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Spanien und Portugal.
sterung und Civilisierung der Insel, daß das Mutterland, „die Engländervon Geburt", die Waffen auch gegen diese richteten. Der Haß der Engländergegen ihre entarteten Landsleute machte die Kriege immer blutiger, steigertedie Verwilderung des Jnselvolks, vergrößerte die Spaltung und den National-haß zwischen Eroberern und Eroberten.
3. Spanien und Portugal.
Z. 280. Mehrere Jahrhunderte hindurch bestanden die Königreiche Ara-gonicn, Castilicn und Portugal (§. 196) in getrennter Selbständigkeit nebeneinander. Das erste suchte sich nach Osten auszudehnen, indem es nicht bloßdie Küstenländer Katalonien, Valencia und Murcia sowiediespanischenInseln Malorca und Minorca erwarb, sondern auch zeitweise Sardinienund Sicilien unterwarf und unter Alfons V. sogar das Königreich Neapeleroberte; Castilien dagegen vergrößerte sich nach Süden, indem es durch glück- lös-liche Kriege gegen die Mauren in Andalusien Cordöva, Sevilla undCadiz an sich brachte. Diese Kämpfe waren von dem größten Einfluß auf dieGeschichte und den Charakter der spanischen Nation. 1. Sie erzeugten Kriegs-lust und einen ritterlichen Sinn und bewirkten, daß das spanische Volk anKampf und Waffen, an Turnier und Ritterwesen, an romantischer Dichtungund Gesang Wohlgefallen fand. 2. Sie erhielten den Religionseifer und be-gründeten die geistliche Übermacht, die in Spanien stets heimisch blieb. 3. Sieweckten Freiheitsgefühl und Selbstvertrauen im Volke, daher die spanischenStände, die auf regelmäßigen Reichstagen (Cortes) zusammentraten.
Rechte ansprachen und übten, wie sie sonst in keinem Königreiche gesunden wur-den. Die Stände von Aragonien besaßen nicht nur das Recht der Gesetzge-bung und Steuerbcwilligung, sondern der König war auch gehalten, beider Wahl seiner Räte ihre Meinung einzuholen. Streitigkeiten der Ständemit dem König entschied ein unabhängiger Oberrichter (Justicia).
H. 281. Unter den aragonischen Königen ist der ritterliche Peter III.,P-A M.der Eroberer von Sicilien (§. 240), unter den castilischen Alfons X. der »Äs.Weise am bekanntesten. Der letztere befaßte sich mit Astronomie und Astro-^A^-logie, mit Musik und Dichtkunst, erweiterte die Universität Salamanca, » 2 Ü.beförderte die Ausbildung der Landessprache und ließ Gesetz- und Ge-schichtsbücher anfertigen; aber die praktische Lebensweisheit ging ihm ab.
Üm das Schattenbild der römischen Kaiserkrone zu erlangen (Z. 250) und sei-nem Hang nach Pracht und Genüssen folgen zu können, drückte er sein Volkmit Steuern und stürzte sein Land durch Verschwendung und Verschlechterungder Münze in Verwirrung. Alfons XI. besiegte die Mauren am Flusse Sa- MAsri.lado und eroberte das feste Algeziras in Andalusien. Zur Bestreitung der rsso.Kriegskosten wurde von den Ständen die für Handel und Verkehr höchst nach-teilige Steuer Alcavala eingeführt, welche von allem beweglichen und unbe-weglichen Gut, so oft es verkauft ward oder in andere Hände überging, erhobenwurde. Seitdem hat diese Auflage in Spanien fortbestanden. Alfons' SohnPeter der Grausame wütete gegen seine Frauen. Brüder und Verwandten, dergegen Adel und Volk so lange, bis ihn sein ritterlicher Halbbruder H einri ch »rsu-(von Trastamara) mit Hilfe französischer Söldnerscharen unter Bertrand gMä»du Guesclin (Z. 272) überwand und tötete und dann dessen Stelle ein- AA-nahm. — Die Vermählung der Königin Jsabella von Castilien mit Ferdi- g-rdin-lndnand dem Katholischen von Aragonicn führte gegen das Ende des 15. Jahr-d"ZK°"Hunderts eine Vereinigung der beiden Königreiche und dadurch eine neue Zeit AA-sür Spanien herbei.
tz. 282. Ferdinand und Jsabella strebten nach einem gemeinsamen Ziel;