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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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8- 266. 267. Verfall des Ritterwesens und Entartung der Kirche.

und die beiden Prokope gefallen waren, gelang es dem Kaiser durch die " 2 ,»Klugheit seines Kanzlers Kaspar Schlick, sie zum Frieden zu bringen, woraufSimsmund als König anerkannt wurde. Aber Böhmens Herrlichkeit lag inSchutt und Trümmern. Nach Sigismunds Tode wurde das Land von neuenWahlstürmen und Bürgerkriegen schwer heimgesucht, bis endlich auf Betreibenves gemäßigten und vaterländischen Rokyczana, Erzbischofs von Prag, dertapfere Georg Podiebrad auf den Thron erhoben und von Kaiser unddAA^»Papst bestätigt ward. Mißmutig über die den Katholiken gemachten Zuge- i«7i.ständnisse, trennte sich eine kleine Partei, meistens Überreste der Taboriten,

An den Calixtinern und bildete unter dem Namen böhmische und mährischeBrüdergemeinden eine getrennte Sekte, „arm, bibelfest und friedfertig".

8- 266. Auf dem Baseler Konzil, zu dessen Einberufung sich Martms V. Basel«Nachfolger Eugen IV. nach langem Zögern verstand, sollte tue Verbesse- i»-»-rung d er Kirche, die in Konstanz unterbrochen worden, zu Ende geführt undme hussitischen Streitigkeiten beigelegt werden. Hier nahmen aber dieVerhandlungen bald einen der päpstlichen Macht gefahrdrohenden Gang. Diegroßenteils aus Gliedern des niedern Klerus zusammengesetzte Versammlungverminderte die Geldbezüge, die der römische Hof den Landeskirchen auflegte,und untersagte die päpstlichen Übergriffe bei Besetzung der Bistümer undPfründen. Über diese und andere ähnliche Beschlüsse geriet Eugen so sehr inSorge, daß er den ersten Vorwand ergriff, um das Konzil nach Ferrara undendlich nach Florenz zu verlegen. Aber viele Geistliche blieben in Baselzurück, wählten ein anderes kirchliches Oberhaupt, Felix V., früher Herzogvon Savoyen, und stellten von neuem den Grundsatz auf, daß die Krrchen-versammlung über dem Papste stehe, und daß nur jene, nicht dieser un-Mlb ar sti. Da sprach Eugen, ermutigt durch die Furcht der Fürsten undVolker vor einer neuen Spaltung, den Bannfluch über die ungehorsamenGlieder der Versammlung aus und verwarf ihre Beschlüsse; und um destoWerer den,. Widerstand der Deutschen zu überwinden, gewann er den feinenZtaliener Aneas Sylvius (nachmals Papst Pins II.), welcher bei KaiserFriedrichIII. Geheimschreiber war. Mit Hilfe dieses klugen, auch als Schrift-steller bekannten Mannes gelang es dem Papst, den schwachen Kaiser zu demAschassenburger (Wiener)Konkordat zu bringen, welches zur Folge hatte,naß die Kirche m dem alten Zustand verblieb und alle Mißbräuche und Er-pressungen mit geringen Ausnahmen fortbestehen durften. Umsonst verfochtder vaterländisch gesinnte Gregor von Heimburg, Nürnberger Syndikus,

Ait Geist und Beredsamkeit die Sache der kirchlichen Freiheit und des deutschenRechts; von dem Kaiser und den meisten Fürsten verlassen, erkannte die Kirchen-versammlung nach einigem Bedenken Eugens Nachfolger Nikolaus V. alsrechtmäßigen Papst an und löste sich dann auf. Somit schied das PapsttumAm zweiten Mal siegreich aus dem Kampfe, aber weniger durch die innereKraft der Wahrheit, als durch unkirchliche Mittel.

6. Deutschland unter Friedrich III. und Maximilian I.

Z. 267. Als mit Sigismund der luxemburgische Mannesstamm erlosch,

Melt sein Schwiegersohn Albrecht II. von Österreich die deutsche Kaiser-Mr-chai.Ane, die fortan dem h ab sb ur gis ch - ö st errei ch ischen Hause verblieb. AlbrechtAar ein wohlgesinnter, thatkräftiger Mann; da aber Böhmen und Ungarn E-stwe ganze Thätigkeit in Anspruch nahmen, so konnte er während der kurzenZeit seiner Regierung in Deutschland nichts Bedeutendes leisten. Sein Neffe FriedrichFriedrich III. wurde sein Nachfolger im Reich, ein mit häuslichen Tugenden, aberäeringen Herrschergaben ausgerüsteter Fürst, der den vielen Trübsalen seiner *