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Das Mittelaltcr.
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langen Regierung nur thatlose, stumpfe Gleichgültigkeit mtgegensetzte. Er saüunthätig zu, wie die Türken sich Konstantinopels bemächtigten und verheerendbis in die österreichischen Erblande vordrangen, wie Ungarn und Böhmensich einheimische Könige wählten, wie Karl der Kühne von Burgundiensein Reich bis an den Rhein erweiterte (Z. 293), wie Mailand und dieLombardei dem deutschen Reich entfremdet wurden (§. 286). In Deutsch-land geriet das kaiserliche Ansehen in gänzliche Mißachtung, indem die Landes-fürsten fast unabhängig regierten und ohne Scheu das Fehdewesen übten.In Bayern setzte sich die Landesherrlichkeit über die Reichsqesetze weg, sodaß Herzog Ernst von München „aus väterlicher Liebe" die schöne AgnesBernauerin von Augsburg, seines Sohnes Albrecht angetrautes Ehegemahl,öffentlich in der Donau ertränken ließ. ohne deshalb in Strafe zu verfallen.Der schwäbische Bund lag im heftigen Kampf mit Albrecht (Achillesoder Ulysses), dem streitbaren Markgrafen der brandenburgischen Lande inFranken (Bayreuth), einem Kampf, in welchem binnen Jahresfrist über 200Ortschaften eingeäschert und neun Treffen geliefert wurden. In Sachsen undThürmgen wütete fünf Jahre lang zwischen Kurfürst Friedrich dem Sanft-mütigen und Herzog Wilhelm ein unseliger Bruderkrieg, der den bekanntenPrinzenraub durch den verwegenen Ritter Kunz von Kaufungen aufSchloß Altenburg zur Folge hatte. Die Gegenden am Rhein und Neckarwurden durch die Pfälzerfehoe verwüstet, welche durch den Mainzer Bistums-streit und verschiedene m einander spielende Interessen der Brandenburger undWittelsbacher Fürstenhäuser entfacht ward. Pfalzgraf Friedrich derSiegreiche, den seine Gegner den „bösen Fritz" nannten, hatte sich ohneGenehmigung des Kaisers als Vormund seines unmündigen Neffen den kur-fürstlichen Titel beigelegt und dadurch den Zorn des Habsburgers und dieAcht auf sich geladen. Der streitbare Fürst gewann die m der Mälzer Volks-überlieferung viel gefeierte Schlacht bei Seckenheim (Friedrichsfeld) undführte seine Feinde (Ulrich von Württemberg, den Markgrafen von Badenund den Bischof von Metz) als Gefangenenach dem Heidelberger Schloß; den-noch konnte er die Absetzung seines Bundesgenossen, des gebannten ErzbischofsDieter von Mainz, zu deffen Schutz er die Waffen ergriffen, nicht hindern-Sein Gegner Adolf von Nassau behauptete sich in der geistlichen Kurwürde;Dieter ließ sich mit einigen Schlössern und Gütern an der Bergstraße zulebenslänglicher Nutznießung abfinden und Friedrichs Bruder Ruprecht erhieltden erzbischöflichen Stuhl in Köln.
ß. 268. Dieser Zustand von Selbsthilfe und Verwirrung machte denWunsch nach einer neuen Reichsverfasiung immer mehr rege. Da aber dieFürsten von ihren erworbenen und angemaßten Rechten nichts opfern wollten,so stieß jeder Vorschlag, der eine Erhöhung der Kaisermacht und eine Schmä-lerung der Fürstengewalt nach sich zu ziehen drohte, auf harten Widerstand.Endlich gelang es der vermittelnden Thätigkeit des vaterländisch gesinnten Erz-bischofs Berthold von Mainz eine Verständigung zu erzielen. Durch seine- Bemühung vereinigte sich Maximilian I. mit den Kurfürsten, den geistlichenund weltlichen Herren und den Abgeordneten der freien Städte auf dem Reichs-tage zu Worms über eine Verfassungsform, die dem bisherigen Fehdewesensteuerte, aber das kaiserliche Ansehen vollends untergrub. Auf diesem Reichs-tage wurde nämlich der ewige Landfrieden gestiftet und jede bewaffnete Selbst-hilfe bei Acht und Bann verboten. Zur Schlichtung aller Streitigkeiten derReichsHlreder unter einander errichtete man sodann das Reichskammergerichtund teilte etwas später das Reich in zehn Kreise (1. österreichischer Kreis;2. bayerischer Kr. ; 3. schwäbischer Kr.; 4. fränkischer Kr.; 5. kurrheinischerKr.; 6. oberrheinischer Kr.; 7. niederrheinisch-westfälischer Kr.; 8. ober-