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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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193
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I.

8 - 272 . 273 . 274 .

Frankreich.

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Eduard III. dagegen seinen Ansprüchen auf den französischen Thron entsagte.Da die Eintreibung der Loskaufsumme sich verzögerte, so kehrte Johann frei-willig in die Gefangenschaft zurück und starb in London.

Z. 272. Johanns Sohn Karl V. (der Weise) heilte die Wunden desLandes. Durch milde und gute Regierung beruhigte er die Gemüter und durchseine eigene Klugheit wie den tapfern Arm seines Oberseldherrn (Connetable)Bertrand du Guesclin brachte er die verlorenen Länder an der Loire undGaronne wieder unter seine Herrschaft, so daß, als der schwarze Prinz einerzehrenden Krankheit erlag und Eduard III. ihm bald in die Gruft nachfolgte,den Engländern von allen Eroberungen nur Calais verblieb. Allein unterseinem Nachfolger Karl VI., der bald nach seiner Volljährigkeit in Geistes-zerrüttung fiel, geriet Frankreich abermals m einen Zustand von Verwirrungund Gesetzlosigkeit. Zwei mächtige Hofparteien, an ihrer Spitze der Oheimdes Königs, der Herzog von Burgund, und Karls Bruder, der Herzog vonOrleans, stritten sich um die Regentschaft, indes der Bürgerstand sich gegenharte Besteuerung auflehnte und Erweiterung seiner Rechte verlangte. Umdieselbe Zeit da in Deutschland die Städte im Kampf mit der Ritterschaftlagen (tz. 261), die helvetischen Landleute gegen den Herrenstand stritten, undinEnglandeiii gefährlicher Volksaufstand unter Wat Thler und andernFührern reißende Fortschritte machte, erhob sich auch in Flandern und Frank-reich der Bürger-und Bauernstand gegen Adel und Hof. Aber Mangel anEinheit unter den Empörern verschaffte den letztern den Sieg und der Aufstandhatte eine Verminderung der Volksrechte zur Folge. Die burgundischePartei begünstigte den Bürgerstand, die orleamsche den Adel.

8- 273. Diese Umstände benutzte der ritterliche König Heinrich V. vonEngland zur Erneuerung des Kriegs Wider Frankreich. Er forderte die srühe-Besitzungen zurück, und als ihm dieselben verweigert wurden, rückte erüber Calais in Frankreich ein und wiederholte bei Azincourt an der Sommedie Tage von Crech und Poitiers. Das viermal stärkere Heer der Franzosenwurde besiegt, die Blüte der französischen Ritterfchast fiel in der Schlacht odergeriet in die Gewalt der Feinde; dem Sieger stand der Weg nach Paris offen.Wo die Parteiwut jetzt den höchsten Grad erreichte und Volksaufstände undMordthaten an der Tagesordnung waren. Die Burgunder, mit denen dieKönigin Jsabella im Bunde war, erregten einen Volksaufstand, wobei derGraf von Armagnac, das Haupt der'orleanischen Partei, und viele seinesAnhangs erschlagen wurden und der Pöbel wilde Frevel beging. Dafür wurdeJohann von Burgund bei einer Zusammenkunft mit dem Dauphin aufoer Ionnebrücke bei Montereau durch die Freunde des getöteten Grafen meuch-«ngs ermordet. Dies bewog seinen Sohn Philipp den Guten und die Kö-Wgin, sich an Heinrich V. von England anzuschließen. Jsabella vermählte ihnwrt ihrer Tochter und bewirkte, daß ihm und seinen Nachkommen der fran-zösische Thron zuerkannt wurde. Bald war alles Land nordwärts der Loirew der Gewalt der Engländer. Aber mitten in seiner Heldenlaufbahn wurdeHeinrich V. durch einen frühen Tod dahingerafft, in demselben Jahr, in welchem^uch der geisteskranke Karl VI. ins Grab sank und der Dauphin als Karl VII.ven Königstitel annahm. Dies änderte jedoch wenig an seiner Lage. Die^Mländer und ihr Anhang erklärten den kaum einjährigenKönig Heinrich VI."" ^' "" " " ' ^ der Leitung

im Felde.

274. In dieser Bedrängnis hob die Jungfrau von Orleans, ein Land-"wdchm von Dom-Remy an der Grenze von Lothringen, welche glaubte, durchWeber, n. Weltgeschichte. 13

1364 .

Karl V.der WeiseI!>!', —1380.

Karl VI.I -80—1422.

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