dieselbedurch Petrarca 1374) inseinen Sonettenan Laura aus den Höhepunkt des Wohlklangs geführt, während sein ZeitgenosseBoccaccio durch seine Erzählungen und Novellen (Dekamerone) der Schöpsesder italienischen Prosasprache wurde. Dantes großartiges Gedicht, das aus dreiTeilen: Hölle, Fegefeuer und Paradies, besteht, trägt in seinen melodische"Versen die ganze Weisheit des Mittelalters, den ganzen Schatz der damals gewon»nenen Wissenschaft, so daß man mit Recht davon sagte, Himmel und Erde hättenHand an Dantes Gedicht gelegt. Petrarcas übrige Werke sind lateinisch abgefaßt-Er wie Boccaccio hatten große Verdienste um Wiederbelebung der alten Lit'teratur und Bildung.

Die 4) Im Mittelalter war die Kunst gänzlich im Dienste der Religion; alle Zweig«derKunstvereinigten sich in den erhabenen Domkirchen, wovon die ältesten i«byzantinischen oder romanischen Rundbogenstil, die jüngern im gothische"Spitzbogenstil aufgeführt find. Die Bauwerke im gothischen Stil, der im 13und 14. Jahrhundert zu seiner völligen Ausbildung kam, haben einen leichten,freien, luftigen Charakter und streben nach oben, wie der Glaube, der sie hervor»gerufen. Die Hauptzierde derselben besteht in den schlanken Türmen, deren Spitz«eine majestätische Blume in Kreuzesform bildet, welche, ihre Blätter gegen den Hirn»mel emporbreitend, auf das Ziel deutet, dem die menschliche Seele in ihrem sehn»süchtigen Suchen zustrebt. Der Grundriß trägt die Figur des Kreuzes; das Halb»dunkel, das durch die bemalten Fenster bewirkt wird, füllt die Seele des Betendenmit den Schauern der Ehrfurcht vor der Nähe des Allmächtigen. Die Domkirchenbestehen aus einem etwas erhöhten Chor, den nur der Geistliche betritt und wo sichder Hochaltar befindet, aus einem Mittelschiff mit höherer Decke und in der Regel auszwei durch luftige Säulenreihen davon getrennten Seitenschiffen. — Auch die übn»genKünste, Skulptur, Musik, Malerei, standen im Dienste der Kirche. Die Bild»und Steinhauerwerke, die das Schwerfällige und Mühselige der Maurerarbeitenverbergen sollten, waren mit der Architektur aufs innigste verbunden; sie find nurals Teile der großen Idee, die der gothischen Bauart zugrunde liegt, zu betrachten;die Bildnisse von Christus und seinen Jüngern und Angehörigen, die Statuen derHeiligen, die mannigfaltigen Verzierungen, Reliefe und Symbole, die Blumen, di«aus jeder Spitze emporblühen und mit einem Kreuze in Beziehung stehen; — allesdeutet aus die christliche Religion und auf das Ringen der Welt und Menschenscel«nach dem Göttlichen. Ebenso haben auch die Schnihwerke in Holz und Elfenbein,die kunstreichen Gußarbeiten, die Bilder über den Altären, aus den Fenstern, an denPfeilern und Decken eine innige Beziehung auf Religion und Kirche. Die Aufgab«der mittelalterlichen Kunst bestand besonders darin, die ewigen Jdeeen des Glaubensunter einer sinnbildlichen Form auszudrücken und der innern Anschauung näher z"führm, darum tragen auch die ältern Gemälde alle den Charakter der Ruhe a"sich, weil Ruhe das Wesen des Göttlichen ist, aber eine Ruhe voll Leben und Wirken;daher fügte eine glänzende Farbenpracht der großen Einheit wieder die Mannigfal»tigkeit, der Ruhe die Bewegung bei. — Auch die feierlichen Töne der altenKirchenmusik mit dem ergreifenden Orgelspiel dienten der religiösen Andacht,und in dem zur innern Sammlung auffordemden Glockengeläute sollte di«Sehnsucht zum Höhem im Gemüte des Menschen geweckt werden.