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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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8- 269. 270.

Frankreich.

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rio«.

sächsischer Kr.; 9. niedersächsischer Kr.; 10. burgundischer Kr.). Zugleich wurdesur die Bedürfnisse des Reichs und des Heeres eine ständige Steuer, „derHern eine Pfennrg" verwilligt. Durch diese Reformbeschlüsse wurde dieMacht der Landesfürsten noch erhöht, so daß siezuletzt in ihren Staaten alsUnbeschränkte Gebieter schalten und walten konnten. Die Eidgenossen, die da-mals mit Frankreich im Bunde standen, versagten dem Reichskammergericht dieAnerkennung und verweigerten die Kriegsmannschaft. Da wollte sie MaximilianUnt Waffengewalt zwingen, aber in der Schlacht bei Darnach überwunden,wußte er in dem Baseler Frieden von seinen Forderungen abstehen und da-durch thatsächlich die Unabhängigkeit der Schweiz von Deutschland an-erkennen, wenn auch der Reichsverband dem Namen nach noch fortbestand.

8- 269. Maximilians Regierung bildet den Übergang aus dem Mittel-alter in die neue Zeit. Er selbst in seiner stattlichen Erscheinung, mit seinenmhnen und gefahrvollen Jagden, mit seinen tapfern Thaten im Feld und imTürmer, kann als der „letzteRitter" auf dem deutschenKaiserthron bezeichnet wer-den; seineLiebe für die gesunkene Ritterdichtung(„Theuerdank"), seine romantischeVermählung mit Maria von Burgundien, seine Kriege in den Nieder-landen und m Italien tragen ganz den Charakter des Mittelalters. Dagegenzeigten sich zu derselben Zeit in Italien die Anfänge einer seineren Staatskunstund eines großartigen Völkerverkehrs, welche, verbunden mit den gleichzeitigenEntdeckungen und Erfindungen, die neue Zeit herbeisührten.

VI. Geschichte der übrigen europäische« Staaten im Mittclalter.

1. Frankreich.

») Frankreich unter den Capetingern der ältere« Linie (987—1328).

8. 270. Die ersten Nachfolger Hugo Capets (8- 205) besaßen geringeMacht und ein beschränktes Gebiet. Die Herzoge, Grasen und Baroneder verschiedenen Provinzen betrachteten den König, der eigentlich nur Herrvon Francien war, als ihresgleichen, und gestanden ihm nur insofern denersten Rang unter ihnen zu,als sie ihn als Oberlehnsherrn anerkennenwußten. Diese oberlehnsherrlichcn Rechte dursten die Edelleute aber nichtlockern, wenn sie nicht ihren eigenen Unterthanen das Beispiel des Treubruchsgeben und sie zu ähnlichem Verfahren gegen sich ermutigen wollten. Im übrigenwaren die Besitzungen der großen Vasallen unabhängige Grafschaften undFürstentümer und hingen mit der französischen Krone nicht viel enger zu-sammen, als die westlichen Landschaften ander Seine, Loire und Garonne,die den englischen Königen gehörten, und die östlichen (burgundischen)Länder an der Rhone und am Jura, welche Bestandteile des deutschenReichs waren. Diese beschränkte Königsmacht suchten die Capetinaer nachKräften zu heben und wurden in ihrem Streben nicht minder vom Glück alsvon ihrer Klugheit unterstützt. Ein Glück war es, daß bei der langen Lebens-dauer der meisten Könige die Krone selten erledigt ward, daß fast immer einvolljähriger Sohn dem Vater nachfolgte und darum nie ein Thronstreit ent-stand. Klugheit aber war es, daß die ersten Könige noch bei ihren LebzeitenWen ältesten Sohn krönen ließen und zum Mitregenten annahmen, so daßwi dem Hintritt des Vaters die Regierung fast keine Veränderung erlitt. Diebedeutendsten Könige nach Hugo Capet waren: Ludwig VII., der den zweiten EudwiaKreuzzug unternahm (8- 222), und während seiner Abwesenheit die Regierung n»s-wFrankreichdemstaatsklugenAbtSugervonSt.Denisüberließ; Philippll.August, der dem englischen Köniq Johann ohne Land die Normandie'PUAstund die übrigen Besitzungen im Westen entriß und den Waffenbund, den derMlische König mit dem Grasen von Flandern und dem deutschen KaiserDtto IV. schloß, durch die siegreiche Schlacht beiBouvines zunichte machte

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