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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Das Mittelalter.

8- 271-

«udwig (Z. 238); Ludwig VIII., der durch die Albigenserkriege (Z. 228) sein, 2 ss- Gebiet im Süden erweiterte. Von dem größten Einfluß auf die Geschickerudwig Frankreichs war die Regierung Ludwigs des Heiligen und Philipps des»..der Schönen. Jener verbesserte das Rechts Wesen und bewirkte, daß die könig-, 22 k- lichen Gerichtshöfe als die höchsten des Landes anerkannt und vor dieselben dieMii,"'p Streitigkeiten der Edelleute unter sich oder mit ihren Untergebenen zur Ent-Schö»- scheidung gebracht wurden; der letztere hob das Städte Wesen, indem er, 28 k- den Bürgern allerlei Rechte und Freiheiten verlieh und in seinem Streite mitdem Papste (8-255) zuerst städtische Abgeordnete zu den Reichs-tagen zog. Je mehr aber die städtischen Gemeinwesen sich hoben, desto mehrbedurften sie des Schutzes der Könige gegen den eifersüchtigen Grundadel, unddesto mehr waren sie bereit, sich diesen Schutz durch Gegendienste zu erkaufen.Daher stimmten die Städte auf den Reichstagen immer mit dem Könige. Auchdie Geistlichkeit stand in der Regel auf Seiten der Krone und zeigte sich willigLudwig x-von Zeit zu Zeit den öffentlichen Bedürfnissen durch freiwillige Gaben, 3 ,«- abzuhelfen. Zugleich suchte sie die altenFreiheitender gallicanischenPhilipp v. Kirche gegen die Eingriffe des römischen Pontifikats zu wahren. Durch Philipps^ 322 ? des Schönen ganzes Dasein „weht schon der schneidende Luftzug der neuernKarl^lv. Geschichte". Nach dem Tode seiner drei Söhne, Ludwig X., Philipp V. und,3287 Karl IV., die nach einander regierten, aber keine männlichen Erben hinter-,328. ließen, ging der französische Thron auf das Haus Valois über.

t>) Frankreich unter den Valois (1328—1389).

Philipp H. 271. Philipps des Schönen Brudersohn Philipp VI. vonValois erbte,328- den französischen Thron. Aber Eduard III. von England that Einsprache,3s«. verlangte als Sohn einer Tochter Philipps des Schönen diefranzösische Krone für sich. Ohne auf das salische Recht, das weiblicheErbfolge untersagte, Rücksicht zu nehmen, legte er sich den Titel einesKönigs von Frankreich bei und überzog Philipp mit Krieg. Nach einigenJahren blutiger Kämpfe kam es zu der großen Schlacht von Crccy, wo dieEngländer siegten und die Blüte der französischen Ritterschaft nebst demblinden Böhmenkönig Johann die Wahlstatt deckte. Die Eroberung derwichtigen Stadt Caiais war die Frucht des Tages. Bald nachher starbAUt" Philipp und sein Sohn Johann der Gute erbte den streitigen Thron-,3««- Begierig, das Andenken von Crecy zu tilgen, griff er das englische Heer, dasEduards III. heldenmütiger Sohn, der schwarze Prinz, befehligte, im,3s«. Süden der Loire an, erlitt aber in der Schlacht bei Poitiers eine vollständigeNiederlage und mußte als Gefangener nach Englands Hauptstadt wandern.Während seiner Abwesenheit führte der Kronprinz (Dauphin) Karl dieRegentschaft. Da.gefchah es, daß die Pariser Bürgerschaft, entrüstet überden Steuerdruck und Übermut des Adels, unter der Leitung Marcels, desVorstehers der Innungen, eine Empörung machte, infolge deren einige der vor-nehmsten Räte des Dauphin im Palast ermordet wurden und die Stadt in dieHände der Aufständischen geriet. Bald verbreitete sich der Aufruhr über das»3»8. Land und erzeugte einen Bauernkrieg (Jacquerie), wobei große Verheerungenund Frevelthaten begangen wurden, bis die schlecht bewehrten Bürger undBauern der französischen Ritterschaft erlagen und schwere Strafen erlitten-Marcel fiel im Kampf in den Straßen von Paris, an seinen AnhängernWurde blutige Rache geübt. Nach der Herstellung der inneren Ruhe kam auch,3so. zwischen England und Frankreich der Friede von Bretigny zustande, inWelchem Calais und die Landschaften des südwestlichen Frankreichs den Eng-ländern überlassen wurden und für Johann ein hohes Lösegeld zugesichert ward.