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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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208

Das Mittelalter.

Z. 296. 297.

Walde-mar I-1157 —1182 .

Kanut VI1182 -1202.Walde-mar II.1202 —1241 .

1223 .

Walde-mar IV.

1340 —

1375 .

1397 .

1363 .

1397.

die Künste des Friedens, an Gewerbwesen und Landbau. Das Christentumminderte die große Kluft, die bisher zwischen Freien und Sklaven bestanden,indem es das Gefühl der Menschenwürde und der Gleichheit vor Gott in allerBrust weckte. Nur der heidnischen Poesie und den Sagen der Vorzeit warendie Mönche aus Religionseiser verderblich. Islands hohe Blüte und geistigesLeben schwand durch das Christentum dahin. — Mit der Zeit erwarb derKlerus große Reichtümer, Rechte und Güter, so daß er als gleichberechtigterStand neben die freien Gutsbesitzer treten konnte. Dagegen blieb derBauernstand in großer Abhängigkeit, und das Städtewesen gelangte zu keinerBlüte und Bedeutung.

§. 296. Dänemark, womit im späteren Mittelalter auch Norwegen ver-bunden war, erlangte im 11. und 12. Jahrhundert durch einige kriegerischeKönige einen großen Umfang. Nachdem Waldemar I. und sein Sohn KanutVI., geleitet von dem klugen und unternehmenden Erzbischos Absalon (Axel) vonLund, ihre Herrschaft nach allen Seiten ausgedehnt hatten, setzte Waldemar II.der Sieger die Eroberungen des Vaters und Großvaters an der Küste derOstsee mit solchem Erfolge fort, daß er endlich alle slavischen Länder an demsüdlichen und östlichen Ufer des baltischen Meeres von Holstein bis nach Esthland(also Lauenburg, Mecklenburg, Pommern, einen Teil von Preußen, den Küsten-streif von Kurland, Livland und Esthland) mit seinen übrigen Staaten vereinigteund sich König der Dänen und Slaven und Herr von Nordalbingien(Schleswig-Holstein) nennen konnte. Aber seine Härte erzeugte Haß und Er-bitterung ; als er daher auf einer Jagd in die Gewalt des von ihm tief ge-kränkten Grasen Heinrich von Schwerin geriet, und dieser ihn über zweiJahre aus fernem festen Schlosse Danneberg in Hast hielt, fielen alle lehns-pflichtigen Fürsten von ihm ab und behaupteten mit dem Schwerte ihre Unab-hängigkeit , so daß in kurzem der stolze Bau der Waldemare zusammenstürzte.Hamburg und Lübeck wurden freie Reichsstädte; die Bauernrepublik derDithmarschen erlangte wieder ihre Selbständigkeit; die deutschen Länderkehrten unter die kaiserliche Oberhoheit zurück. Nach Waldemars II. Todetrat eine Zeit innerer Zerrüttung ein, welche die Adelsaristokratie zur Er-höhung ihrer Vorrechte benutzte. Zu der Steuerfreiheit erlangten diegroßen Gutsbesitzer jetzt auch noch die eigene Geritytsbarkeit. ErstWaldemar IV. führte wieder die Herrschaft mit starker Hand; seine TochterMargarelha vereinigte durch die Union von Calmar die drei skandinavischenReiche unter ihrem Scepter.

§. 297. Auch in Schweden wurde durch fortwährende Thronkämpfe dieMacht der Könige sehr gemindert und die des ritterlichen Adels gemehrt.Selbst das mächtige Geschlecht der Folkunger, das um die Mitte des dreizehn-ten Jahrhunderts den Thron bestieg, erlag nach einigen Menschenaltern denharten Schicksalsschlägen, die alle schwedischen Fürstenhäuser trafen. Vonsieben Königen dieses Herrschergeschlechts wurden fünf entthront und starbenim Kerker oder in der Verbannung. Nach der Absetzung des letzten FolkungerMagnus II. kam die schwedische Krone an seinen Schwestersohn Albrechtvon Mecklenburg, der aber nach einigen Jahren von der dänischen Mar-garetha besiegt und des Reichs beraubt wurde, worauf Schweden mit Däne-mark die Calmarer Union schloß. Dieser Calmarer Bund gereichte keinemder drei Reiche zum Segen. In Dänemark und Norwegen kam unter denschwachen Königen, die auf Margaretha folgten, die Macht des Staates immermehr in die Hände der begüterten Edelleute, indes Schweden von den dänischenKönigen fall wie ein erobertes Land regiert und behandelt ward. Zwietrachtlockerte bald das Band der Calmarer Union, ohne es jedoch ganz zu zerreißen.

8 .!

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