Buch 
Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
Entstehung
Seite
181
JPEG-Download
 

8- 254.

Verfall des Ritterwesens und Entartung der Kirche.

181

» 298 .

1298 -

1398 .

1208 .

einer Partei förderlich. Er bewirkte auf einem eigenmächtig zusammenge-tretenen Reichstag in Mainz Adolfs Absetzung und feine eigene Erwahlung,

Aog dann niit Heeresmacht an den Rhein und siegte in der Schlacht bei Goll-MU-.i am Donnersberg. Adolf, im tapfern Kampf durch feines GegnersLanze vom Pferde gestürzt, fand im Gefummel seinen Tod. Seine Lerche ruhtiin Dom zu Speyer. - Albrecht von Österreich war ein thatkräftiger, aber AW,harter Mann, dessen starrer Sinn sich schon aus seinem finstern ernäugraen ,r-chGesichte erkennen ließ. Er war herrschsüchtig und ländergierig und setzte dahernicht nur den ungerechten Krieg gegen Thüringen fort, sondern suchte auchnoch andere Länder an sich zu bringen. Mit dem Erzbischof Gerhard vonMainz und den übrigen rheinischen Kurfürsten, die, von Papst Bonifacmsv III.aufgereizt, sich in Feindschaft von dem Kaiser wandten, führte er einen heftigenKrieg, der den gesegneten Gegenden am Rhein und Neckar besonders verderblichAar. Gefürchtet und gehaßt wurde Albrecht zuletzt von seinem eigenen NeffenJohann von Schwaben (Parricrda), dem er sein väterliches Erbe vor-enthielt, bei Windisch am Ufer der Reuß ermordet, als er eben Anstaltenzur Bekämpfung der freien Helvetier traf. I ohann büßte seine „Kainsthat"als Mönch; aber furchtbar war die Rache, die des Kaisers Gemahlin undTochter an den Gehilfen bei der Ermordung (Wart, Palm und Eschenbach)und allen ihren Angehörigen und Freunden nahmen. An der Stelle, wo KömgAlbrecht gefallen, bauten die fürstlichen Frauen das Kloster Köniqsfeld.

tz. 254. Albrechts Härte führte die Gründung der Schweizer Eidge-nossenschaft herbei. Helvetien war ein Bestandteil des deutschen Reichs undstand unter der Obhut von Reichsvögten, welche die höchste Gerichtsbarkeitdaselbst übten. Dieses Amt verwalteten anfangs die reichen und mächtigenHerzoge von Zähringen, die Gründer von Bern uno andern Städten.

Nach dem Erlöschen dieses Hauses erhoben sich im Süden die Grafen vonSavohen, im Norden die Habsburger an Macht und Besitztum über dieandern. Die letztem, denen die Landgrafschaft Aargau zugehörte, übten imNamen des Reichs die Schirmvogtei über die Urkantone am Vierwaldstätter-ste,Schwhz, Uri, Unterwald en, wo sie begütert waren. AlsnundieHabs-Alrger auf den Kaiferthron kamen, suchten sie die Waldstatte zur Unter-werfung unter Österreichs Landeshoheit zubringen. Darum gab AlbrechtAl, daß die auf den Habsburgischen Gütern waltenden Vögte über die freienLandgemeinden und Freibauern die Reichsrechte übten und ihreStellung zur Bedrückung des einfachen, streitbaren und freiheitsliebenden Berg-volks Mißbrauchten. Da schloffen die drei Urkantone unter der Leitung vonMalther Fürst, Werner Stauffacher und Arnold von Melchthaluns dem Rütli einen Freiheitsbund, in dessen Folge die Burgen erstürmtund die Vögte versagt wurden, nachdem Wilhelm Teil (wie dre Sage geht)den grausamsten derselben, Geßler, mit dem Pfeil getötet hatte, weil er ihmW Strafe eines kleinen Ungehorsams zugemutet, von dem Haupte fernesKindes einen Apfel zu schießen. Albrechts Ermordung bewahrte sie vor dessenZorn; aber sein Sohn Leopold nahm des Vaters Plan wieder auf. Er zogM Heeresmacht gegen die Waldstätte, erlitt jedoch in dem engen Paffe ber?lorgarten eine große Niederlage. Von der Zeit an sank die Macht der Habs-burger in den Schweizer Landen. Durch den Beitritt der österreichischen Stadt^tzoern (1322t kamen alle Ufer des Vierwaldstättersees in die Gewalt der^ldgenossenschaft, der sich auch bald Bern (1339), Zürich (1351), ZE^VAA.u. O. anschlössen. In der Schlacht von Sempach (tz. 261) bestanden die ^s-u-ldgenvssen, wie einst die athenischen Demokraten bei Marathon, die Feuer-nde wider den österreichischen und deutschen Ritteradel und bewiesen, daß ste^Freiheit würdig seien.

» 218 .

1807 .

181 ».