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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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180
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Rudvls

von

Habsburg

I27S-

1281.

»278.

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Adolf vonNassau»2SL-»L98.

180 Das Mittelalter. Z. 252. 25S.

bedurfte man aber doch eines kräftigen Mannes, welcher imstande wäre, derherrschenden Gesetzlosigkeit zu steuern und die drohende Übermacht des KönigsOttokar von Böhmen, Mähren und Österreich zu brechen. Alle diese Eigen-schaften besaß Graf Rudolf von Habsburg. auf den jetzt der ihm befreundeteErzbischos Werner von Mainz die Wahl lenkte. Seme Stammgüter im El-saß und in der Schweiz waren zwar ansehnlich, aber ohne territoriale Ge-schlossenheit und flößten daher den Wahlfürsten keine Furcht ein; seine Tapfer-keit, Kraft und Klugheit waren längst erprobt und anerkannt, und was seineErhebung besonders förderte, war ferne Frömmigkeit und die Zuneigung, dieer stets der Kirche und dem Klerus bewiesen. Als daher Rudolf dem Papsteund den deutschen Fürsten den Fortbestand ihrer errungenen oder angemaßtenGebiete und Rechte zugesichert hatte, wurde die Wahl allgemein anerkannt undAlfons von Castilien zur Entsagung gebracht. Nur Ottokar verweigertedie Huldigung und erschien nicht auf dem angekündigten Reichstag. Da erklärteihm Rudolf den Krieg, rückte unter dem Verstände seiner Schweizer und El-sässer und der deutschen Fürsten, die er durch Verheiratung mit seinen zahl-reichen Töchtern an sein Haus geknüpft, in das Gebiet des Feindes und ge-wann den glorreichen Sieg aus dem Marchfelde. Ottokar fand in der Schlachtseinen Tod; seinem Sohne, Wenceslaus verblieb nur Böhmen mit Mäh-ren; die übrigen Länder, Österreich, Stehermark und Krain, verlieh Ru-dolf seinen Söhnen und wurde dadurch der Gründer der habsburgisch-öfterreichischen Hausmacht.

Z. 252. Da Rudolf von Habsburg jede Einmischung in Italiens An-gelegenheiten mied, so konnte er seine Kräfte ungeteilt den deutschen Landenzuwenden. Durch eine Reihe von Feldzügen und Kämpfen, besonders inSchwaben gegen den raubsüchtigen Eberhard von Württemberg und inBurgundien, gelang es ihm, viele dem Reiche entfremdete Lehen, Güter,Rechte und Gefalle wieder zu erwerben. Sein größtes Verdienst aber bestandin der Sicherung des Landfriedens und der Herstellung gesetzlicher Ord-nung. Er zog im ganzen Reiche umher und hielt strenges Gericht über denRaubadel. Ließ er doch allein in Thüringen 29 Raubritter hinrichten und66 Burgen zerstören; in Franken und am Rhein bezwäng er in einemeinzigen Jahr über siebzig Schlösser. Auf einem dieser Züge starb er in hoher»Alter zu Germersheim und wurde in Speher bei seinen „königlichen Vor-jahren" begraben. Seine Einfachheit, Tugend und Rechtschaffenheit verschafftenihm nicht weniger Achtung als sein Verstand, sein unparteiisches Gericht undseine Kriegsthaten. Nur die poetische Heldengröße der Hohenstaufen wohntenicht in dem nüchternen praktisch klugen Fürsten.

Z. 253. Teils Furcht vor der rasch aufstrebenden Macht der Habsburger,teils Abneigung gegen Rudolfs harten, habgierigen Sohn Albrecht bewogdie Fürsten, auf den Vorschlag des Erzbischofs von Mainz, den tapfernGrafen Adolf von Nassau zum römischen Kaiser deutscher Nation zu wählen.Aber auch er strebte wie Rudolf nach Vergrößerung seines kleinen Gebietsund bediente sich daher der Hilfsgelder, die er von dem König von Englandzur Aushebung deutscher Truppen empfangen hatte, um von dem LandgrafenAlbrecht dem Unartigen Thüringen und Meißen zu kaufen (Z. 240).Dieser schmähliche Handel verwickelte ihn in einen verheerenden Krieg rmtAlbrechts Söhnen Friedrich „mit der gebissenen Wange" und Diezmann,die der entartete Vater um ihr Erbe zu bringen suchte. Der laute Unwilleüber dieses unredliche Verfahren und die Unzufriedenheit der rheinische»Kurfürsten (Mainz, Trier, Köln), denen der Kaiser die widerrechtlich er-worbenen Rheinzölle entrissen, waren seinem Geaner Albrecht zur Bildung