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Das Mittelalter.
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Papstwahl drangen. Ihre Meinung siegte und Martin V. wurde auf denL»i7. päpstlichen Stuhl gehoben. Dieser war ein gemäßigter Mann, der durch Ab-stellung einiger Mißbräuche bei Besetzung derKirchenämter und durch Sonder-verträge (Konkordate) mit den einzelnen Fürsten die Stimmen zu spaltenund den Ruf nach einer Reformation zu unterdrücken wußte. So wurden dieWünsche und Hoffnungen der Völker getäuscht, das Papsttum bei seiner Machtund die Kirche in ihrer Entartung gelassen. Aber um eine Greuelthat hat dasKonstanzer Konzil die Weltgeschichte bereichert durch die Verbrennung vonHuf; und Hieronymus. Gleich anfangs war die Versammlung zu einerPrüfung der von der Kirche abweichenden Lehren geschritten, hatte dieSchriften Wycliffes zum Feuer verdammt und Huß zur Verantwortung vor-geladen. Versehen mit einem kaiserlichen Geleitsbriefe, worin ihm sichereHeimkehr zugesagt war, begab sich Huß nach Konstanz, wurde aber alsbaldverhaftet und der Verbreitung von Irrlehren beschuldigt. Umsonst verteidigtesich der hagere, bleiche Mann, „dessen Feuerseele seinen Leib zu verzehrenschien", mit Würde und Begeisterung gegen die Anklagen — seine Richterwaren seine Gegner; umsonst beriefen sich seine Freunde auf den kaiserlichenGeleitsbrief— die Versammlung machte das alte Gesetz gegen Häretikergeltend und forderte unbedingte Abschwörung. Als der böhmische Reformatordiese verweigerte, wurde er als hartnäckiger Jrrlehrer zum Flammentod ver-dammt, den er mit der Kraft und Standhaftigkeit eines Märtyrers erlitt.Ein Jahr später ertrug auch Hieronymus von Prag mit dem Mute einesStoikers die Qualen des Feuertods. „Kein Weltweiser hat so viel Helden-mut auf dem Sterbebette bewiesen, wie sie auf dem Scheiterhaufen", schriebÄneas Sylvius.
tz. 265. Die Nachricht von demKonstanzer Greuel trieb die Husstten zueinem furchtbaren Religionskrieg. Der Kelch, der nach Hustens Ansichtauch dem Volke (den Laren) gebührte, wurde als Bundeszeichen ihren Heerenvorangetragen (daher Utraquisten und Calixtiner); an den Priestern undMönchen, die ihn verweigerten, wurde schwere Rache geübt. Umsonst schleuderteder Papst den Bannstrahl über Hustens Anhänger; ihre Zahl nahm täglich zu.Sie erstürmten das Präger Rathaus und ermordeten die Ratsherren, wasden alten König Wenzel in solche Wut versetzte, daß er vom Schlage gerührtstarb. Jetzt sollte Sigismund auch König von Böhmen werden; da griffaber das ganze Volk zu den Waffen, um die Besitznahme des Landes durchden wortbrüchigen Kaiser zu hindern. Johann Ziska, ein kricgskundiger,»» 22 . kühner und zur Beherrschung der Massen wunderbar begabter Feldherr, stelltesich an die Spitze. Vergebens führte Sigismund drei Reichsheere gegen dieHusstten; vor der wilden Wut des zornigen Volks bebten die Truppen zurück.Die Husstten verbrannten die böhmischen Kirchen und Klöster und drangenverheerend in die Nachbarländer ein. Die blutigen Kriegsthaten der Jsraelitenbei Eroberung Kanaans dienten ihnen zum Vorbild. Ziskas, des blinden»424. Heerführers Name, war der Schrecken der Nationen. Nach seinem Todetrennten sich die Gemäßigten (Calixtiner) von den Radikalen (Tabo-riten). Die letzteren behärrten bei dem „heiligen Krieg"; sie setzten (unter 'Prokopius dem Großen und dem Kleinen) ihre mordbrennerischen Zügefort, verheerten Sachsen und erpreßten von Brandenburg und Bayernv°n 1426 Tribut; kein Reichsheer bestand vor dem zermalmenden Waffenstoß der' wilderregten Massen: keine Mauer schützte vor ihrem Angriff. Die Calix-»433. tiner dagegen boten die Hand zum Frieden, als ihnen die Baseler Kirchen-versammlung den Kelch beim Abendmahl und die Predigt in der Landes-sprache zugestand. Erst als die Taboriten bei Prag eine Niederlage erlitten
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