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Das Mittelalter.
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Karl Vlll118» -1198.LudwigXII.1198-1S1S.
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1189.
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eine himmlische Erscheinung zur Rettung Frankreichs berufen zu sein, dengesunkenen Mut des Königs und seiner Streiter. In stählerner Rüstung, einen ,Helm auf dem Haupte, das mit Lilien besäete Panier mit dem Bilde der hei-ligen Jungfrau schwingend, zog sie vor dem Heere einher und weckte durch ihregottbegeisterten Reden „die Religion des Königtums" in den Massen. Unterihrer Leitung wurde die Stadt Orleans befreit. Karl nach Rheims zur Krö-nung geführt und den Engländern ein großer Teil ihrer Eroberungen entrissen-Der Glaube an ihre höhere Sendung flößte den Franzosen Mut und Selbst-vertrauen, den Feinden Furcht und Zagen ein. Diese Wirkung dauerte auch nochfort, nachdem Johanna (Jeanne d^Arc) vor der Stadt Compiegne in dieHände ihrer Feinde gefallen und, von einem geistlichen Gerichtshof m RoueNwegen angeblicher Gotteslästerung und Zauberei verurteilt, den Flammenübergeben worden. Die Engländer verloren eine Provinz um die andere, undals auch Philipp der Gute von Burgund sich mit dem König aussöhnte,war bald Calais ihre letzte und einzige Besitzung auf französischem Boden-Paris öffnete seine Thore und empfing Karl mit Jubel. 25 Jahre regiertederselbe noch in Frieden über Frankreich; allein er war ein schwacher Mann,
- der sich von Frauen und Günstlingen leiten ließ. Ihm folgte Ludwig XI-,ein tückischer und grausamer, aber staatskluger Fürst, der durch List, Gewalt-thätigkeit und unerhörte Tyrannei dem Throne unumschränkte Macht verliehund das Reich erweiterte und abrundete. Er beraubte den Adel seiner schönstenVorrechte und vereinigte allmählich alle großen Lehen mit der Krone, dannstürzte er mit Hilfe der Schweizer (deren abgehärtete junge Mannschaft erund seine Nachfolger als Miettruppen in Sold nahmen) Karl den Kühnenund bemächtigte sich des Herzogtums Burgund. Mißtrauen und Menschen-furcht peinigten ihn auf seinem einsamen Schlosse, wo er die letzten Jahre seines-Lebens zubrachte. Seine beiden Nachfolger Karl VIII. und Ludwig XU-erwarben noch Bretagne, vergeudeten aber die Kräfte des Landes durch WKriegszüge nach Italien. Denn das schöne Apenninenland war nicht minder„ein Grab der Franzosen", wie es früher ein Grab der Deutschen gewesen-Dagegen erstarkten unter dem leutseligen, volksfreundlichen König Ludwig XU-bürgerliche Freiheit, Ordnung und Rechtssinn.
2. England.
Z. 275. Mit Heinrich II. vonAnjou, dem Urenkel Wilhelms des Eroberers(H. 207), gelangte das ruhmreiche Geschlecht der Plantagenets auf den englisch^Thron. Diese besaßen viel Land an der Loire und Garonne und da auÄnoch die Normandie zu England gehörte, so war der ganze Westen von Frank-reich in der Gewalt der englischen Könige. Daraus gingen viele Streitigkeitenund Kämpfe hervor, indem die Könige von Frankreich über diese westlichenLänder Lehnsrechte ansprachen, welche die englischen Könige nicht leisten wollten-Heinrich II., ein Zeitgenosse Friedrich Barbarossas, war ein kräftiger und auf-geklärter Regent, von großen Herrschergaben, dabei aber von heftiger getvaU-thätiger Natur, der sich namentlich um Verbesserung des Gerichtswesenshohe Verdienste erwarb. Zu dem Zwecke wollte er durch die Konstitutionenvon Clarendon die geistliche Gerichtsbarkeit dahin beschränken, davGeistliche in weltlichen Sachen den königlichen Gerichten, ohne Beru-fung an den Papst, unterworfen sein sollten. Darüber geriet Hcinrmmit dem Erzbischof von Canterbury, Thomas Bccket, in einen heftigen Streu-Thomas verwarf die Artikel von Clarendon und entsetzte alle Geistlichen, tu,sich denselben fügten; und als er mit einer gerichtlichen Untersuchung bedroh»Wurde, appellierte er an den päpstlichen Stuhl und entfloh heimlich nach Frank-